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Besteck-Knobeleien bei knurrendem Magen

29. Oktober 2014

Kn7Das schon mal vorne weg: Die Kids der Müritz-Region brauchen sich nicht zu verstecken. Sie wissen, wie man sich benimmt, und das nicht erst seit dem heutigen Knigge-Kurs.
Dennoch hat der besondere Unterricht, den heute rund 500 Mädchen und Jungen in 24 Restaurants erlebten, wahrlich nicht geschadet. Im Gegenteil: Die Schüler der vierten Klassen vertieften ihr Wissen, lernten aber in vielen Bereichen auch jede Menge Neues. Und sogar für die Erwachsenen, die sie begleiteten, gab’s die eine oder andere überraschende Erkenntnis.

Restaurant-Tisch statt Schulbank: Die elf Mädchen und Jungen der Peene-Schule Groß Gievitz blicken gespannt auf Carsten Leddermann. Er ist Inhaber des gleichnamigen Restaurants in der Specker Straße in Waren und begleitet die Kids gemeinsam mit Lehrerin Ivonne Sandmann. Los ging’s mit ganz alltäglichen Situationen, denn schon bei der Begrüßung kann man einiges verkehrt machen und sei es nur der zu lasche Händedruck oder undeutliches Sprechen. Etwas intensiver mussten die Viertklässler beim Thema Respekt überlegen, doch schließlich fielen den Peene-Schülern auch dazu jede Menge Beispiele ein.

Kn1Genug der Theorie. In drei Gruppen bereiteten die Mädchen und Jungen sich langsam aber sicher auf das gemeinsame Mittagessen vor. Während eine Gruppe gemeinsam mit Carsten Leddermann die Küche inspizierte, sammelte die andere im angrenzenden Wald Deko-Material, die dritte Gruppe kümmerte sich um kunstvoll gefaltete Servietten.

Nicht unbedingt Jungs-Sache

Josi aus Kargow scheint nicht das erste Mal zu falten und ist mit voller Begeisterung bei der Sache. Jakob findet das Ganze auch nicht schlecht, tut sich aber etwas schwerer. Ein richtiger Junge eben. Das macht auch Fiete deutlich, der keinen Hehl daraus macht, dass er lieber auf dem Fußballplatz des SV Waren 09 steht. Doch unter Anleitung von Kellnerin Christin Ondrusch entstehen schließlich aus allen Servietten kleine Kunstwerke.

Kn4In der Küche erklärt der Chef des Hauses nicht nur, wie wichtig Hygiene ist und dass ohne Ordnung nichts funktioniert. Die Schüler sollen zudem Kräuter erkennen, was bei den meisten Sorten richtig gut klappt. Während Salbei, Rosmarin und Pfefferminze keine Probleme machen, scheinen Lorbeerblätter und Estragon in den Küchen der Familie nicht ganz so gebräuchlich. Was aber alle sofort erkennen: Das selbst gemachte Eis des Hauses, das sie natürlich kosten dürfen.

So langsam, aber sicher wird’s ohnehin Zeit fürs Essen, den Kids knurrt der Magen. Zuvor müssen sie allerdings den Tisch decken – inklusive Deko und der richtigen Besteck-Anordnung. Doch was braucht man alles, wenn erst Salat, anschließend Nudeln mit Tomatensoße und als Nachtisch Schokoladenmouse serviert werden? Da kommt selbst Lehrerin Ivonne Sandmann ins Grübeln und legt prompt nicht alles korrekt auf das Platzdeckchen. Denn wer weiß schon auf Anhieb, dass die Gabel für die Vorspeise etwas höher neben die für den Hauptgang platziert werden muss?

Lieber nicht nach der Kellnerin pfeifen

Kn9Als auch diese Hürde erfolgreich gemeistert ist, kommt endlich das Essen. Zuerst der Salat, den einige doch äußerst kritisch beäugen. Die meisten essen ihn aber und lernen anschließend, wie man sein Besteck hinlegt, damit die Kellnerin sieht, dass man fertig ist. Das ist besonders für den Teller von Benedikt wichtig, denn Tomate, Rucola und Co. waren so gar nicht sein Ding. Er freut sich auf die Nudeln und beherrscht auch das Bestellen von Getränken perfekt. Schnipsen mit den Fingern, laute Hallo-Rufe oder gar pfeifen kommen nämlich gar nicht gut an.

Kn6Und auch bei diesem Knigge-Kurs hat sich gezeigt: Nudeln mit Tomatensoße gehen immer! Die Schüsseln sind schnell leer, das Dessert passt aber noch ‚rein.
Mit fast einer Stunde Verspätung endet der Knigge-Kurs für die Peene-Schüler. Begeistert, mit vollem Magen und neuen Erkenntnisse geht’s nach Hause. Und wer weiß, vielleicht werden in der einen oder anderen Müritzer Familie schon heute Abend Fächer-Servietten auf dem Abendbrot-Tisch stehen…..

Und jetzt viel Spaß beim Durchklicken unserer Bildergalerie:

Fotos: Antje Rußbüldt-Gest und Mirko Runge

 


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