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Europas größtes Nagetier hinterlässt Spuren im Müritz-Nationalpark

20. Januar 2018

Der Anruf von Andreas Landau im Nationalparkamt Müritz kam überraschend. Er habe Biberspuren gefunden – einige Bäume seien ganz frisch angeknabbert worden.

Seit Ende Dezember beobachtet der Granziner Kanuverleiher und passionierte Naturschützer, wo Europas größtes Nagetier seine Spuren hinterlässt. Anscheinend hat er sein Winterquartier mitten im Müritz-Nationalpark, am Pagelsee, aufgeschlagen.

Nach einer Begehung mit Mitarbeitern des Nationalparkamtes ist klar: Das ausgewachsene Tier fällt immer wieder kleinere Bäume am Ufer, um in der kalten Jahreszeit junge Triebe und Rinde zu fressen. Seine Lieblingsspeise am Pagelsee sind Zitterpappeln und Weiden. Die Beobachtungen sind ungewöhnlich, denn Biberspuren waren bisher selten im Müritz-Nationalpark.

Im Jahr 1996 wurden erstmals Biber im östlichen Teil des Nationalparks nachgewiesen. Diese kamen wohl über die brandenburgische Landesgrenze nach Norden. Im Westteil des Nationalparks, bei Boek, wurden im Jahr 2010 Biber entdeckt.

„Es gibt Biber am Tollensesee, der Lieps und südlich des Nationalparks an der Leppiner Seenkette. Wir haben damit gerechnet, dass der Biber zu uns kommt“, erklärt Volker Spicher vom Nationalparkamt Müritz. Andreas Landau vermutet, dass der Biber aus nördlicher Richtung kam. „Ich habe auch Spuren am Mühlen- und Röthsee gefunden“, erklärt der Naturkenner, der am Thema dran bleiben möchte.
„Ich möchte mit der Kanustation den Nationalpark von seiner interessantesten Seite erlebbar machen und freue mich über ein weiteres Highlight im Havelquellseengebiet des Müritz-Nationalparks.“ Nach Voranmeldung kann für Gruppen auch eine Kanu-Exkursion mit einem Natur- und Landschaftsführer organisiert werden.

Ein Landschaftsarchitekt ohne Winterschlaf

Hinweise auf Biberspuren können an das Nationalparkamt Müritz gemeldet werden. Eine aktuelle Verbreitungskarte der Biber in Mecklenburg-Vorpommern kann unter www.umweltkarten.mv-regierung.de abgerufen werden.

Hintergrund: Im Müritz-Nationalpark hat der Biber Platz. Er ist ein Landschaftsarchitekt und Wegbereiter für viele andere Tierarten. Wenn er Dämme baut verändert er die Landschaft und schafft große Wasserflächen, die Lebensraum für Eisvogel, Laubfrosch oder verschiedene Fische sind. Gefällte Bäume bieten Fischen zusätzliche Deckung und Insekten Ablageflächen für ihre Eier.

Im Winter hält der Biber keinen Winterschlaf. Sein Stoffwechsel ist zwar etwas verlangsamt und er spart Energie, sucht aber trotzdem nach Nahrung und legt Vorräte an. Daher kann man seine Spuren im Winter gut erkennen. Im Januar und Februar findet auch die Paarung statt.

Bild oben: Im Winter fällen Biber kleinere Bäume am Ufer. Wenn die Seen zufrieren, fressen sie junge Äste und Rinde. Foto: Nora Künkler, Nationalparkamt Müritz

Bild unten: Andreas Landau aus Granzin zeigt die Spuren des Bibers am Seeufer.

Fotos: Nora Künkler, Nationalparkamt Müritz


Eine Antwort zu “Europas größtes Nagetier hinterlässt Spuren im Müritz-Nationalpark”

  1. Leserin sagt:

    Das ist ja toll! 👍

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