Handwerker statt Badegäste im Thermen-Becken

11. September 2013

Viele Mitarbeiter zunächst ohne Job

ThermeRöbel (AG). Vielen Müritzern fehlt sie schon jetzt, dabei ist die Müritz Therme in Röbel erst seit zwei Wochen dicht. Doch sie wird voraussichtlich ein Jahr lang geschlossen bleiben. Eine umfangreiche und sehr teure Beckenkopfsanierung steht an. Das Ganze rührt offenbar noch von Baumängeln her, denn das Bad war von Anfang an Sorgenkind der Stadt. Und das nicht nur wegen der hohen Unterhaltskosten, sondern wegen gravierender Mängel.

Noch sind die Mitarbeiter der Therme dabei, auszuräumen. Bis Ende der Woche, so Geschäftsführer Marco Lüders gegenüber WsM, haben sie dafür noch Zeit. Dann ist für viele der 35 Angestellten erst einmal Schluss. Während einige in anderen Einrichtungen des Betreibers untergekommen sind, blieb für die meisten nur der Gang zur Arbeitsagentur. „Das hat uns natürlich sehr leid getan, aber wir können die Leute nicht ein Jahr ohne Beschäftigung bezahlen. Wir haben aber allen gesagt, dass sie nach der Sanierung gerne wieder bei uns anfangen können“, sagte Marco Lüders. Doch er macht sich nichts vor: Viele werden bis dahin andere Jobs haben. Er selbst, angestellt bei der FUN GmbH als Betreiber der Müritz Therme, wird andere Objekte des Unternehmens mitbetreuen sowie unter anderem eine Neueröffnung mit vorbereiten.

Hohe Förderung

Die ersten Handwerker rücken wahrscheinlich Ende des Monats an, die Auftragsvergabe ist gerade erfolgt. Schon vor der Eröffnung der Therme gab es erhebliche Probleme mit Baumängeln, die das gesamte Projekt enorm verteuerten. Einige Jahre später wurden weitere Baufehler am Gebäude festgestellt. Unter anderem sind die Beckenköpfe falsch ausgeführt worden, so dass das Haus selbst feucht wird. Das wiederum kann zur Ablösung der Fliesen und zu schweren Schäden in der Betontragkonstruktion führen. Deshalb gab’s zur jetzt angesetzten Sanierung auch keine Alternative.

Die Beseitigung der Mängel und Schäden an der Therme mit ihren 700 Quadratmetern Wasserfläche kostet weit mehr als zwei Millionen Euro – ohne einen dicken Batzen Fördermittel hätte die Stadt Röbel das nicht stemmen können. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte beteiligt sich nach lange Hin und Herr mit einem jährlichen Zuschuss von 125 000 Euro an den Betriebskosten.


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