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Baby wurde erdrückt – Prozess gegen Mutter nicht öffentlich

16. Juni 2017

Warum musste Mia sterben ? Diese Frage haben sich heute viele Besucher des Landgerichtes in Neubrandenburg gestellt. Auf die Antwort müssen sie und auch alle Anderen noch voraussichtlich drei Wochen warten. Die Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Carl Christian Deutsch hat die Öffentlichkeit am Freitag von dem Prozess gegen die 32 Jahre alte Mutter ausgeschlossen. Als Grund nannte der Richter schutzwürdige Interessen und zum Teil intime Details aus dem Leben der Angeklagten. Ihre Verteidigerin – Katja Schade aus Waren – hatte zuvor den Antrag gestellt. Sie stellte dabei in den Raum, dass ihre Mandantin bereits psychische Vorerkrankungen hatte. Es sei auch möglich, dass sie bei einer Verurteilung in eine forensische Psychiatrie eingewiesen –- also ein psychiatrisches Gefängnis – stellte Schade in den Raum.

Damit konnten Besucher am Freitag nur verfolgen, wie mehrere Kameras auf die junge Frau auf der Anklagebank warteten und vom Richter aber schnell wieder hinausgebeten wurden, bevor sie noch richtig den Saal betreten hatte. Die schlanke, dunkelhaarige Angeklagte blickte unsicher und etwas starr, während der Staaatsanwalt die Anklage verlas.

Diese hatte es aber in sich: So soll die 32-Jährige ihr Kind damals in ihrer Wohnung in Deven lebend zur Welt gebracht haben. Sie habe die Nabelschnur durchtrennt, aber da schon vorgehabt, das Mädchen zu töten, so der Staatsanwalt. So sei das Baby erst gewürgt worden, dann habe sie dem Kind ein Handtuch auf dem Mund gelegt und noch mindestens zweimal auf die Brust gedrückt. An den Verletzungen dadurch – genannt wurden ein Leberriss und innere Blutungen, wie Gutachter ermittelten – sei das Kind gestorben. Die Leiche wurde vier Tage später im Schrank der Frau gefunden. Seither sitzt sie in Untersuchungshaft.

Wie bei der Polizei legte die zuletzt beschäftigungslose Frau auch vor Gericht ein Geständnis ab. Über den Inhalt wurde vorerst nichts bekannt. Am Freitag wurde dann noch der Freund der Angeklagten als Zeuge vernommen. Später sollten die Kriminalpolizisten aus dem Fall als Zeugen auftreten.

Für den nächsten Prozesstag waren die Gutachten des Gerichtsmediziners und des Psychiaters geplant. Die Kammer rechnet mit einem Urteil am 27. Juni oder am 3. Juli. Das soll dann wieder öffentlich verkündet werden. Darin werde das Gericht auch auf das Motiv der Frau eingehen, erklärte eine Sprecherin des Gerichtes.


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