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Heftige Kritik am geplanten Häuschen auf dem Herrensee

14. Februar 2017

Die vom Müritzeum geplante Eventplattform auf dem Herrensee ruft immer mehr Kritiker auf den Plan. Neben Naturschutzverbänden melden sich auch viele Privatleute zu Wort und fordern die Verantwortlichen auf, dieses Vorhaben ad acta zu legen.

Wie berichtet, soll auf dem Herrensee eine so genannte Eventplattform entstehen. Ein Häuschen, verbunden über einen festen Steg. Darin, so die Planer, sollen Veranstaltungen mit bis zu 30 Teilnehmern möglich sein, unter anderem auch für Schulklasse.

„Vollkommen unnötig“, heißt es von Naturschützern, die vor allem einen negativen Einfluss auf die besondere Flora und Fauna des Herrensees befürchten.

Zu Wort meldet sich auch Dr. Hanne Kohlhofer.“ Solche Räume existieren aber bereits im Mürizeumsgebäude selbst. Meines Erachtens ist diese Plattform in vielerlei Hinsicht eine Fehlinvestition und nicht naturverträglich. Sie zerschneidet das Landschaftsbild des Herrensees, behindert die Sicht aus dem Müritzeum auf das Gewässer, stört und vertreibt die tierischen und pflanzlichen Bewohner im und auf dem Wasser durch mechanische und akustische Irritationen, gefährdet die in Waren nunmehr letzte Lachmöwenkolonie und verursacht deutliche Folgekosten zur Erhaltung des wassernahen Baus und der Säuberung (Glasfronten).
Und das alles bei höchstens acht Wochen Nutzung pro Jahr – eine „ Attraktion“, die Waren nicht braucht. Alternativen gäbe es – wenn unbedingt Fördermittel, sprich Steuergelder verbraucht werden müssten – im Müritzeumsgebäude selbst oder auf festem Boden des Museumsgeländes evtl. unter Hinzuziehung eines Teils der angrenzenden städtischen Grünanlagen“, so Dr. Hanne Kohlhofer.

Nebenbei bemerkt: Auch im Müritzeum selbst ist durch einen Umbau Anfang des Jahres bereits ein neuer Veranstaltungsraum für rund 60 Personen entstanden. Alles in allem sollen in das knapp zehn Jahre alte NaturErlebniszentrum 1,1 Millionen Euro investiert werden, ein Großteil des Geldes kommt als Fördermittel.

Foto: Dieses blaue Teil links auf diesem Plan wird das geplante und sehr umstrittene Häuschen auf dem Herrensee.

 


2 Antworten zu “Heftige Kritik am geplanten Häuschen auf dem Herrensee”

  1. Christine Bülow sagt:

    Wie sah denn das Konzept des Müritzeums bisher u.a. für Schulklassen aus? Mussten schon mal Veranstaltungspläne aus Platzgründen verworfen werden? Wie ist die Auslastung der Veranstaltungen bisher mit Besuchern? Welche Veranstaltungen sollen denn in dem neuen Veranstaltungsraum im Foyer stattfinden,? Die Besucher sitzen dann zukünftig wie zur Besichtigung in einem Glaskasten. Was fand denn bisher in den anderen Räumen statt? Wieviel Klassenführungen gibt es im Jahr? Ist das Haus personell in der Lage eine solche Erweiterung, die auf den Veranstaltungs- und Öffentlichkeitsbereich abzielt, abzusichern? Ist im Müritzeum, in dem der Naturschutz Priorität haben sollte, über die Einflüsse des Baus auf dem Herrensee nachgedacht worden und wenn ja, mit welchem Ergebnis? Es ensteht der Eindruck, dass man hier in jedem Falle Fördermittel abfassen wollte, ohne wirklich alles wirklich geprüft zu haben.

  2. Fachgruppe Ornithologie "Karl Bartels" Waren sagt:

    Bürgermeister
    Herr
    Norbert Möller

    Zum Amtsbrink 1
    17192 Waren (Müritz)
    Zimmer: 3.18

    Waren, den 16.02. 2017

    Sehr geehrter Herr Bürgermeister Möller,

    wie uns über die Presse und der Ortsgruppe des NABU bekannt geworden ist, planen der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und die Stadt Waren als Gesellschafter des Müritzzeums auf dem Herrensee die Errichtung einer schwimmenden Eventplattform als Gebäude mit etwa 80m² Grundfläche darauf.

    Der Standort soll ausgerechnet dort sein, wo sich die letzte noch in-takte Brutkolonie der Lachmöwe im Einzugsbereich der Müritz befindet. Beispielweise hat sich die weitaus größere Kolonie im Stadthafenbereich Warens von 2015 zu 2016 auf die Hälfte der Brutpaare reduziert und blieb ohne jeglichen Bruterfolg. Das ist sehr ungewöhnlich, und wir sehen einen möglichen Zusammenhang zur Möwenvergrämungsanlage auf den Molen des Stadthafens. Am Herrensee wäre ein Totalverlust der Kolonie zu erwarten. Diese Art unterliegt nach der Roten Liste für Mecklenburg Vorpommern einer starken Abnahme (bis 50%) und steht damit auf der sogenannten Vorwarnliste. Aus artenschutzrechtlicher Sicht ist es nicht vertretbar, die nun hier noch bestehende sehr kleine Kolonie durch eine nächste Baumaßnahme zu gefährden. In dem dort bestehenden Schilfgürtel brüten noch (!!!) Teichrohrsänger mit dem gleichen negativen Status wie die Lachmöwe und die laut Roter Liste extrem seltene Kolbenente und andere Arten. Insgesamt besteht hier also ein einigermaßen intaktes naturnahes Refugium, dass für den Nahbereich der Stadt einmal typisch war. Genau das soll das Müritzeum dem Besucher vermitteln und sie dafür sensibilisieren. Somit steht das geplante Bau-vorhaben im deutlichen Widerspruch dazu.
    Wir erwarten von Ihnen eine nochmalige Überprüfung des Vorhabens mit Rückbesinnung auf das, was die Mitarbeiter des Müritzeums eigentlich wollten: Eine kleine Einrichtung für Gewässeruntersuchungen mit Schülern u.a. auf der nordöstlichen Seite des Herrensees.

    Mit freundlichen Grüßen im Auftrage der Fachgruppe

    Gerhard Heclau
    (Sprecher der Fachgruppe)

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