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100 Jahre, aber längst kein „altes Haus“

6. Oktober 2014

Klinik10Lachen ist gesund. Richtig gesund. Daran scheinen die Organisatoren der Festveranstaltung „100 Jahre Warener Krankenhaus“ gedacht zu haben, als sie Lüder Wohlenberg als Festredner engagierten. Der ist Arzt. Und er ist Kabarettist. Ein geniale Mischung. Wo sonst gibt es Festveranstaltungen, auf denen Bravo-Rufe ertönen und ein Festredner eine Zugabe spendieren muss. Lüder Wohlenberg musste heute.

Schon das Motto des hochgewachsenen Rheinländers verrät, was ihn bewegt: „Gesund heißt, man ist nur nicht richtig untersucht!“, verkündete der ungewöhnliche Mediziner, den sich wahrscheinlich jeder Patient an seinem Krankenbett wünscht. Vorausgesetzt, er hat nicht gerade eine frische OP-Narbe, denn das könnte schmerzhaft werden.
Beispielsweise, wenn er seinen Patienten rät, was sie auf die Aufnahme-Frage im Klinikum, wer denn im Falle des Todes benachrichtigt werden muss, antworten sollen: „Die Staatsanwaltschaft“, ist sein Tipp. Ohnehin scheint das Vertrauen in seinen Berufsstand nicht uneingeschränkt zu sein.
Klinik11Glücklicherweise aber heilen seinen Worten zufolge 90 Prozent aller Krankheiten von selbst. „Vorausgesetzt, der Arzt schafft es, die Finger vom Patienten zu lassen.“
Auch vom viel gepriesenen Sport hält Wohlenberg, der als Kabarettist sowohl in die Rolle eines Patienten als auch in die des Arztes schlüpft, nicht sonderlich viel. „Laufen verlängert das Leben nicht, es sei denn, es ist jemand mit einem Messer hinter Dir her.“

Weitere Investitionen auf dem Weinberg

Doch natürlich gab’s bei der Festveranstaltung zum 100. Geburtstag des Warener Krankenhauses auch ernste Worte. Zumal die Situation, in der das Haus auf dem Weinberg vor 100 Jahren eröffnet wurde, mehr als ernst war. Damals brach der Erste Weltkrieg aus, das Warener Krankenhaus diente deshalb schon vor der offiziellen Eröffnung als Lazarett für verwundete Soldaten.

Zu verdanken hat Waren das Haus dem Mediziner Dr. Hermann Matz, der bereits im Krankenhaus am Stüde arbeitete, das Gebäude dann allerdings als „Hundestall“ bezeichnete und vehement einen Neubau forderte. Der kam schließlich auf dem Weinberg.

Klinik3Ein weiterer Name ist ganz eng mit der Entwicklung des Warener Krankenhauses verbunden: Lilli Wächter. Sie zeichnete 33 Jahre lang, nämlich von 1949 bis 1982 verantwortlich für die Pflege in der Einrichtung und war bei der heutigen Festveranstaltung Ehrengast. Trotz ihrer inzwischen 90 Jahre verfolgt sie das, was auf dem Weinberg passiert, nach wie vor sehr interessiert.

Und passiert ist vor allem in den vergangenen 24 Jahren einiges. Seither flossen nämlich 85 Millionen Euro in das Warener und in das Röbeler Haus. Investiert wird auch künftig. Beispielsweise in eine neue Notaufnahme, aber auch in die Onkologie und eine Geriatrische Station.

In dieser Woche wird aber erst einmal gefeiert. Nach dem heutigen Festakt folgt am Mittwoch von 15 bis 18 Uhr eine Infomationsveranstaltung zum Thema „Darmgesundheit und Prävention“, auf der niedergelassene Mediziner und Krankenhaus-Ärzte Rede und Antwort stehen. Am Donnerstag feiern die Mitarbeiter dann unter sich und am Sonnabend startet um 10 Uhr der große Tag der offenen Tür. Das komplette Programm gibt’s in Kürze hier auf „Wir sind Müritzer“.

Jetzt aber viel Spaß beim Durchklicken unserer heutigen Fotogalerie. Die Bilder hat uns Ole Steindorf-Sabath (www.foto-steindorf.de) freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.

 


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