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Eltern kämpfen für ihre AWO-Kita in Groß Gievitz

22. Oktober 2017

Vertreter der Eltern und Kinder aus der AWO-Kita „Peenefüchse“ in Groß Gievitz haben gestern ihren Protest gegen die geplante Schließung in Form eines offenen Briefes der AWO Müritz übermittelt. Vorausgegangen war der Versuch, dem neugewählten Vorstandschef der AWO Müritz, Jens Arndt, den Brief persönlich zu übergeben. Doch dafür hatte der vor wenigen Tagen gewählte Vorstandschef leider keine Zeit.

Aber die Eltern protestieren nicht nur, sie arbeiten in einer Arbeitsgruppe mit Gemeindevertretern an Lösungen zur Weiterführung der Kita – mit der oder auch ohne die AWO. Sogar ein Neubau wird von der Gemeinde ernsthaft geprüft.

Dabei legen Eltern und Gemeinde Wert auf größtmögliche Transparenz und versuchen, alle Interessierten über die Website www.peenefuechse.de zu informieren. „Die bisher von der AWO vorgetragenen Argumente für die Schließung sind nur auf den ersten Blick stimmig, bei näherer Betrachtung lösen Sie sich weitgehend in Wohlgefallen auf“, so Dr. Jan Hinrich Böttcher, Elternratsvorsitzender der Peenefüchse. „Es gibt zur Zeit zwar einen erheblichen Unterhaltungsstau, aus unserer Sicht ein klares Versäumnis des Trägers, also der AWO Müritz gGmbH, aber keine belegten behördlichen Auflagen. Und die uns vorgelegten Zahlen zur Wirtschaftlichkeit sind offenkundig nicht repräsentativ für die Zukunft, die angebotenen Kita-Plätze sind für die nächsten Jahre gut ausgelastet.“

Unter diesen Umständen halten es die Eltern für völlig unangemessen, die Kinder zwischen einem und sechs Jahren aus Ihrer Umgebung zu reißen. Nach mehrfachem Wechsel in der Leitung findet jetzt endlich stabile pädagogische Arbeit bei den Peenefüchsen statt, Mitarbeiterinnen und Eltern sind sehr zufrieden. Außerdem bezweifeln sie, dass sich überhaupt Plätze finden lassen, um die Kinder unterzubringen.

Zur Erinnerung: Der Interims-Geschäftsfüjrer der AWO-Müritz, Peter Reizlein hatte angeregt, die Kitas in Groß Gievitz und Alt Schwerin zu schließen. Dort gebe es großen Unterhaltungsaufwand, die Zahlen seien tiefrot.

Foto unten: Henrike Böttcher, Maja, Evelyne, Moritz, Carl und Stefan Garmshausen werfen den offenen Brief in den Briefkasten der AWO (von links), denn der neue Vorstandschef hatte keine Zeit für sie.


Eine Antwort zu “Eltern kämpfen für ihre AWO-Kita in Groß Gievitz”

  1. Andre sagt:

    In Sonntagsreden wird die Bedeutung von intakten dörflichen Strukturen von allen Politiker betont.
    Sobald jedoch ein Sparkommissar kurzfristige Einsparungen verspricht, sind diese Lippenbekenntnisse vergessen.
    Als ich mich vor fast 20 Jahren für den Wohnort Groß Gievitz entschieden habe, war natürlich die vorhandene Infrastruktur mit Kindergarten, Grundschule, Dorfladen und Busanbindung nach Waren ausschlaggebend.
    Muss jetzt diese wichtige Voraussetzung für eine lebendige dörfliche Gemeinschaft zerschlagen werden, weil Funktionäre der AWO Millionen verschoben haben?

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