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Baby getötet: Frau aus Deven muss für drei Jahre ins Gefängnis

7. Juli 2017

Die 32-jährige Frau aus Deven, die ihr Baby getötet hat, ist vor dem Landgericht Neubrandenburg gestern zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Sie muss wegen Totschlags im minderschweren Fall in Haft. Die Frau, so der zuständige Richter Carl-Christian Deutsch, sei aber voll schuldfähig gewesen. Die Verhandlungen fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Die 32-Jährige hatte bereits am ersten Prozesstag gestanden. Sie soll ihr Kind damals in ihrer Wohnung in Deven lebend zur Welt gebracht haben. Sie habe die Nabelschnur durchtrennt, aber da schon vorgehabt, das Mädchen zu töten, so der Staatsanwalt.

Der Richter sprach von „mangelnder Moral“. Sie habe gewusst, dass sie schwanger sei, habe dies aber ignoriert. Am Tag der Geburt habe sie das Baby schließlich getötet. Mit voller Absicht.

Laut Gutachten brachte sie ihr Baby am 12. Dezember 2016 lebend zur Welt, durchtrennte die Nabelschnur und würgte das Neugeborene dann. Anschließend habe sie dem Kind ein Handtuch auf den Mund gelegt und es stark auf den Körper gedrückt. Das Baby, so das Gutachten, sei an inneren Blutungen gestorben.

Die Leiche wurde vier Tage später nach Hinweisen im Schrank der Frau gefunden. Seither sitzt sie in Untersuchungshaft.

Dennoch sah das Gericht einen Fall von minderschwerem Totschlag und blieb deshalb deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die auf sieben Jahre Haft plädierte. Strafmildernd wurde unter anderem gewertet, dass die junge Frau ein umfassendes Geständnis ablegte, auch ihr Drogenkonsum und eine leichte Intelligenzminderung fanden Berücksichtigung.

Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.


5 Antworten zu “Baby getötet: Frau aus Deven muss für drei Jahre ins Gefängnis”

  1. Mario sagt:

    Da platzt mir die Halsschlagader wenn ich dies lese. Hier noch von einem minderschweren Fall auszugehen…. Wenn schon kein Mordmotiv nachgewiesen kann, dann ist es Totschlag ohne milderne Umstände. Wer mit Vorsatz sein Baby tötet – ich spare mir den Rest an Schimpfwörtern. Denn ich hatte eine behütete Kindheit und bin um so dankbarer dafür wenn ich von solchen Taten höre.

  2. Karin sagt:

    Wie aus dem Artikel hervorgeht ,hatte sie vor ihr Kind zu töten schon vor der Geburt. Wenn ich die tötung plane ist es Mord ohne wenn und aber.
    Was ist das nur für ein Staat wo Menschen so wenig wert sind. Ich setze das immer in Relation zu anderen Straftaten zum Beispiel Steuerhinterziehung oder ähnliches .

  3. TB sagt:

    ….ist „mit voller Absicht getötet“ nicht gleich Mord?…..3 Jahre empfinde ich als viel zu wenig

  4. Andre sagt:

    Wenn eine Mutter ihr eigenes Kind tötet muss sie krank sein.
    Deshalb finde ich die Strafe angemessen.
    Sie muss den Rest ihres Lebens mit der Erinnerung leben, ihr eigenes Kind getötet zuhaben.
    Diese Strafe wiegt schwerer als 3 Jahre Haft.

  5. Bad sagt:

    Sehr weise Worte ein Lob an Andre!

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