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Leben im Container: Einstiges Warener Vorzeige-Unternehmen lässt Arbeiter in primitiven Unterkünften hausen

5. August 2017

FORUS Waren ist eine Wirtschaftsgeschichte, wie sie bitterer nicht sein kann. Doch was sich jetzt auf dem Gelände des Unternehmens im Gewerbegebiet Waren Ost abspielt, ist einfach würdelos. In Containern, die aussehen wie Abstellkammern für Gartengeräte, hausen nach Recherchen von „Wir sind Müritzer“ polnische Arbeiter, die hier in Waren die Bedienung der FORUS-Maschinen lernen sollen.

Wir erinnern: Das Warener Unternehmen, das mehr als 25 Jahren Anlagen zur Zerkleinerung von Holz, Abfall und Gewerbemüll in Waren hergestellt und weltweit vertrieben hat, ist vor einigen Jahren ins Schlingern geraten und wurde 2011 von einer Unternehmerin neu gegründet und gerettet. Anfang 2016 übernahm dann die Eggersmann-Gruppe die Firma.

Und die kündigte vor gut einem Jahr vollmundig und mit Extra-Pressekonferenz sowie Landrat im Schlepptau Investitionen in Höhe von mehr als sieben Millionen Euro sowie viele, viele neue Jobs an. Doch nicht einmal ein Jahr später dann der Schock: Eggersmann verkündete das Aus der Produktion in Waren und die Verlegung nach Polen. Mit fadenscheinigen Gründe, wie viele Experten inzwischen bestätigt haben. Keine Investitionen, keine neuen Jobs. Im Gegenteil.

Mehr als 25 Mitarbeiter erhielten die Kündigung. Ein paar blieben. Aber wohl nur, um den polnischen Arbeitern zu zeigen, wie man die Maschinen bedient.

Doch die Bedingungen, unter denen die polnischen Arbeitnehmer hier in Waren leben, sind alles andere als gemütlich. Zunächst ließen die Firmeneigentümer drei Container aufstellen, später kamen drei weitere hinzu. Inzwischen leben in den primitiven Behausungen direkt an der Werkshalle, die Abstellkammern gleichen, nach Informationen von „Wir sind Müritzer“ mindestens sechs Polen, am kommenden Montag werden fünf weitere erwartet.

Sanitäre Einrichtungen oder eine Küche gibt es nicht. Um auf die Toilette zu gehen oder sich waschen zu können, müssen die Polen durch die Werkshalle in die Sanitäreinrichtungen des Betriebes.

Geplant ist nach WsM-Recherchen der Einsatz der Polen für etwa ein halbes Jahr. Sie bleiben also auch in der kälteren Jahreszeit in den Containern. Und dann?

So wie es aussieht ist das Unternehmen FORUS nach der „Ausbildung“ der Polen  ganz Geschichte in Waren. Eine Geschichte ohne Happy Ende, sondern mit unwürdigem Ausgang.

Foto unten: In diesen Containern hausen die polnischen Arbeiter auf dem Gelände des Unternehmens FORUS.


11 Antworten zu “Leben im Container: Einstiges Warener Vorzeige-Unternehmen lässt Arbeiter in primitiven Unterkünften hausen”

  1. Maltzahn sagt:

    Es gibt immer Einen, der die Idee hat und umsetzt, und dann gibt es Kontrollorgane.
    Wo ist die BG, der Zoll etc.. Kleine Handwerksbetriebe werden kontrolliert bis ins kleinste Detail. Warum wird der Landrat nicht jetzt nochmals zur Pressekonferenz geladen?? Wäre ein gutes Bild vor den Wahlen.

    • oscar sagt:

      Völlig richtige Darstellung! Wie so oft, werden angeblich große Investoren aus den westlichen Bundesländern von unseren Politikern gern hofiert und wohlwollend als die großen Wirtschaftwunder präsentiert.
      Die vielen kleinen und fleißigen Handwerksfirmen in unserem Kreis werden lieber drangsaliert, viel kontrolliert und mit
      Bürokratie überschüttet.
      Ist doch einfacher, denn bei denen ist einer zu Greifen, denn die wohnen alle hier, zahlen brav ihre Steuern und Abgaben und werden nur interessant, wenn mal wieder Wahlen anstehen.
      Hoffentlich wird diesem unmenschlichen Treiben bei FORUS schnell ein Ende gesetzt!

  2. Dietrich sagt:

    Das ist kriminell, sowohl vom Unternehmer als auch von den Behörden, aber „… die Großen lässt man laufen…“

  3. Jürgen sagt:

    Das ist erst der Anfang in diesem korrupten Staat,das ist so gewollt und der einfache deutsche Michel schaut deppert zu,weil wir sind alles nur Nummern und die werden ausgetauscht.Kleiner Hinweis macht alle euer Kreuzchen bei der Wahl für Merkel dann wird es uns bald noch besser gehen💥💥💥.Diese sogenannten Politiker haben gar kein Interesse am einfachen Arbeiter,Hauptsache im Ausland die deutschen Steuergelder verschenken.mfg

  4. Ballou sagt:

    Jürgen, Du sprichst mir aus der Seele.

  5. Sonja sagt:

    Das zeigt mal wieder wie unser gerechter demokratischer Apparat arbeitet. Warum wird nicht sofort nach bekannt werden der Tatsachen eingeschritten und dem ein Riegel vorgeschoben?

  6. R.--M. K. sagt:

    Das ist moderne Sklaverei . Und unsere Politiker schauen zu oder stecken mit unter der Decke.

  7. Karin sagt:

    Die Behörden sollten die Arbeiter nehmen und beim Firmen chef einquartieren ,soviel Platz wird er ganz sicher haben, Wetten? Schließlich ist er für eine vernünftige Unterkunft auch zuständig.

  8. Simo sagt:

    Es ist eine Schande und unsagbar traurig wie unsere polnischen Mitbürger/Nachbarn von dieser Firma behandelt werden. Welchen Eindruck werden diese Menschen von uns haben und mit nach Hause nehmen??

    Nicht nur, dass „unsere“ Leute ihre Arbeit verlieren, nein, die neuen Arbeiter werden so behandelt, dass man uns überall in der Welt „lieb hat“ !

    Angeblich soll ja der sog. Arbeitnehmer für eine Firma das höchste Gut sein. Nun sehen wir, was manche, die sich gönnerisch Arbeitgeber nennen für menschenunwürdige Verhältnisse erschaffen!

  9. Karin sagt:

    Das Fernsehen und verschiedene große Zeitungen werde ich informieren. Ich hab gedacht das diese Zeiten wo mit Polen so umgegangen wird 1945 vorbei waren.

  10. w sagt:

    Wirklich schlimm. Wenn schon die Arbeitsplätze wegverlegt werden, dann bitte mit Anstand. Man kann doch Polen keine langen Wege zum Wasserhahn zumuten. Das ist noch nicht die Spizte des Eisbergs. In Kamerun und Ecktannen hausen ein Haufen Sachsen und andere Fremdlinge teils in überhitzten Transportern mit Kastenaufbau mit solchen Aufschriften wie Hymer und Westphalia. Andere sogar in Zelten und unter Planen. Pfui.

    https://mueritzwaran.jimdo.com/

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