Anzeige
Anzeige

Feuerwehrleute des Kreises stehen geschlossen hinter ihrem Chef

26. März 2017

„Ich weiß, was ich gesagt habe und auch, was ich nicht gesagt habe. Beide Gefahrgutzüge waren und sind einsatzbereit“. Mit diesen Worten eröffnete Kreisbrandmeister Norbert Rieger gestern die Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes und sprach damit die Berichterstattung einer lokalen Zeitung in den vergangenen Wochen an. Und eines wurde besonders deutlich an diesem Tag: Nahezu alle Delegierten stehen geschlossen hinter Rieger.

Auch Thomas Diener fand deutliche Worte. „Berichterstattung ja, aber bitte ehrlich und sachlich. Nehmen wir das Dorffest in Lehsten. Ich war selbst betroffen. Tenor war: Braune Brut in Retterkluft. Braunes Dorf, braune Feuerwehr, braunes Mecklenburg-Vorpommern. Die Ermittlungen haben zweifelsfrei bestätigt, dass die Vorwürfen, die der Nordkurier erhoben hat, haltlos waren.“

Ein weiteres Thema war gestern der Brandschutz. Nach wie vor hat sich an der Situation der Tageseinsatzbereitschaft auf dem Land wenig getan. So müssen sich immer mehr kleinere Wehren zwischen 8-16 Uhr komplett abmelden. Ein Zustand der so nicht tragbar ist.
„Wir müssen uns aber auch auf die Grundsätze beschränken. Die Freiwilligen Feuerwehren übernehmen mittlerweile Aufgaben, die nicht zu den eigentlichen Aufgaben der Feuerwehr gehört“, sagte Hannes Möller, Landesbrandmeister im Land. Uns nützt die teuerste und beste Technik nichts, wenn wir niemanden haben der sie bedient“, ergänzte Möller und sprach damit die unverzichtbare Nachwuchsarbeit an.

Große Probleme bereitet nach wie vor auch die enorm hohe Auslastung der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz (LSBK) in Malchow. So konnten im vergangenen Jahr nur 30 Prozent der angemeldeten Teilnehmer ausgebildet werden.
„Da müssen wir, zusammen mit dem Land, mittelfristig eine Lösung finden.“ Ab 2018 wird die Ausbildung der Berufsfeuerwehrmänner nach Rostock ausgelagert. Norbert Rieger erhofft sich dadurch mehr freie Plätze an der Landesschule.

Große Sorgen bereitet den Einsatzkräften auch die neue Hilfsfrist. Nach neuem Brandschutzgesetz müssen die ersten Einsatzkräfte nach spätestens zehn Minuten den Einsatzort erreichen.

Zum Abschluss der Veranstaltung stellte sich Norbert Rieger ganz klar hinter seine Kameraden. Die richtigen Worte fand aber auch ein anderer: „Niemand muss Angst vor Repressalien haben, wenn er seine Meinung sagt. Das hat es in unserem Verband noch nie gegeben und das wird es auch in Zukunft nicht geben“, sagte der ehemalige Kreisbrandmeister Josef Augustin.

An der Jahreshauptversammlung des Verbandes nahmen knapp 230 Delegierte aus den 180 Feuerwehren des Landkreises Mecklenburgische-Seenplatte teil.

Text und Fotos: Nonstopnews Müritz


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*