Autohaus-Besitzer sorgen sich um die Zulassungsstelle

29. August 2013

Von Antje Rußbüldt-Gest

Müritz-Region. Die Wogen schlagen hoch an der Müritz. Auslöser des „Sturms“ ist die einwöchige Schließung der Zulassungsstelle. Die wurde nötig, weil schlicht und einfach zu wenig Personal da ist. Zwar soll sich daran in einigen Wochen etwas ändern, doch ob Waren die Zulassungsstelle behält, steht derzeit in den Sternen.

„Die jetzige Schließung zeigt, welche katastrophalen Auswirkungen das auf unsere Region hat. Für den Privatkunden genauso wie für die Autohäuser“, sagt Andreas Krause vom Schilderdienst K&K, der heute Vormittag zusammen mit Vertretern etlicher Autohäuser der Region vor dem Landratsamt gegen eine mögliche Schließung protestierte.  Und dass die Sorge um die Zukunft der Warener Zulassungsstelle durchaus berechtigt ist, streitet Peter Handsche, Sachgebietsleiter Verkehr, gar nicht ab. Seinen Aussagen zufolge werde gerade ein Konzept für die insgesamt vier Zulassungsstellen des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte erarbeitet. Dieses Konzept müssen dann die Kreistagsmitglieder diskutieren und beschließen. Wie Handsche verriet, stehen in dem Papier mehrere Optionen, wie es weitergehen kann. Darunter auch die Möglichkeit, dass es künftig nur noch eine Zulassungsstelle für den gesamten Kreis, und zwar in Neubrandenburg geben wird.

„Das bedeutet für die Einwohner unserer Region weite Wege und erhebliche Mehrkosten“, sagte Autohaus-Besitzer Walter Bleimann. Der Landkreis spare, drücke diese Kosten aber den Bürgern auf. „Ich arbeite jetzt seit 21 Jahren hier, so etwas hat es noch nie gegeben. Wozu muss man ein Konzept für eine Zulassungsstelle machen, die bis zur Kreisgebietsreform immer gut funktioniert hat und auch weiterhin gut funktionieren würde“, fragte Walter Bleimann. Und Autohaus-Besitzer Michael Multhaup betonte: „Wie der Kreis mit seinen Mitarbeiterinnen umgeht, ist wirklich schlimm. Die Frauen sind seit langem total überbelastet und müssen das ausbaden, was die Politiker mit der Kreisgebietsreform angerichtet haben.“

Was für Wege auf die Müritzer zukommen, wenn es demnächst nur noch eine Zulassungsstelle in Neubrandenburg geben wird, zeigt das Beispiel von Frank Tiedemann. Der Gebrauchtwagenhändler aus Rechlin müsste dann für Zulassungen 80 Kilometer hin und 80 Kilometer zurückfahren. Und das kostet: jede Menge Zeit und viel Geld.

„Überall wird davon gesprochen, dass man versuchen soll, weniger durch die Gegend zu fahren und hier will man Leute zusätzlich ins Auto zwingen“, gibt Walter Bleimann zu bedenken.

Kritik hagelte es auch, was die einwöchige Schließung der Zulassungsstelle angeht. Vor allem die Art und Weise stößt vielen sauer auf. „Die Informationspolitik des Kreises war nicht optimal. Nur die wenigsten haben mitbekommen, dass hier zu ist und stehen vor verschlossenen Türen“, berichtete Autohaus-Inhaber Horst Kaschmieder. Dass er damit Recht hat, zeigte sich schon eine Minute später, als Wolf Heinsberg aus Kaeselin mit Kennzeichen in der Hand in Richtung Zulassungsstelle stiefelte. Der Betreiber einer Kfz-Werkstatt hat erst vor der Tür des Landratsamtes mitbekommen, dass er 80 Kilometer umsonst gefahren ist.


Eine Antwort zu “Autohaus-Besitzer sorgen sich um die Zulassungsstelle”

  1. Peter sagt:

    Mit dem neuen e-Government-Gesetz, dass im Juni 2013 beschlossen wurde, soll die elektronische Verwaltung mit Beginn 1.8.13 jetzt 24 h erreichbar sein.
    – Entlastung – Zeit für anderes – Einsparung –
    Übergangsphase bis 2020.
    Wem nützt es aber, wenn es kein oder nur eingeschränktes Internet im ländlichen Raum gibt oder der Bürger es sich nicht leisten kann?

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