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Bürgermeister verteidigt geplante Fällung der Pappeln

30. September 2017

Während Naturschützer heute am Weg von der Steinmole zum Hafen in Waren gegen die Fällung der Pappeln protestieren wollen – Beginn ist um 10 Uhr – hat Warens Bürgermeister Norbert Möller in einer Pressemitteilung erklärt, dass der ausschlaggebende Grund für die Fällung der fünf Pappeln einzig und allein die Verkehrssicherungspflicht sei. „Alle anderen in den Medien genannten Gründe haben und dürfen keine Rolle bei dieser Entscheidung spielen“, so Möller.

„Die Anhebung der Gehwegplatten durch die Wurzeln ist so groß, dass wir als Stadt reagieren mussten. Es muss weiterhin davon ausgegangen werden, dass diese Gefahrenstellen durch das Weiterwachsen der Bäume und somit auch durch die Vergrößerung der Wurzelbereiche weiter zunimmt“, heißt es in der Pressemitteilung.

Dennoch werde die gesamte Problematik nochmals im Umweltausschuss der Stadtvertretung beraten. Die Stadtverwaltung werde dort ein Konzept für die Neugestaltung des Bereiches vorstellen, nochmals die Gründe zur aktuell vorgeschlagenen Verfahrensvariante darlegen und dann zusammen mit den Mitgliedern des Fachausschusses einen Lösungsvorschlag erarbeiten. Dieser Lösungsvorschlag werde dann an den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte übergeben, der eine Entscheidung im Einvernehmen mit der Stadt Waren  treffen werde.

Vorher wird es laut Bürgermeister zu keinem Eingriff in den Baumbestand oder einer baulichen Veränderung in dem besagten Bereich kommen.

„Abschließend verweist der Bürgermeister darauf, dass er sich im Rahmen des Verwaltungsberichtes in der kommenden Stadtvertretersitzung am 4. Oktober um 18 Uhr im Bürgersaal auch zu dieser Problematik äußern wird, wozu alle interessierten Bürger recht herzlich eingeladen sind.“

Zur Erinnerung: Die Stadt wollte die Pappeln fällen, weil die Wurzeln angrenzende Gehwegplatten hochgedrückt haben sollen. Doch der Landkreis spielte nicht mit und versagte die Genehmigung. Warens Bürgermeister Norbert Möller starteten einen neuen Versuch und ging in den Widerspruch. Jetzt soll er ein Konzept vorlegen.

Der Weg sei stark frequentiert und es bestehe Unfallgefahr. „Die Verkehrssicherheit ist definitiv beeinträchtigt durch die hoch stehenden Platten“, meint Bürgermeister Norbert Möller im Widerspruch. Sogar der Stadtbauhof habe schon eingreifen müssen. Weitere Schäden an der Promenade, die zu den Herzstücken der Stadt gehöre, seien zu erwarten.

Andere Möglichkeiten, die Schäden zu beseitigen und zu verhindern, gebe es nicht. Handlungsbedarf bestehe, weil die Passanten gefährdet seien. Zudem führt Bürgermeister Möller an, dass die Passage für Gehbehinderte mit Rollstuhl oder Rollator ein Problem sei.

Das Umweltamt des Landkreises hält es bisher nicht für erforderlich, die fünf Pappeln zu fällen. Nach dem Widerspruch hat der Landkreis  der Stadt allerdings empfohlen, sich mit dem kompletten Altbestand der Bäume zu befassen und bis Ende Oktober ein Baumkonzept vorzulegen. So lange ruht das Widerspruchsverfahren nach Auskunft von Kreissprecherin Haidrun Pergande.

Umweltschützer wie die Mitglieder des BUND wollen sich darauf nicht verlassen und rufen zu einer Protestaktion auf.Und zwar heute ab 10 Uhr.


8 Antworten zu “Bürgermeister verteidigt geplante Fällung der Pappeln”

  1. WRN sagt:

    AHA , die Bäume und somit auch die Wurzeln wachsen weiter🤔. Tolle Erkenntnis und das wusste man beim Bau des Fussgängerweges noch nicht. Lasst die Pappeln stehen!!!!!!

  2. HaPe sagt:

    Nach aller Erfahrung der jüngeren Vergangenheit : … die Bäume werden fallen! Es gibt wenig Grund zu der Annahme, das sich daran in Waren zugunsten der Natur etwas ändern wird. Von den zaghaften Aktionen des BUND und den -wie immer- kläglichen Protesten aus der Bevölkerung werden sich die Verantwortlichen unserer Stadt -wie bisher- nicht beeindrucken lassen. Hier war, ist und bleibt Bäume fällen das nun seit Jahren angewandte traurige Mittel der Wahl. Ob die jetzt endlich einmal dagegen eingeschrittene Kommunalaufsichtsbehörde die nun geplante neuerliche Fällaktion verhindern kann, bleibt abzuwarten. Die Stadt hat immerhin schon jetzt gegen die zur Erhaltung der Pappeln getroffene Entscheidung des Kreises Einspruch erhoben.
    Ob die Pappeln mit ihrem Wurzelwerk nun objektiv eine Verletzungsgefahr für Fußgänger darstellen oder auch nicht, vermag ich nicht zu beurteilen. Mißtrauen gegenüber städtischen Entscheidungen in Sachen Baumschutz bleibt aufgrund der leidvollen Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit aber im höchsten Maße angebracht.

  3. H-P S sagt:

    Für den Fall, daß das Wurzelwerk der Pappeln wirklich eine echte Gefahrenpuelle für Fußgänger darstellen sollte, bleibt unabdingbar zu prüfen, ob und welche Alternativen zur Vernichtung der Bäume bestehen. Andere Städte machen das längst vor. Sie umbauen oder überbauen gefahrenträchtiges Wurzelwerk und erhalten so die Natur zum Wohle und zur Freude der Menschen. Die jüngere Vergangenheit Warens hat allerdings überdeutlich gezeigt, daß Bäume allzuschnell und leichtfertig
    gefällt werden oder auch vordergründiger finanzielller Interessen wegen (alter Hafen, neuer Hafen usw. usw…) weichen müssen. Eine traurige Anti-Natur-Politik !!! Die unter diesem Stadtrat und seinem Bürgermeister wohl auch weiterhin fröhliche Urständ feiern wird.. zum Schaden der Natur, des Tourismus und damit zum Schaden und zum Verdruß der Warenerinnen und Warener.

  4. Ich sagt:

    Der Bürgermeister sollte sich mal lieber um den Fußgängerweg direkt am hafen kümmern. Es laufen nicht umsonst viele fußgänger lieber auf dem parkplatz. Auf dem fußgängerweg sibd schon so viele äbsätze stecken geblieben. Man kann auf diesen Steinen einfach nicht laufen. Das wäre viel wichtiger.

  5. TR sagt:

    Die Gehwegplatten sind doch das Problem nicht die Bäume. Macht doch die Platten weg und beispielsweise einen wassergebundenen Kiesweg hin und lasst die Bäume stehen.

  6. Tilla sagt:

    Anstelle nach Ausreden für die Fällung zu suchen sollte man auch mal ganz andere Wege nehmen und überlegen wie man mit der Natur klar kommt.
    Man könnte auch mal die Pflastersteine in Waren bedenken.
    Der Marktplatz auf dem ja immer wieder mal der grüne Markt und andere Aktionen stattfinden ist auch nicht sehr Behindertengerecht.
    Menschen mit Rollator können nur schwer bis gar nicht auf den Markt gehen….

  7. Peter Sohr sagt:

    Wenn man liest, die Presse würden falsch berichten und irreführende Informationen ausgeben und somit die Menschen im Land verunsichern, dann frage ich mich, wer lügt? Ich gehe davon aus das die Pressemitteilung dahingehend informiert, dass der ausschlaggebende Grund für die Fällung der fünf Pappeln einzig und allein die Verkehrssicherungspflicht sei. Hier verweise ich erst einmal eindeutig darauf, das wir als normale Bürger keinen Zugriff auf den Inhalt dieser Pressemitteilung haben und davon ausgehen müssen, das die Informationen seitens der Medien an uns Bürger auch tatsächlich der Wahrheit entsprechen. Wenn nun wiederum durch die Pressestelle im Auftrage des Bürgermeister in Erfahrung gebracht wird, das die Anhebung der Gehwegplatten durch die Wurzeln so groß ist, dass die Stadt reagieren musste, sollte das wohl als alleiniger Grund herhalten die Bäume fällen zu müssen. Tut es aber nicht! Denn klammheimlich geht es gar nicht um die angehobenen Gehwegplatten durch die Wurzeln, sondern wohl offensichtlich um angeblich möglicher Weise herabfallende Äste. Alleinig dadurch hätte die Stadt eine Verkehrssicherungspflicht heist es hinter vorgehaltener Hand! Ja meine lieben Stadtvertreter und lieber Bürgermeister, dann wären ab sofort sämtliche Gehwege in und an der Stadt in Baumnähe zu sperren? Alle Waldwege dicht? So einfach kann man sich das nicht machen Herr Möller. Wenn man den Bericht des Umweltausschusses der Stadt der ebenso wenig offen gelegt wurde begutachtet, dann kommen einem schon Zweifel auf, zu wem sich die Stadt loyal verhält. Mit welchem Enthusiasmus und mit welcher Argumentationsfreudigkeit händeringend nach ellenlanger Aufzählung fadenscheiniger Gründe gesucht werden um zu begründen, die Bäume müssen weg! Dieser Plan scheint sowas von abgehakt zu sein das ein Zweifel daran überhaupt nicht erst in Frage kommt. Wenn mit dem gleichem Enthusiasmus und Recherchefreudigkeit Gründe und Möglichkeiten gesucht werden würden um diese Bäume, aber auch künftige Bäume irgendwie erhalten zu können, dann hätte der Umweltausschuss seine Hausaufgaben gemacht. Erinnert man sich aber der Tatsache, das der Umweltausschuss, das Amt für Bau, Umwelt und Wirtschaftsförderung durch den Amtsleiter Herr Dr. Lüdde  aus einer Hand belegt wird, scheint die Vorgabe des Landkreis Mecklenburgische Seenplatte  mit seiner ablehnenden Haltung gegenüber der Stadt nahezu unwichtig zu werden. Kann er doch fast allein entscheiden was weg muss und was nicht. Da frage ich mich, handelt der Herr Dr. Lüdde im Einklang mit seiner Partei „den Grünen“ oder ausschließlich im Interesse der Stadt die er vertritt? Eigentlich müsste das ja eine Einheit bilden denn spätestens seit dem erarbeiteten Kurorkonzept vom Oktober 2012 sollte eine bewusster Umgang mit Naturrecourcen Pflicht sein und nicht kontraproduktiv gegenüber unserer Natur stehen. Das hätte den Anschein, als wenn er sein Parteiabzeichen unter dem Tannenbaum gefunden hätte. Also zeigt heute Abend um 18 Uhr im Bürgersaal, das ihr was könnt und wollt. Macht den Bericht offen und zeigt was in ihm steckt. Hinter vorgehaltener Hand lässt sich gut munkeln, aber wenn das allgemeine Volk keine Kenntnis von den Vorgängen hat, wie soll es urteilen? Betreffend aller Bäume werde ich ab sofort ganz genau hinhören und hinsehen. Das verspreche ich.

  8. w sagt:

    Die riesige Pappel am Volksbad, die allen ein ehrfüchtiges Staunen ins Gesicht schrieb, trug mal das Schild mit der Eule als Naturdenkmal. Dann kam ein Investor. Das Ergebnis der Baumpflege zwecks Wahrung der Verkehrssicherheit ist sichtbar.

    Ich habe nachgemessen. Von 2 Platten stehen die Ecken mehr als 3 mm hoch: eine mit 9 mm und eine mit 15 mm. Ich kann Fotos nachreichen. Dass dies durch die Wurzeln und nicht durch liederliche Arbeit bedingt ist, ist theoretisch möglich, aber durch nichts zu belegen, es sei denn, der Bm Möller hat Röntgenaufnahmen fertigen lassen. Die fünf gesunden Bäume stehen so weit vom Weg entfernt, dass auf diesen praktisch nichts herabfallen kann, anders als bei den älteren, knorrigen Pappeln nebenan um den Spielplatz herum. Diese stehen keinem Gastronomen im Bild und sind nicht Gegenstand der zweifellos neutralen, verwaltungstechnisch korrekten Bemühungen unseres verehrten Bm, Herrn Möller um Verkehrssicherheit.
    Neben der langfristig genügenden Überbauung der Wurzeln mit einer Flachbrücke (Winkeleisentraverse) deren Kosten wesentlich niedriger, als die der Fällungen und Ersatzpflanzungen ausfallen dürften) gäbe es die provisorische Möglichkeit, dass ein Mitarbeiter des Stadtbauhofes mit einer Flex binnen 10 Minuten die zwei Kanten flach schleift. Die Platten haben einen Wert von gut 10 Euro pro Stück, so dass diese Verunstaltung verschmerzbar ist. Beide Lösungen helfen, soweit es auch (nur?) um die freie Sicht auf die Wasserfläche geht, nichts. Keinesfalls will ich unseren honorigen Verwaltungsleuten und Stadtvertretern Vetternwirtschaft unterstellen. Es komme, wie es kommt. Die Kommunalwahlen müssen, nach allem, was so geschah, sehenden Auges ein Desaster werden. Daraus wird wahrscheinlich der kluge Schluss gezogen, alle wichtigen Entscheidungen zur Verkehrssicherheit und sämtliche Bäume in dem Zusammenhang vorher zu fällen.

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