Ärzte lassen tief blicken…

16. Januar 2014

Enno3Mit einer überaus erfolgreichen Live-OP-Veranstaltung ist das Müritz-Klinikum in das 100. Jubiläums-Jahr gestartet. Gestern Abend haben die Urologen unter der Leitung von Chefarzt Dr. Andreas Baars  verschiedene OP-Methoden präsentiert, die neu und für die Patienten ein unwahrscheinlicher Gewinn sind.

Doch nicht nur Fachleute lauschten den Experten, auch viele Laien kamen , um sich anzuschauen, wie eine Frau mit einer neuen OP-Methode von ihrer Inkontinenz befreit wird und zwei Männer verschieden große Nierensteine durch minimalinvasive Operationen losgeworden sind und wohl schon Tage später wieder ihren Job erledigen können.

Ganz ehrlich: Wir sind schon mit einem etwas mulmigen Gefühl in die Live-Operationen gegangen, kamen aber erleichtert und mit viel Farbe im Gesicht wieder heraus. Ja, sogar die Krankenhaus-Angst, die wohl jeder Mensch verspürt, ist durch diese Veranstaltung um ein Vielfaches weniger geworden. Denn eines hat das Event „Live dabei im Müritz-Klinikum“ eindeutig gezeigt: Ärzte sind auch nur Menschen und versuchen, ihren Patienten nach bestem Wissen und Gewissen zu helfen und stehen nicht, wie häufig befürchtet, Stufen über ihnen.

Den Anfang machte Enno6gestern Abend Dr. Markus Rodat, ein noch ziemlich junger Facharzt, der nach eigener Aussage doch etwas aufgeregt war, was ihm die Zuschauer aber nicht angemerkt haben. Im Gegenteil. Der Urologe verstand es mit seinen lockeren, aber dennoch ernsten Kommentaren, die Zuschauer von der ersten Minute an in seinen Bann zu ziehen und machte auch keinen Hehl daraus, wenn’s mal nicht so flutschte. So gehörten Bemerkungen wie „Schlechte Sicht.“, Oh, wo ist er jetzt.“ und „Das macht mir Spaß“ einfach dazu. Letztendlich schaffte er das, was er schaffen wollte, den Patienten mit einer schonenden Methode von sämtlichen Steinen zu befreien. Dem Laser sei Dank.

Im Saal saßen übrigens nicht nur Fachleute, sondern auch mindestens genauso viel Laien. Und es ist schon eine Kunst, eine Veranstaltung zu organisieren, bei der sich die Fachleute nicht langweilen und die Laien halbwegs alles verstehen. Die Urologen des Müritz-Klinikums beherrschen diese Kunst offenbar perfekt. Denn „Wir sind Müritzer“ sind Laien und glauben, zumindest das Wesentliche verinnerlicht zu haben. Und wir haben Fachärzte gefragt, die uns bestätigten, dass sie dazugelernt haben.

Enno5Insofern verbrachten Dr. Andreas Baars und sein Team fast ein kleines Wunder: Sie mischten Zuschauer mit zum Teil hochkarätigen Medizinern und absoluten Laien, wirbelten es durch und erhielten ein Publikum, das mehr als einmal mit energischem Applaus zeigte, wie begeistert es war. Dazu beigetragen haben auch solche Koryphäen wie Dr. Alfons Grunnemann, der aus Dettmold kommt und zu den Experten des weiblichen  Beckenboden zählt. Auch dieser anerkannte Fachmann verstand es, sowohl das Fach- als auch das Laienpublikum in seinen Bann zu ziehen, wenngleich sein Thema „Inkontinenz“ zu jenen gehörte, das man eher nicht so gerne anspricht.

Zu den absoluten Laien zählten Manfred und Magdalena Duckhorn aus Waren. Das Pärchen ist von Eisenach an die Müritz gezogen, um den Kindern näher zu sein und lebt sehr gesundheitsbewusst. Die Veranstaltung im Müritz-Klinium haben beide als absolute Bereicherung empfunden. „Wir hatten ja auch Bedenken, sind aber positiv überrascht und würden immer wieder kommen“, so die Senioren gegenüber WsM.

Im Müritz-Klinikum wird es in den kommenden Wochen und Monaten zahlreiche Veranstaltungen geben. Auch, weil das Krankenhaus am Standort auf dem Weinberg sein 100. Jubiläum feiert. Bei „Wir sind Müritzer“ erfahren die Leser natürlich, was gerade ansteht.

Einen Bericht zur Live-OP gibt’s heute oder morgen Abend auch im NDR-Nordmagazin ab 19.30 Uhr.

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10 Antworten zu “Ärzte lassen tief blicken…”

  1. Heinz-Peter Schifflers sagt:

    Super-Artikel zur LIVE-OP der urologischen Abteilung des MediClin Müritz-Klinikum. Laien und Fachärzte erlebten gleichermaßen begeistert, kompetente Referenten und beeindruckende Bilder der operativen- bzw. minimalinvasiven Eingriffe nach neuestem Erkenntnisstand und auf hohem Niveau. Kompliment und Anerkennung für den Gastreferenten, dem ärztlichen Team der urologischen Klinik und natürlich auch den Mitarbeiter(innen) von der Chefsekretärin und den Schwestern bis hin zu den für das leibliche Wohl der Gäste sorgenden Servicekräften.
    Erkenntnisreiche Top-Veranstaltung! Dank und Anerkennung an die kompetenten Akteure.
    Ihr Heinz-Peter Schifflers

    • Ellen Weigel-Willweber sagt:

      Kompliment, Herr Schifflers!!!

      • Heinz-Peter Schifflers sagt:

        Danke. Kommt Ihr Kommentar aus Aachen bzw. Köln?

        • Ellen Weigel-Willweber sagt:

          Ja, aus Köln. Aachen kenne ich auch gut und ich habe ebenfalls aus beruflichen Gründen eine Verbindung zu Krankenhäusern. Bin immer interessiert an innovativen Ideen, die tatsächlich dem Patienten dienen und nicht nur der Wirtschaftlichkeit gerecht werden.

          • Heinz-Peter Schifflers sagt:

            Danke für die Antwort aus Köln nach Waren. Die Lesergemeinde von „Wir sind Müritzer“ vergrößert sich offensichtlich. Spannend und gut so! In alter Verbundenheit
            H.P.S.

          • Heinz-Peter Schifflers sagt:

            Danke nach Köln. Als Warener habe ich mich über Ihr Interesse an „Wir sind Müritzer“ sehr gefreut. HPS, ein alter Bekannter!

          • Heinz-Peter Schifflers sagt:

            Okay, danke

          • Ellen Weigel-Willweber sagt:

            Mein Problem ist sicher nicht unbedingt ein Thema für „wir sind Müritzer“, ich denke aber, es betrifft uns zunehmend alle und ich wende mich an Sie, weil ich Sie für einen kompetenten, erfahrenen und politisch interessierten Ansprechpartner halte. U.U. können Sie mir auch eine nicht öffentliche Rückmeldung geben?
            Was passiert in unserem Gesundheitswesen? Da wird eine 65-jährige Patientin einem kleinen Krankenhaus zugewiesen, zudem noch einer Abteilung, die mit der Schwere der Erkrankung der Patientin medizinisch überfordert ist. Alle Versuche, die Patienin in ein Kompetenzzentrum (Viszeralchirurgie/Urologie/Gynäkologie) zu verlegen,sind erfolglos geblieben. Die von uns involvierte Kankenkasse der Patienin hat jegliche Kostenübernahme, einschließlich Verlegungstransportkosten, egal wie weit, garantiert. Die Patienin ist keimbelastet und liegt mit einer Sepsis auf der Intensivstation, es ist eine dringende chirurgische Intervention erforderlich. Es wurde Kontakt zur Feuerwehr aufgenommen, um Intensivbettkapazitäten der Häuser abzufragen, auf Nachfrage dort, gab es angeblich keine Kapazität oder Auflagen des Gesundheitsamtes, keine Isolierpatienten auf die Intensivstation zu übernehmen. Trotz intensivsten Bemühungen und teilweiser Aufnahmepflicht der angesprochenen Krankenhäuser (Uni-Kliniken Köln/Düsseldorf/Aachen und größen städt. Kliniken/Helios usw.), konnte eine Übernahme nicht erwirkt werden.
            Das ist unglaublich und ich würde Angehörigen raten, die Presse einzuschalten. Das ist ein politisches Desaster: PATIENT IST ZU KOSTENINTENSIV UND UNWIRTSCHAFTLICH!!!!!!!!!! Ich bin entsetzt.
            Sehen Sie ein Licht, bevor unser letztes Telefonat mit einem Bestattungsunternehmen erfolgt??

          • Heinz-Peter Schifflers sagt:

            Auf dieser Plattform kann Meinungsaustausch leider nicht fortgesetzt werden. Wenn Beratung dennoch erwünscht, dann bitte Angabe von Anschrift, E-Mail oder Telefon.

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