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Resort Fleesensee macht erste Erfahrungen als Selbstversorger

20. Februar 2016

Was für ein Empfang für die gut 250 Gäste des 15. „Mäkelborger Gräunkohlätens“ in Göhren-Lebbin: Noch ehe die Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur – unter ihnen Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) – von den Chefs des Resorts begrüßt wurden, gackerten die Hühner ihre Willkommens-Ständchen. Unmittelbar vor der Tenne machten sie lautstark klar, wer zumindest auf dem Rasen das Sagen hat.

Gruen1Und auch im hübsch dekorierten Innenraum spielten die besonderen Feder-Viecher eine Rolle. Denn die neuen Eigentümer des Hotel- und Sportresorts sind vor knapp zwei Jahren mit der Idee angetreten, viel von dem, was in den Restaurants der Anlage angeboten wird, selbst zu produzieren. Und so wandert der mobile Hühnerstall auf dem Areal des Resorts seit Monaten regelmäßig hin und her, am Golfplatz wachsen nicht nur jede Menge Äpfel an den Bäumen, sondern auch Kräuter, in den Gewächshäusern kümmern sich Gärtner ums Gemüse, und die ersten 15 eigenen Rinder sind auch schon angeschafft. „Das Organic-Programm kommt bei unseren Gästen sehr gut an“, sieht sich Kai Richter als Geschäftsführender Gesellschafter bestätigt.

Das „Selbstversorger-Konzept“ konnte allerdings nicht verhindern, dass die Gästezahlen im Jahr 2015 nicht ganz das Niveau des Vorjahres erreicht haben. Mit rund 278 000 Besuchern kamen nämlich gut 10 000 weniger als 2014, die Umsätze allerdings stiegen.
Rund 28 Millionen Euro Grundumsatz verkündete Kai Richter vor den Grünkohl-Gästen und kündigte zugleich weitere Investitionen an. In den vergangenen Monaten seien bereits rund sechs Millionen Euro in das Resort geflossen, weitere acht Millionen Euro sollen in den nächsten zwei Jahren folgen.

Ganz wichtig ist den Einrichtungen des Resorts nach Auskunft von Geschäftsführer Björn Volz, dass die Mitarbeiter gut qualifiziert sind und sich auch wohl fühlen. Handys mit Flatrate, die zur Verfügung gestellt werden, gehören genauso dazu wie Benzingutscheine sowie individuelle Weiterbildungen, die sich die Beschäftigten sogar wünschen dürfen. Wie der Lehrling, der unbedingt nach London wollte, um zum einen Englisch und zum anderne Kniffe an der Bar zu lernen. Das Resort erfüllte ihm dieses Wunsch.

Ein anderer Wunsch von vielen Gästen, aber auch Einheimischen könnte bald ebenfalls in Erfüllung gehen: Die eingesammelten Spenden darf die Gemeinde nutzen, um ihren Eigenanteil für die Sanierung der mehr als maroden Straße von Laschendorf nach Untergöhren aufzubringen. 5100 Euro kamen beim Grünkohlessen zusammen, und so steigt die Chance, dass die Lochpiste bald der Vergangenheit angehört.

Ob ein anderer, eigentlich leicht zu erfüllender Wunsch von Kai Richter ebenfalls irgendwann wahr wird, darf allerdings bezweifelt werden: „Ich kenne kein anderes Land, in dem die Gäste zur Begrüßung so häufig am Straßenrand fotografiert werden wie hier. Blitzer sollen an Unfallschwerpunkten stehen, aber nicht, um Urlauber zu begrüßen“, so der Gesellschafter, der für diese Aussage wohl den kräftigsten Applaus des Tages kassierte.

Ach ja, auch ein neuer Grünkohlkönig wurde gekürt: Dr. Rainer Schwarz, Geschäftsführer des Flughafens Laage.

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