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Eine Dogge versetzt Warener Familie in Angst und Schrecken

14. April 2018

Es ist ein sehr außergewöhnlicher Fall, mit dem sich die Kriminalpolizei Waren derzeit befassen muss. Ein Fall, der am Anfang vielleicht ein bisschen kurios klingt, der aber alles andere als lustig ist und bei dem man sich mit Vorurteilen unbedingt zurückhalten sollte. Es geht um eine Warener Familie mit drei Kindern und eine vier Jahre alte Deutsche Dogge, einen Polizeieinsatz und die nötige Hilfe einer Tierärztin.

Es war die Osterzeit, als sich die Warener Familie entschloss, wieder einen größeren Hund bei sich aufzunehmen. Der Familienvater kennt sich eigenen Aussagen nach gut mit Hunden, auch großen Hunden aus. Im Haushalt lebte schon einmal ein Dalmatiner. Bei ebay entdeckten die Müritzer eine Dogge. Die wurde von ihren Besitzern als total familienfreundlich, lieb und bestens erzogen beschrieben. Ein zunächst vereinbartes Treffen zum Kennenlernen kam nicht zustande, Ostern reisten die Besitzer dann mit der Dogge nach Waren und übergaben den Hund gegen Bezahlung.

Doch der, so die neuen Herrchen, entpuppte sich schnell als gar nicht so familienfreundlich, versuchte, die Frau zu beißen und wollte offenbar auch die kleinen Kinder angreifen. Der Familienvater tat das einzig richtige und brachte Kinder sowie seine Frau zu Nachbarn. Dann ging er mit der Dogge spazieren, doch als er zurückkehrte, versuchte der Vierbeiner auch ihn zu beißen und machte es sich auf der Couch bequem. Der Warener rief den Verkäufer an und bat, den Hund zurückzunehmen, aber der lehnte ab und legte auf.

Also meldete sich der Mann, der inzwischen auf dem Balkon des Hauses stand, bei der Polizei. Gemeinsam mit Mitarbeitern des Stadtbauhofes und einer Tierärztin rückten die Beamten an. Der Hund wurde betäubt und ins Tierheim nach Malchow gebracht.

Die ganze Aktion dauerte mehrere Stunden bis kurz vor Mitternacht. Zeit, die Frau und Kinder bei den Nachbarn ausharren mussten. Andere Nachbarn, die sich inzwischen bei „Wir sind Müritzer“ gemeldet haben, sind froh, dass der Vierbeiner nicht mehr im Neubau lebt. „So ein Riesen-Tier gehört nicht in den Plattenbau und eine kleine Wohnung, sondern braucht ein großes Grundstück“, meint eine Nachbarin, selbst Hundehalterin und Tierfreundin gegenüber WsM.

Der Warener hat inzwischen Anzeige wegen Betrugs erstattet, weil der Hund seiner Meinung nach nicht so wie beschrieben ist, die Kripo ermittelt. Und zwar in alle Richtungen.

Foto: Facebook/Tierheim Malchow


3 Antworten zu “Eine Dogge versetzt Warener Familie in Angst und Schrecken”

  1. WRN sagt:

    Da kann man sich nur den Worten der Nachbarin anschließen , wenn schon ein Hund sein muss , den doch lieber ein kleiner und vielleicht vom Tierheim. Da hätte man bestimmt einen passenden Hund gefunden , inklusive Beratung.

  2. S. sagt:

    Auf diese Art einen Hund zu kaufen ist schon irgendwie seltsam, da braucht man sich nicht zu wundern. Aber wer den Schaden hat…..

    Vom Vorbesitzer, der ganz sicher die Aggressivität des Tieres kannte, ist es Betrug oder Schlimmeres. Nicht auszudenken, wenn einem der Kinder etwas passiert wäre. Das ist billigende Inkaufnahme, dass dem Käufer oder seiner Familie Schaden an Leib und Leben entstehen und das gehört bestraft!!!
    Die Gutmütigkeit des Käufers wurde hier auf das Übelste ausgenutzt. Die meisten Leute kaufen lieber Welpen von anerkannten Züchtern mit Besichtigung der Elterntiere, Impfpass, usw…

    In den Tierheimen warten genug große Hunde auf einen Menschen, bei dem man Hund sein darf. Über Wesenzüge des Vierbeiners kann man auch verlässlich Auskunft bekommen. Deshalb sollten sich die Käufer dieser Dogge nicht zu sehr
    grämen, juristisch aber nicht nachgeben. So ein Hund kann ein wunderbarer Freund sein. Ich wünsche Ihnen viel Glück.

  3. anke sagt:

    Ein Hund mag ja vor dem Gesetz eine Sache sein, aber das wissen wir doch alle besser! Das Tier wurde aus seinem alten Rudel ausgestoßen und einfach in ein neues gesteckt. Es ist verunsichert und ängstlich. Woher soll es wissen, dass es gerade, warum auch immer, über eBay wie ein löchriger Eimer vertickt wurde. Gerade Hunde sind doch total auf ihre vertraute Person fixiert.
    Verkäufer und Käufer, ich appelliere an Euren Verstand! So geht das einfach nicht und die Quittung habt ihr nun bekommen. Aber Leid tragend ist der Hund, der sich nicht bei Gericht beschweren und mildernde Umstände erwarten darf. Er kann nur die Zähne zeigen …

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