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Ein Bauschild, sechs Gründe, vier Spaten

23. Oktober 2014

In Waren scheint es in letzter Zeit nur noch Spatenstiche und Enthüllungen zu geben. So viele, dass man schon mal durcheinander kommen kann. Warens Bürgermeister Norbert Möller jedenfalls weiß offenbar nicht mehr ganz genau, wer in seiner Stadt wann und wo welchen Spaten in die Erde gerammt hat.

Der Verwaltungschef begrüßte Landes-Wirtschaftsminister Harry Glawe heute zum ersten Spatenstich für den Hafen-Ausbau mit den Worten, dass der Schweriner Politiker ja schon Stammgast in Waren sei und erst Anfang des Monats mit ihm den Starschuss für den Bau des „JOO“ gegeben habe. Hat er aber gar nicht. Der Minister war am 3. Oktober nicht dabei, als sich Möller gemeinsam mit Jost Reinhold für das Jugendzentrum ins Zeug legte.

Wie dem auch sei: Mit der heutigen Enthüllung des Bauschildes, die nicht auf Anhieb klappen wollte, und mit dem vierfachen ersten Spatenstich, soll jetzt der Hafenausbau für rund 8,3 Millionen Euro starten. Ein Ausbau, der in der Stadt selbst umstritten ist, den aber sowohl Norbert Möller, als auch Harry Glawe und Stadtpräsident René Drühl als überaus wichtig für die Müritzstadt bezeichneten.
Möller nannte sechs Gründe für das Vorhaben. Erstens die maroden Wellenbrecher. Zweitens die ungünstige Situation beim Tanken, Kranen und Entsorgen. Drittens die verschlissene Uferbefestigung. Viertens die beengten Verhältnisse im Hafen, die jährlich zu rund 60 Unfällen führen. Fünftens das Mehr an Liegeplätzen. Und sechstens die mögliche „Inkommunalisierung“. Was sich so kompliziert anhört ist nichts anderes als der Kauf der Hafen-Wasserfläche, der nur möglich ist, wenn Waren eine feste Mole baut.

Stadtpräsident René Drühl vertraut den Planern, die den Ausbau seiner Ansicht nach bis ins Detail durchdacht haben und meint: „Wir wollen keine BER und keine Elbphilharmonie in Waren.“

Ob wirklich alles bedacht wurde, muss sich in den nächsten zwei Jahren zeigen. Dann will auch Wirtschaftsminister Harry Glawe wieder dabei sein, um den neuen Hafen einzuweihen.

Foto unten: Nur mit Gewalt ließ sich das Tuch vom Bauschild entfernen
Foto ganz unten: Vierfacher erster Spatenstich: Hafenbetreiber Till Jaich, Stadtpräsident René Drühl, Wirtschaftsminister Harry Glawe und Bürgermeister Norbert Möller

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