Die Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl im Check

19. August 2013

buwa2013 06Von Antje Rußbüldt-Gest

Waren. In gut einem Monat dürfen die Warener einen neuen Bürgermeister wählen. Sie können sich zwischen Norbert Möller (SPD), Axel Müller (CDU), Toralf Schnur (FDP) und Ingo Warnke (MUG) entscheiden. Sollte es am 22. September kein Kandidat schaffen, mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen, wird es zwei Wochen später zur Stichwahl kommen.

„Wir sind Müritzer“ hat allen vier Kandidaten 15 Fragen zur Person, zu Waren, zu ihrem Programm gestellt. Toralf Schnur hat die Beantwortung der Fragen abgelehnt, die Antworten der anderen drei Kandidaten stehen hier.

Klar, dass sowohl die Ortsumgehung als auch das Jugendzentrum eine Rolle spielen. Aber, lesen Sie selbst und vergleichen Sie die Kandidaten.

Warum möchten Sie Bürgermeister der Stadt Waren (Müritz) werden?

Norbert Möller: Geprägt durch den Sport habe ich im Leben immer neue Herausforderungen gesucht. Das Amt des Bürgermeisters wäre eine solche Herausforderung, der ich mich gerne stellen möchte. Ich möchte in den kommenden Jahren gemeinsam mit den Menschen die vielen Möglichkeiten des direkten Mitgestaltens an der Weiterentwicklung unserer Stadt mit begleiten und umzusetzen.

Axel Müller: Ich bin Warener und möchte mich für meine Stadt und seine Bürger engagieren.

Ingo Warnke: Politik in unserer Stadt und Region bedeutet für mich, Politik an der Basis. Daran möchte ich aktiv teilnehmen. Dabei orientiere ich mich am politisch Machbaren. Ich möchte Waren (Müritz) stark für die Zukunft machen.

Warum sollten die Warener SIE wählen?

Norbert Möller: Meine menschlichen und beruflichen Erfahrungen, die vielschichtigen Kontakte zu Betrieben, Vereinen und Verbänden haben mich hinreichend auf die Wünsche, Sorgen und Fragen unserer Bürger aufmerksam gemacht. Durch meine Arbeit als Bürgermeister möchte ich erreichen, dass wir Warener auch zukünftig stolz auf uns und unsere Stadt sein können.

Axel Müller: Ich verfüge über die notwendige Durchsetzungsfähigkeit, kann Menschen führen und begeistern und vertrete eine klare Meinung .

Ingo Warnke: Ich bin frei von Parteiinteressen und Fraktionszwang und stehe für eine bürgernahe und unabhängige Politik. Für meine zukünftige Amtsperiode habe ich mir klare Ziele gesteckt, die ich erreichen möchte. Mein Wahlprogramm habe ich in sieben Punkten zusammengefasst – schließlich möchte ich nichts versprechen, was ich nicht halten kann.

Welche beruflichen Qualifikationen und Erfahrungen befähigen Sie für den Job des Bürgermeisters?

Norbert Möller: Als studierter Lehrer und langjähriger Schulleiter ist mir vor allem die Teamarbeit, der offene und ehrliche Umgang mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sehr vertraut. Durch meine jahrelange ehrenamtliche Tätigkeit als Stadtvertreter, Fraktionsvorsitzender und meiner aktuellen Tätigkeit als überparteilicher Stadtpräsident kenne ich mich sehr gut in allen Entscheidungsbereichen und Gremien unserer Stadt aus.

Axel Müller: Mein Berufsabschluss: Dipl.- Ing. (FH) für MeliorationMeine Berufserfahrung: 1990 bis 2007 Landkreis Waren/ Landkreis MüritzTätigkeiten im Umweltamt/ Amt für Wirtschaftsförderung, Kreisentwicklung/ Amt für Wirtschaft, Verkehr, Kultur, Tourismus als Sachbearbeiter, Sachgebietsleiter und stellv. Amtsleiter

2007 bis 2011 Landkreis Müritz; Amtsleiter Amt für Wirtschaftsförderung/KreisentwicklungUnd

von 2008 bis 2011 stellv. Landrat

2008 bis heute Leiter AGRONEUM Alt Schwerin

2011 bis heute Landkreis Mecklenburgische Seenplatte; Amtsleiter Amt für Wirtschaft, Kultur, Tourismus mit 44 Mitarbeitern

Weiterhin bin ich Vorsitzender der LEADER- Aktionsgruppen Müritz und Mecklenburg- Strelitz (LEADER ist ein europäisches Förderprogramm zur Entwicklung des ländlichen Raumes)

Ingo Warnke: Als selbständiger Unternehmer kann ich jederzeit neue Situationen einschätzen, Probleme lösen und Entscheidungen treffen. Meine persönlichen und beruflichen Erfahrungen aus der Leitung meines Unternehmens qualifizieren mich für die Position als Bürgermeister und werden besonders der Wirtschaft Warens (Müritz) zu Gute kommen. Die Arbeit in der Verwaltung kenne ich durch meine Tätigkeit als Kommunalpolitiker und durch die Mitgliedschaft im Finanz- und Hauptausschuss der Stadtvertretung.

Gerade für die jungen Wähler eine ganz brennende Frage: Wann hat Waren ein neues Jugendzentrum?

Norbert Möller: Wenn ich jetzt einmal eine mutige Prognose wagen darf, gehe ich davon aus, dass unsere Jugendlichen in den ersten beiden Jahren meiner Amtszeit damit rechnen können.

Axel Müller: Wenn mein Vorschlag des „JOO“ am 26.8.2013 in der Stadtvertretung eine Mehrheit findet dann am 3.10. 2014.

Ingo Warnke: Realistisch – Ende 2015. In meinem Wahlprogramm habe ich erklärt, dass ich mich intensiv für die Errichtung einer Jugendeinrichtung einsetzen werde. Bereits am 28.08.2013 wird in der Stadtvertretersitzung über die Umsetzung des Jugendzentrums entschieden. Doch gerade aus meiner Erfahrungen im eigenen Unternehmen und durch die Arbeit in der Stadtvertretung weiß ich, dass bis zur Fertigstellung noch viele Anträge gestellt und Genehmigungen erteilt werden müssen – und das dauert. Wer etwas anderes verspricht, kennt sich in der Kommunalpolitik schlecht aus.

Ihre Entscheidung: Ortsumgehung für Waren JA oder NEIN, Begründung (bitte um eindeutige Positionierung, sow wie es die Warener am 22. September tun sollen)?

Norbert Möller: Ehrlich gesagt, bin ich selbst auch durch die unterschiedliche Informationspolitik der letzten Wochen etwas verunsichert. Dennoch sage ich ja zur Ortsumgehung, die aus meiner Sicht für die Weiterentwicklung unserer Stadt als Heilbad wichtig ist. Ich sage aber auch genauso klar nein zur Brücke über den Tiefwarensee.

Axel Müller: Ortsumgehung – Ja- weil der innerstädtische Lärm vor allem in der Mozart- und Strelitzer Strasse sowie in der Röbeler Chaussee reduziert werden muss. Allerdings halte ich die derzeit favorisierte Lösung (Brücke) für ungeeignet. Sollte die Frage der Ortsumgehung am 22.9. tatsächlich so allgemein wie hier gestellt werden, nur „Ja oder Nein“, ohne die konkrete Variante zu kennen, kann man die Frage nicht mit Gewissheit beantworten. Egal für welche Antwort man sich entscheidet, beide sind falsch. Ich favorisiere die Westspange in Kombination mit einer innerstädtischen Lösung.

Ingo Warnke: Ja! Waren Müritz benötigt dringend zur Entlastung der Straßen eine Ortsumgehung. Die Lärm- und Abgasbelastungen durch den Verkehr auf der bestehenden Bundesstraße B 192 sind für die Einwohner unzumutbar.

Das Geld in den Kommunen wird immer knapper, auch in Waren. Wie wollen Sie Waren trotz dieser klammen Kassen weiter voran bringen?

Norbert Möller: Eine Stadt ist so stark wie ihre Menschen. Wir brauchen ein gutes Entwicklungskonzept, und das möchte ich mit den Menschen in dieser Stadt, die etwas davon verstehen oder etwas dazu beitragen können, entwickeln.

Axel Müller: Stärkung Warens als wirtschaftliches, kulturelles und Verwaltungszentrum durch eine effiziente, an den Aufgaben und am Bedarf orientierte Verwaltung, durch einen effektiven Mitteleinsatz unter Ausnutzung noch vorhandener Fördermöglichkeiten, durch Kooperationen mit anderen Verwaltungen, durch eine schlagkräftige Wirtschaftsförderung und durch konsequente Auftragsvergabe an einheimische Unternehmen.

Ingo Warnke: Wirtschaften gehört quasi zu meinem Handwerk. Zunächst einmal gilt es, Verschwendung zu vermeiden. Mit unternehmerischem Sachverstand werde ich daher die Ausgaben der Stadt auf den Prüfstand stellen und Einsparpotentiale suchen. Ebenso gilt es, neue Schulden soweit wie möglich zu vermeiden. Die weitere Ansiedlung von Gewerbe wird zu einer Erhöhung der Gewerbesteuereinnahmen führen. Die interkommunale Zusammenarbeit in verschiedensten Bereichen soll verstärkt und damit kostenärmer werden. Freiwillige Leistungen sind von großer Bedeutung im Jugend-, Sozial-, und Vereinsbereich sowie bei kulturellen Veranstaltungen. Jedoch sehe ich auch hier Optimierungsmöglichkeiten bei der Kostenverteilung.

Wie wollen Sie es schaffen, dass Waren nicht weiter vergreist? Immerhin ist der Altersdurchschnitt der Stadt sehr hoch, Tendenz weiter steigend?

Norbert Möller: Ältere Menschen sind meist auch erfahrene Menschen. Es wird meine Aufgabe sein, dafür zu sorgen, dass sie den Jüngeren klar machen, wie wichtig es ist, in ihrer Heimatstadt Waren (Müritz) zu bleiben. Eine Stadt wie Waren (Müritz) benötigt erfahrene Menschen genauso wie junge Menschen, deshalb werde ich gemeinsam mit allen Bürgern für eine gesunde Stadtentwicklung kämpfen.

Axel Müller: Entwicklung Warens zu einer jungen, pulsierenden Stadt durch:

– Förderung/ Ausnutzung der Rahmenbedingungen für die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen

– Maximale Förderung junger Existenzgründer

– Bereitstellung von attraktiven und bezahlbaren Wohnraum

– Das Jugendzentrum „JOO“

– Attraktive Kinderbetreuungsmöglichkeiten

– Ein umfassendes Bildungsangebot (Schulvielfalt)

Ingo Warnke: Ich werde für junge Menschen Anreize schaffen, in ihre Heimat zurück zu kehren sowie in unserer Region Familien zu gründen. Dies wird möglich durch eine florierende Wirtschaft, berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und gute Verdienstmöglichkeiten in der Region. Ich werde mich für gezielte Maßnahmen wie den Erhalt und Ausbau von sozialen, sportlichen und kulturellen Angeboten, eine fundierte berufliche Ausbildung, sowie für attraktiven und bezahlbaren Wohnraum einsetzen.

Waren im Jahr 2033. Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf…..

Norbert Möller: Die Stadt Waren (Müritz) hat sich deutschlandweit als Heilbad etabliert. Das Interesse an Investoren und Menschen die hier leben und arbeiten wollen ist ungebrochen. Der dann ehemalige Bürgermeister Norbert Möller feiert zusammen mit den Bürgern und Gästen die 770-Jahresfeier unserer Stadt.

Axel Müller: Waren ist noch schöner:

– Jung und Modern

– Sportlich und Familiär

– Herzlich und Weltoffen

Ingo Warnke: Wünschen würde ich mir ein Waren (Müritz), welches auch als attraktiver Wirtschaftsstandort bekannt ist. Die Abwanderung ist gestoppt und junge Menschen beeinflussen vor allem das kulturelle und soziale Bild der Stadt. Touristisch bietet die Region den Urlaubern neben der immer noch einzigartigen Natur auch eine gelungene Ortsumgehung. Was in zwanzig Jahren wirklich ist, kann ich nicht wissen – aber im Falle einer Wahl könnte ich die nächsten sieben Jahre nutzen, um an dieser Vision zu arbeiten.

Nutzen Sie die sozialen Medien, wenn ja/nein, warum?

Norbert Möller: Das Amt des Bürgermeisters ist ein sehr Öffentliches. Ich finde es gut, welche Möglichkeiten der Informationspolitik es heute gibt und natürlich nutze ich sie auch. Aber mal ganz ehrlich, als Bürgermeister muss ich hier vor Ort für jeden ansprechbar sein. Für mich sind persönliche Kontakte und Gespräche deshalb nach wie vor sehr wichtig.

Axel Müller: Ja, seit kurzem. Soziale Medien sind ideal geeignet, um junge Leute zu erreichen, Stimmungen, Meinungen und aktuelle Trends zu erfahren und wie bei der Flutkatastrophe gesehen, Hilfe zu organisieren.

Ingo Warnke: Soziale Medien nutze ich privat nur im geringen Maße, da mir der persönliche Kontakt zu meinen Mitmenschen einfach zu wichtig ist. Nichtsdestotrotz erkenne ich die Notwendigkeit und den Nutzen der neuen Medien. Mit dem E-Government-Gesetz, welches besagt, dass ein Großteil der Behördengänge auch via Internet erledigt werden können und auch müssen, sind wir schon auf dem richtigen Weg. Diese Entwicklung möchte ich in meiner Amtsperiode vorantreiben. Behördenangelegenheiten werden damit für Bürger und Unternehmer einfacher, weil jedermann unabhängig von Ort und Öffnungszeiten mit der Verwaltung in Kontakt treten, Leistungen beantragen und Informationen gezielt erfragen kann.

Ihr schönstes Fleckchen in Waren?

Norbert Möller: Mit meiner Familie genieße ich sehr unser Zuhause, aber auch den herrlichen Blick vom Stüde über den Tiefwarensee auf die wunderschöne Warener Altstadt.

Axel Müller: Der Biergarten „Amboss“ in der Langen Straße.

Ingo Warnke: Der Tiefwarensee. Hier kann ich beim Drachenboot-Paddeln meinen Gedanken freien Lauf lassen.

Ihr Lebensmotto, wenn vorhanden?

Norbert Möller: Miteinander reden und immer in Bewegung bleiben.

Axel Müller: Stillstand ist Rückschritt, geht nicht- gibt’s nicht!

Ingo Warnke: Jeden Tag eine gute Tat. Ich habe hart für meinen Erfolg gearbeitet, weiß aber auch, dass man immer mal Unterstützung oder einen guten Rat braucht. Dafür bin ich dankbar und möchte das auch weiter geben.

Mit wem würden Sie gerne einmal beim Mittagessen plaudern und warum?

Norbert Möller: Mit Paul McCartney, weil ich großer Fan der Beatles-Musik bin. Er ist für mich einer der ganz Großen unserer Musikepoche.

Axel Müller: Mit Herrn Reinhold, um ihn über den Baubeginn des „JOO“ zu informieren.

Ingo Warnke: Mit meiner kompletten Familie. Alle zusammen sehe ich nur sehr selten.

Wo trifft man Sie in Ihrer Freizeit?

Norbert Möller: Man trifft mich oft als Läufer auf sämtlichen Strecken in und um Waren, wenn ich nicht zu Hause bin. Alles was in unserer Stadt mit Sport, Kultur oder Freizeit zu tun hat, besuche ich regelmäßig. Am liebsten zusammen mit meiner Frau.

Axel Müller: Entspannt am Tiefwarensee.

Ingo Warnke: Auf dem Tiefwarensee beim Drachenboot fahren oder beim Trainieren in der Halle. Sport stellt für mich einen guten Ausgleich für die beruflichen Herausforderungen dar.

Wenn Sie die Möglichkeit hätten, eine Entscheidung in Ihrem Leben zurückzudrehen, welche wäre das?

Norbert Möller: Das ist ganz einfach, ich wollte als Kind Gitarre spielen lernen. Leider war mein Ehrgeiz damals nicht groß genug, um durchzuhalten. Heute würde ich nicht so schnell aufgeben.

Axel Müller: Den Verkauf meines Motorrades 1984.

Ingo Warnke: Ich wäre nicht der Mensch, der ich heute bin, hätte ich einen anderen Weg gewählt. Darum würde ich alles genauso machen, wie ich es getan habe.

Bitte ergänzen Sie:

Norbert Möller ergänzt:

Kandidat Axel Müller ist…. ein guter Verwaltungsangestellter.

Kandidat Ingo Warnke ist….. ein erfolgreicher Warener Bauunternehmer.

Kandidat Toralf Schnur ist… ist ein ehrgeiziger Kommunalpolitiker

Axel Müller ergänzt:

Kandidat Norbert Möller ist… ein beliebter Grundschuldirektor und in den Genuss sollen nach meinen noch viele andere Kinder kommen.

Kandidat Toralf Schnur ist… die personifizierte Opposition

Ingo Warnke ergänzt:

Kandidat Norbert Möller ist… Ist er wirklich die Stimme der Stadt, wie es in seinem Wahlprogramm steht?

Kandidat Axel Müller ist… wie er sagt „ein Kandidat, der mit seinen Ideen etwas bewirken will.“ Ich werde etwas bewirken.

Kandidat Toralf Schnur ist… in meiner Amtsperiode jederzeit willkommen, den Ratshausplatz zu fegen.

 

Die drei Kandidaten Norbert Möller, Axel Müller und Ingo Warnke haben doch einige Gemeinsamkeiten.  Sie wurden alle in Waren geborgen, sie leben nach wie vor alle in Waren und sie haben jeweils zwei Kinder.

Norbert Möller: geboren 01. 05.1959 in Waren, verheiratet, zwei Töchter (29,26)

Axel Müller: geboren  04.04. 1964 in Waren, verheiratet,  zwei Kinder (26,18)

Ingo Warnke: geboren 30.08.1959 in Waren, verheiratet zwei Kinder (29,26), drei Enkelkinder

 


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