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Familienchoach-Projekt geht in die zweite Runde

31. März 2018

Das Jobcenter Mecklenburgische Seenplatte-Süd hat in Kooperation mit dem Institut für Sozialforschung und berufliche Weiterbildung (ISBW) und dem Regionalbeirat des Europäischen Sozialfonds am Standort Neubrandenburg 1 Jahr lang langzeitarbeitslose bzw. von Langzeitarbeitslosigkeit bedrohte Mütter und Väter – zum Teil alleinerziehend – gecoacht.
Die Besonderheit dieses Projektes bestand darin, dass mit der Teilnahme der Mütter und Väter durch das Jobcenter zeitgleich die in der Bedarfsgemeinschaft lebenden Kinder mit einbezogen wurden. Im Projektzeitraum der vergangenen 12 Monate wurden und werden 27 Familien mit insgesamt 56 Kindern, jeweils für ca. 6 Monate, begleitet.

Jobcenter und ISBW greifen damit das Thema „verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit in Familien“ auf und verfolgen dabei zwei Zielrichtungen – einerseits geht es darum, dem Entstehen langfristig anhaltender Arbeitslosigkeit gezielt vorzubeugen und andererseits gravierenden Folgen einer verfestigten Langzeitarbeitslosigkeit, aber auch vor- bzw. nachgelagerten gesundheitlichen und psychosozialen Problemen in den Familien zu begegnen.

Während der Teilnahme an der Maßnahme ist es notwendig, die gesamte Familie oder einzelne Familienmitglieder so zu begleiten, dass sie bereit sind, die eigene familiäre Situation genau anzuschauen, manifestierte Gewohnheiten, die sich als Entwicklungshemmnis darstellen, als solche zu erkennen und durch Perspektivwechsel Alternativen zu entdecken, für die es sich lohnt, Veränderungen anzugehen.

Dazu standen die Familiencoaches während der gesamten Zeit der Teilnahme regelmäßig mit den jeweiligen Arbeitsvermittlern bzw. Fallmanagern des Jobcenters im engen Kontakt.

Die Arbeit mit den Familien zielte im ersten Schritt darauf hin, die individuellen Familienverhältnisse zu stabilisieren und zu verbessern. Im zweiten Schritt wurden berufliche Perspektiven anvisiert, um mittel- und langfristig eine Orientierung auf dem Arbeitsmarkt zu geben und eine Integration zu ermöglichen. Begleitet wurden die Prozesse in umfangreichen Modulen mit Inhalten zum spezifischen Lebensalltag. In der Gruppe wurden Themen wie Ernährung, Kommunikation, Konflikte, Gewalt, Sucht und Erziehung behandelt und aktiv mitgestaltet. Für die Ferienzeit der Kinder wurde beispielhaft mit allen Projektteilnehmern eine familien-gerechte Ferienbetreuung vorbereitet und realisiert.

Projekt für weitere zwölf Monate verlängert

Angesichts der multiplen Vermittlungshemmnisse der Teilnehmenden sind die Entwicklungsschritte nach Projektabschluss insgesamt als sehr positiv zu bewerten. Häufig handelte es sich dabei zunächst um die Entwicklung einer Tagesstruktur, die Stärkung von Selbstvertrauen und -wert, das Erkennen der eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten, das (Neu-)Entdecken des Familienlebens und die Teilhabe am sozialen Leben.

War das geschafft, ging es an die Aufarbeitung der gesundheitlichen Situationen. Hier konnten weiterführende Behandlungen (z.B. psychologische Beratung und Therapien) vermittelt, Arztbesuche zur Klärung von Gesundheitsproblemen initiiert, sowie im besondere Maße emotionsentlastende und problemlösende Gespräche geführt werden.

Zu den beruflichen Integrationserfolgen zählte in allen Fällen zunächst die Orientierung auf dem Arbeitsmarkt. Neben dem Erwerb von Kompetenzen (z.B. Nutzung der Jobbörse, Bewerbungsmanagement etc.) und dem Training von Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein erwies sich das Aufzeigen und gemeinsame Erarbeiten von beruflichen Perspektiven sowie das Heranführung an das Arbeitsleben durch zahlreiche Praktika als förderlich für die Leistungsbereitschaft und -fähigkeit.

Im Ergebnis des noch bis heute laufenden Projektes wird die Kooperation zwischen dem Jobcenter, dem Regionalbeirat und dem ISBW weitergeführt und das Projekt „Familiencoach“ ab dem 1. April für weitere 12 Monate beim ISBW in Neubrandenburg verlängert.


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