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Dramatische Kuh-Jagd auf der Autobahn

17. Februar 2017

Als um 21:47 Uhr der erste Notruf bei der Polizei einging, ahnte noch niemand welch ein Drama sich nur Minuten später auf der Autobahn 19 zwischen Röbel und Wittstock abspielen würde. Fazit: Stundenlange Sperrung der A19, eine Kuh tot, ein schrottreifes Auto und drei schlafende Kühe. Aber der Reihe nach.

Am Donnerstagmorgen waren in Bütow insgesamt neun Kühe von einer Weide ausgebrochen und seitdem flüchtig. Vier dieser Tiere liefen dann in der Nacht auf die Autobahn. Kurz darauf teilten mehrere Notrufer mit, dass zwischen Röbel und Wittstock eben diese vier Kühe auf der Autobahn laufen. Die Leitstelle der Polizei setzte sofort mehrere Streifenwagen ein, gleichzeitig wurden die Autofahrer via Verkehrsfunk über die Gefahr informiert.

Gegen 22 Uhr entdeckte die erste Streife die freilaufenden Kühe und versuchte diese von der Autobahn zu treiben. Alle vier Kühe rannten die Autobahn entlang Richtung Wittstock. Plötzlich drehten die Kühe um und liefen auf die Beamten zu. Während drei Kühe festgehalten werden konnten, brach eine Kuh durch und rannte in den fließenden Verkehr. Die Beamten versuchten noch das Tier zu stoppen – ohne Erfolg. Ein 51-jähriger VW-Fahrer prallte nur Sekunden später in die Kuh. Der Fahrer blieb wie durch ein Wunder unverletzt, die Kuh allerdings überlebte den Zusammenstoß nicht – sie war auf der Stelle tot. Schaden am Auto rund 10.000 Euro.

Inzwischen eilten auch immer mehr Landwirte aus der Region auf die Autobahn um bei der „Festnahme“ der Kühe zu helfen. Wenig später traf auch Dr. Karl-Heinz Niehoff aus Bütow auf der Autobahn ein. Die Polizei alarmierte zwischenzeitlich einen Tierarzt.

Nach knapp fünf Stunden gelang es den Beamten und Helfern, die Kühe zu betäuben und einzufangen. Noch vor Ort bedankte sich Karl-Heinz Niehoff bei den Beamten und Helfern. „Die Polizeibeamten haben besonnen reagiert und versucht, keine Panik aufkommen zu lassen“, sagte Niehoff. „Ich bedanke mich bei allen Helfern die hier dafür gesorgt haben, die Tiere wohlbehalten einzufangen“ ergänzte Niehoff.

Auch Robert Last, Dienstgruppenleiter der Autobahnpolizei in Walsleben, war nach diesem Einsatz erleichtert; „Uns blieb nichts anderes übrig, als die Autobahn zu sperren. Die Gefahr, die von einem so großen Tier ausgeht, ist nicht zu kalkulieren. Wäre der Tierarzt nicht vor Ort gekommen, hätten wir die Tiere erschiessen müssen“, sagte Last.

Vier Streifenwagen, acht Beamte und dutzende Helfer waren nötig um die Kühe einzufangen. Diesen Einsatz werden die Beamten der Autobahnpolizei in Walsleben so schnell wohl nicht vergessen.

Und die Gefahr ist noch nicht gebannt. Noch immer laufen fünf der ausgebüxten Kühe frei herum. Am Tage soll versucht werden auch diese Tiere einzufangen.

Text und Fotos: Nonstopnews Müritz


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