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Achtung „Dachhaie“ – Lassen Sie sich nicht aufs Dach steigen

16. Mai 2017

In der Gemeinde Siedenbrünzow im Norden des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte ist gestern ein 55-Jähriger von sogenannten „Dachhaien“ betrogen worden. Die Betrüger nutzten dazu die bekannte Masche, vor der bereits häufig eindringlich gewarnt wurde, die aber offenbar immer noch Erfolg hat.

Gestern Nachmittag klingelten vier Männer an der Tür des Mannes. Sie schienen ihm osteuropäischer Herkunft zu sein und fuhren mit einem weißen Kleintransporter vor. Einer der Männer sprach
fließend Deutsch und sagte, dass sie Dachdecker seien und von einem soeben in seinem Dorf fertig gestellten Wohnhaus noch Material übrig hätten und somit noch bei ihm arbeiten könnten.

Mündlich wurde eine neue Bedachung des Schuppens und eines Bungalows mittels Blechplatten zu einem Festpreis von 700 Euro vereinbart. Im Laufe des Nachmittages erschien ein blauer Kleintransporter mit vier weiteren Männern, die dem Geschädigten ebenfalls osteuropäischer Herkunft zu sein schienen, und unterstützten die Dacharbeiten. Gegen 17 Uhr fuhr der 55-Jährige mit einem der Arbeiter zu seiner Bank, um das Geld abzuheben.

Bei Eintreffen am Geldinstitut gab der Arbeiter an, dass sich der Preis jetzt auf über 20.000 Euro erhöht habe. Der Geschädigte hob beinahe die gesamte Summe ab – er hatte nicht mehr zur Verfügung – und übergab sie dem Arbeiter. Sie vereinbarten, die restliche Summe bei Abholung der alten Bedachung zu begleichen. Als sie von der Geldabholung zurückkehrten, hatten die anderen Männer ihre Arbeiten beendet. Alle acht Personen verließen das Grundstück mit ihren Fahrzeugen.

Die alte Bedachung und Restmaterial lagen verteilt auf dem Hof des Geschädigten. Er erhielt weder den Namen der angeblichen Firma, noch eine Rechnung. Auch wenn die eingesetzten Polizeibeamten keine konkreten Angaben zur Qualität der Arbeiten machen können, erweckten diese doch einen sehr laienhaften Eindruck und sind zudem völlig überteuert. Die Fahrzeuge und die Personen konnte der Geschädigte nicht genauer beschreiben.

Es besteht der Verdacht, dass der Anzeigende einem Betrug von sogenannten „Dachhaien“ zum Opfer gefallen ist. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. Gleichzeitig möchten sie noch ein paar Hinweise geben, damit keine weiteren Personen auf diesen Betrug herein fallen:

  • Seien sie immer skeptisch, wenn Handwerker unangekündigt vor Ihrer Haustür stehen
  • Seriöse Handwerker kommen nicht unangekündigt zu Ihnen
  • Lassen Sie sich nicht von angeblichen Sonderangeboten überrumpeln oder unter Druck setzen
  • Unterschreiben Sie keine Verträge an der Haustür
  • Informieren Sie sich bei der Handwerkskammer oder Innung über seriöse Betriebe
  • Zahlen Sie nicht im Voraus
  • Lassen Sie die Handwerker auf keinen Fall sofort mit den Arbeiten beginnen
  • Holen Sie sich bei größeren notwendigen Arbeiten immer mehrere Angebote ein

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