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AWO-Chefin Ehlert mit sofortiger Wirkung beurlaubt

27. Juni 2017

Nachdem der Vorstand der AWO Müritz den Anstellungsvertrag der jetzigen Geschäftsführerin Simone Ehlert zum Ende dieses Jahres gekündigt hat (WsM berichtete), ist Ehlert heute mit sofortiger Wirkung beurlaubt worden. Vorausgegangen war der öffentliche Vorwurf von Simone Ehlert, der neue AWO-Vorstand wollte die AWO-Affäre vertuschen.
Ehlert war jahrelang die rechte Hand des entlassenen AWO-Chefs Peter Olijnyk, gab sich später jedoch ahnungslos, was die Vorwürfe gegen ihren Ex-Chef Oljinyk sowie den einstigen Vorstandsvorsitzenden Peter Lohmann angeht.

„Der AWO Kreisvorstand bedauert es sehr, dass die Geschäftsführerin S. Ehlert in einer solchen Art und Weise reagiert, die in keiner Weise geeignet ist, vertrauensvoll zusammenzuarbeiten, noch das Unternehmen AWO voran bringt“, heißt es in einer Pressemitteilung der Vorstandschefin Dagmar Kaselitz.

Die Vorwürfe gegen den Vorstand seien nicht hinnehmbar. Das Gegenteil sei der Fall: Der Vorstand bemühe sich seit Monaten darum, Einblick in die Geschäfte zu bekommen, die Frau Ehlert führe.
„Wir haben ein vertrauensvolles Miteinander angestrebt. Wir haben durchaus Verständnis, für das schwierige Erbe, dass sie als Geschäftsführerin der AWO Müritz übernommen hat. Wir hätten uns eine offenere Zusammenarbeit gewünscht“, so Kaselitz, die bekräftigt, dass man sehr daran interessiert sei, die Vergangenheit aufzuarbeiten.

Allerdings müsse auch das aktuelle Geschäft laufen, und bei Besuchen in verschiedenen Einrichtungen sei beim Vorstand der Eindruck entstanden, dass sie eben nicht so laufen wie sie laufen sollen.

Probleme habe man erst aus den Medien erfahren. „Immer wieder hat der Vorstand um konkrete und nachvollziehbare Informationen und Zahlen gebeten, die Aussagen zur finanziellen Lage zulassen. Selten gab es konkrete Beschlussvorlagen. Wir konnten nicht entscheiden. Die eingesetzten Beraterinnen, für deren Einsatz wir sehr dankbar sind, konnten feststellen, wo dringend Unterstützung gebraucht wird“, erklärte der Vorstand.

Eine reguläre Buchführung finde seit einiger Zeit quasi gar nicht statt, dringend nötige Entscheidungen seien nicht getroffen worden, ein Geschäftsbericht 2016 liege nicht vor. „Jetzt den Vorstand dafür verantwortlich zu machen, schlägt dem Fass den Boden aus.“

Nach inzwischen fast einem Jahr sei der Vertrauensvorschuss aufgebraucht. Die in eine gemeinsame Arbeit gesetzten Hoffnungen hätten sich nicht erfüllt.

„Wir haben uns heute entschlossen, Frau Ehlert mit sofortiger Wirkung zu beurlauben. Dazu wurden die Mitarbeiter in der Geschäftsstelle informiert“, endet Dagmar Kaselitz. Wie aus Mitarbeiterkreisen zu vernehmen war, gehen viele Beschäftigte davon aus, dass Ehlert ihren heutigen Rauswurf bewusst provoziert habe, da sie der Arbeit überhaupt nicht gewachsen sei und ihre Überforderung durch die eingestezten Beraterinnen derzeit ans Licht komme.

Die Geschäftsführerstelle wurde bereits vor kurzem ausgeschrieben.


10 Antworten zu “AWO-Chefin Ehlert mit sofortiger Wirkung beurlaubt”

  1. Ralf sagt:

    Immer raus mit der Kohle. Bezahlter Urlaub bis Jahresende, dann wirkt die einvernehmliche Kündigung und sicher ne dicke Abfindung. Dann waren die Beraterkosten auch aus dem Fenster geworfen. Kein Wunder, dass eine Lohnanpassung nicht möglich ist. Wer soll denn so einen Laden als Geschäftsführer übernehmen.

    • Eva sagt:

      Wenn sie all ihre Überstunden sich bezahlen lassen würde, bekäme sie sicherlich noch ein weiteres Jahr Gehalt. Ihre Arbeitszeit war täglich von 6.30-20.00 Uhr. Und das über mindestens 10 Jahre. Bezahlt bekam sie aber nur ihre täglichen 8 Stunden.

      • Peter-Götz-Peter-Rudi sagt:

        …. und damit bewies sie nur, dass sie unfähig war abzugeben, zu delegieren und anderen Kolleginnen zu vertrauen. Zudem war sie nicht im Stande, Systeme zu etablieren, die ihr die Arbeit erleichtert hätten. Blockade, wo immer es ging. Keine Kommunikation. Bloß nix „neues“ wagen. Und noch etwas: durch diese permanten Überstunden war sie ein schlechtes Vorbild für alle anderen Mitarbeiter, die sich teilweise mies fühlten, da sie selbst ja nicht „so fleißig“ waren wie Frau Ehlert. Also alles in allem Dinge, die sie selbst in der Hand hatte. Sie und weder Vorstand noch Geschäftsführer.
        Und, was hat es ihr genützt? Nix. Am Ende dankt es dir keiner. Toll!

  2. H sagt:

    Sehr geehrte Frau Kaselitz,

    wenn Sie jemanden zum Jahresende abservieren, ist doch wohl klar, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ausgeschlossen ist. Auf angebliche Defizite der Geschäftsführung hätten Sie als Vorstand schon viel früher reagieren müssen. Defizite können aber auch entstehen, wenn man einen Geschäftsführer alleine lässt. Probleme nur aus den Medien erfahren? Wie weit sind Sie eigentlich weg von der Basis?
    Eine reguläre Buchführung finde seit einiger Zeit quasi gar nicht statt?????
    Jeder kleine Handwerksbetrieb hätte schon 20 Steuerfahnder im Haus.
    Bereits im August 2016 beklagte Frau Ehlert, bei einem Besuch in der AWO Kita Möllenhagen, die Rolle von Rudolf Borchert. Damals mit von der Partie , die Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) und Dagmar Kaselitz (SPD).

    Die Ministerin äusserte damals , sie habe kein Verständnis, dass sich ihr sozialdemokratischer Parteifreund Borchert, seit Jahren Landtagsabgeordneter aus und für Waren, mit Beginn der Awo-Affäre noch nicht einmal in der Geschäftsstelle auf dem Mühlenberg in Waren blicken ließ. (Quelle: Nordkurier 11.08.16)

    Jetzt ist Frau Ehlert gekündigt und beurlaubt. Nur Herr Borchert sitzt immer noch an der Futterkrippe.

    Frau Kaselitz – Der Fisch fängt immer am Kopf an zu stinken!

  3. Napoleon sagt:

    Genossin Kaselitz, wie naiv ist ihr Vorstand, wenn man eine Geschäftsführerin zum Monatsende beurlaubt, wo Lohnzahlungen und enorm wichtige Geschäftsvorfälle zu erledigen sind. Sie reiten die AWO Müritz so richtig in die Grütze bzw. in die Insolvenz. Ahnung von Buchhaltung hat ihr Vorstand scheinbar nicht. Gratulation Parteiauftrag erfüllt!!!!!

  4. Lilo sagt:

    Na endlich! Eine wirklich längst überfällige Beurlaubung!!

  5. Maik Waren sagt:

    Es ist erschreckend wenn man sieht, ,wie sich Frau Ehlert versucht als Unschuldslamm hinzustellen. Sie hat jahrelang die Spielchen von Oljinyk und Lohmann mitgemacht, mit ihnen gemeinsam gefetet und auch ein dickes Gehalt bezogen. Seit sie Geschäftsführerin ist, hat sich überhaupt nichts geändert. Sie hat sich verkrochen und die AWO noch mehr in die Sch… gefahren. Hoffentlich kommt jetzt endlich jemand von außen und räumt den Laden richtig aus. Der neue Vorstand sollte sich von ihren Spielchen nicht ablenken lassen.

  6. H sagt:

    Bei der derzeitigen Disskussion um Frau Ehlert (dessen Leistung ich nicht beurteilen kann und deshalb nicht bewerten will)
    sehe ich folgendes Problem:

    Die Namen Peter Olijnyk, Götz-Peter Lohmann sowie Rudolf Borchert, geraten immer mehr ins Hintertreffen. Der AWO-Skandal ist aber hauptsächlich mit diesen drei Personen in Verbindung zu bringen. Hier soll warscheinlich bewusst abgelenkt werden.

    Denn Borchert klang am 19.08.2016 in einer Pressemitteilung des AWO Landesvorstandes noch so:

    „Simone Ehlert hat das Vertrauen von Mitarbeitern und Belegschaft. Sie hat in den Gesprächen mit dem Bundes- und dem Landesverband in dieser Woche überzeugt. Sie hat die Persönlichkeit und die Kompetenzen, der Zeit der Patriarchen dort wirklich ein Ende zu machen.“

  7. Mario sagt:

    Sa stehen oder sitzen wir nun und haben zwei Aussagen: das Interview im NK und die Pressemitteilung des AWo-Vorstandes.
    Rein nüchtern betrachtet ist dieses Interview nichts anderes als ein enormer Vetrauensbruch, welches mit etwas Pech auch zur fristlosen Kündigung führen kann. Was den Inhalt beider Aussagen betrifft – normalerweise liegt die Wahrheit immer irgendwo dazwischen. In diesem Fall allerdings tendiere ich doch sehr stark dazu, eher dem Vorstand zu glauben. Ich finde es schon komisch, dass Frau Ehlert sich jetzt äußert, gerade wo die beiden Prüfer(innen) im Haus sind oder waren. Da scheint doch einiges im argen zu liegen.
    Vielleicht täte der Vorstand gut daran, bei der Wahl einer neuen Geschäftsführung auf jemanden von außerhalb zu setzen.

  8. Karin sagt:

    Das ist in diesem Fall richtig. Aber das der Vorstand behindert wurde liegt auch daran das die Bereichsleiter viele Sachverhalte garnicht an Frau Ehlert weitergegeben haben und freiweg Ihr eigenes Süppchen gekocht haben , was auch immernoch der Fall ist . Eine Unterhaltung mit Verdi wäre für viele sehr Aufschlussreich .

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