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Hoch, höher, am höchsten: Noch eine Million mehr für den Hafen

12. Januar 2016

Diese Nachricht überrascht wohl nur wenige: Der Ausbau des Warener Hafens – von Anfang an aufgrund der immensen Kosten umstritten – wird noch teurer. Und zwar noch einmal um rund eine Million Euro!
Das geht aus dem aktuellen Kontrollbericht zum Stand der Arbeiten hervor, den die Stadt gestern freigegeben hat. So liegen die Gesamtkosten nunmehr bei etwa 9,5 Millionen Euro. Voraussichtlich. Denn ob das Ende der Fahnenstange damit erreicht ist, steht in den Sternen.

HafenZur Erinnerung: Als die Stadt den umfangreichen Ausbau des Hafens geplant hat, ging man von Kosten von etwa 7 Millionen Euro aus.
Doch noch bevor überhaupt das erste Baufahrzeug anrückte, stieg die Summe im Herbst 2014 bereits auf 8,3 Millionen Euro.
Kein Grund für die Mehrheit der Stadtvertreter, das Vorhaben zu stoppen. Allerdings machten sie ein bisschen „Du, Du“ und wollten eine Garantie, dass es es nicht zu weiteren Steigerungen kommt. Die hat ihnen aber niemand gegeben.

Warum, zeigt sich jetzt nicht zum ersten Mal, denn zwischenzeitlich musste die Stadt schon einmal über Mehrkosten berichten, die Summe stiegt auf 8,5 Millionen Euro. Nun also 9,5 Millionen Euro.

Für die Mehrkosten sind laut Kontrollbereicht zum einen die erhöhten Aufwendungen bei den Gründungsarbeiten verantwortlich, zum anderen jede Menge Nachträge von Baufirmen und zum dritten zusätzliche Leistungen. So wurde die marode Stützwand zum Fischereihafen außerplanmäßig abgerissen und erneuert, was zusätzlich rund 190 000 Euro verschlang.

Wie es aussieht muss die Stadt aber auch die Mehrkosten wieder nicht alleine tragen, sondern kann sich erneut aufs Land verlassen, dass allem Anschein nach 80 Prozent Steuergelder dazu schießt.

In Waren laufen inzwischen Wetten, wie hoch die Kosten noch steigen. Nicht ganz  unberechtigt, denn wie es im Kontrollbericht schon mal vorsorglich heißt, sind auch die weiteren Arbeiten „nicht gänzlich risikofrei“.

Es gibt aber auch gute Nachrichten vom Haufenausbau: Die Arbeiten liegen im Plan und sollen wie vorgesehen im Herbst dieses Jahres beendet werden. Schon zur Müritz-Sail im Mai will die Stadt die Nordmole einweihen.

Foto: Archiv


11 Antworten zu “Hoch, höher, am höchsten: Noch eine Million mehr für den Hafen”

  1. N.Tupeit sagt:

    Die Ossis verballern das ganze schöne Steuergeld von Deutschland. Mehr brauch man dazu nicht kommentieren.

  2. Norbert Bluhm sagt:

    Nö: tief, tiefer, am Tiefsten!
    Es ist müßig, diverse weitere Kommentare zu den Kostensteigerungen zu schreiben.
    Solange der in den 1940er Jahren gestrichene Strafrechtsparagraph, wonach „Amtsträger“ für Fehlentscheidungen haften, nicht wieder eingeführt wird – wovon nicht auszugehen ist – passiert 0,Nix. [Art. 34 GG & § 839 BGB sind zu schwammig.]
    Auf alle Fälle dürfte Waren (Müritz) wegen dieser und weiterer „Kostenexplosionen“ 2015/16 ein vorderer Platz im sog. Steuerzahlerschwarzbuch beschert werden. Dummerweise bringt die Veröffentlichung der Stadt finanziell ebenso 0,Nix ein.
    In einer Bild-Grafik vom 01.11.2014 bei FB bezifferte ich die Kosten des Hafenumbaus auf 12.950.000 € – das kann als Wette hinzugefügt werden. – In- oder exklusive Verwaltungskosten, die in der der Bilanz „Hafen 2.0“ auftauchen müssten.

  3. Charly sagt:

    Erst 7 jetzt 9 Millionen € !! Und das ist mit absoluter Sicherheit noch nicht das Ende der Fahnenstange. Für die Verantwortlichen der Stadt offenbar eine überraschende und nicht vorhersehbare Entwicklung …. oder ? Die Warener Bürger/innen haben es jedenfalls von Beginn an gewußt und mehrfach vorausgesagt……. insofern für sie keine Überraschung. Städtische Planung, Kostenschätzung und ‚freihändige‘ Auftragsvergabe hätten da kein anderes Ergebnis gebracht. Man fragt sich, worin der Nutzen eines aufwendigen und kostspieligen Ausschreibungsverfahrens eigentlich liegt? Nur weil es die gesetzlichen Bestimmungen so vorschreiben? Privatunternehmen schreiben aus und vereinbaren einen Festpreis um sich vor Überraschungen einer unüberschaubaren Kostenentwicklung zu schützen. Sie sind nicht in der Lage, dem Steuerzahler ständig in die Tasche zu greifen. Ganz gleich, aus welchen Töpfen die Steuergelder auch immer kommen. Es sind die sauer verdienten Abgaben der dafür hart arbeitenden Menschen. Der Umgang mit diesen Steuergeldern verlangt ein hohes Verantwortungsbewußtsein. Und nicht nur in diesem Falle läßt das zu wünschen übrig.

  4. Willi sagt:

    Leute,Leute regt euch doch nicht so auf. Der Bund hat über 2 Billionen Schulden. Wir haben genug Geld für die jetzt kommenden Flüchtlinge. Da werden wir doch die paar Mark für den Hafen übrig haben. Es ist doch auch schön wenn die Urlauber sich daran freuen können. Wir Warener sitzen in unseren Datschen, freuen uns das unsere Kinder und Enkelkinder keine Arbeit haben. Hauptsache Waren hat einen tollen Hafen. Den Stadtvertretern sei Dank.

  5. k.frind sagt:

    Stimmt.Das Geld hätte man auch in größere Datschen investieren können.Vielleicht ist noch etwas Geld für die Kinder u Enkelkinder über davon könnte man Gesellschaftsspiele kaufen damit es in den Datschen nicht so langweilig wird.So ein Hafen könnte eventuell noch Arbeitsplätze schaffen,kommt vielleicht nicht so gut an.Wenn man den Hafen nun nicht bauen würde,man auf die Millionen verzichten würde bekäme niemand Steuergelder zurück.Dann würden ebend andere Städte es verbraten.Warum zuschauen wie es woanderst hübsch wird,wenn man selber die Chance hat was zu verändern? Die Händler usw leben nun mal vom Tourismus ,schädlich kann es für diese Menschen die darauf im Sommer angewiesen sind ja nicht sein.

  6. wolle sagt:

    Wer Ausschreibungen kennt, weiß, dass ein Auftragnehmer Bauleistungen nur ein „wettbewerbsfähiges“ VOB-Angebot abgeben kann, wenn ausreichend Chancen für Nachträge drin sind. Ein Auftraggeber weiß, dass er leichter an Geld kommt, wenn es erst mal nicht so teuer aussieht. An Planung und Projektleitung hängen ja sein Arbeitsplatz und seine Prämien. So weiß auch jedes Planungsbüro, dass ordentlich Luft nach oben drin sein muss. Dass eine Veranschlagung nach HOAI nur wenig von Baukostenrichtwerten abweichen darf, wer will das schon wissen. Weil zudem von den Nachträgen garkeiner irgendwas weiß, gelten dann auch die Termine nicht mehr. Dafür darf dann der Steuerzahler den Unternehmer zusätzlich entschädigen.

    Wer weiß schon, wer hier (regelmäßig) die Ausschreibungen größerer Vorhaben gewinnt und wer die Nachtragsleistungen erbringt. Keiner da draußen braucht zu wissen, dass diese meistens ohne Wettbewerb im Stillen „verhandelt“ werden. Zudem ist allen klar: ein publizierter Fertigstellungstermin ist allemal wichtiger als die Einhaltung des Kostenrahmens.

    Ein erfahrener privater Bauherr sucht sich aus, wer Nachtragsleistungen erbringt. Das ist für den Ausschreibungs-gewinner wenig lustig. Wenn der den Termin vermasselt, gibt es Vertragsstrafen.

    Wünschen wir unseren Herren fröhliche Spatenstiche in fröhlich aufgeschütteten Kieshäufchen, gemeinsames fröhliches Banddurchschneiden und fröhlich ploppende Korken.

    P.S. Bitte, bitte ab jetzt nicht immer und überall das Flüchtlingsthema hineinmixen. Wer will schon Stimmungsmache gegen die, die sich sprachlich nicht wehren können, oder?

  7. Charly sagt:

    Die „öffentlichen“ Ausschreibungen, die Zuschlagsvergaben und die erfolgten und noch kommenden exorbitanten Kostenentwicklungen/-Überschreitungen, sind ein klassischer Fall von Steuerverschwendung. Man darf gespannt sein, was der Landesrechnungshof dazu zu sagen hat. Immerhin ist das alles eine bundesweite Veröffentlichung wert. Waren arbeitet an seinem Image!

  8. Herbert W. sagt:

    Es ist schon unglaublich wie mit den Steuergeldern umgegangen wird. Nur weil sich irgendwelche Provinz Politiker?!? ein Denkmal setzen wollen. Die Frage ist doch ,brauchen wir diesen Hafen noch? Denn wenn eine Badewanne voll ist läuft sie über. Und unsere wunderschöne Müritz ist voll genug mit Häfen und Booten.
    Aber liebe Politiker, Ihr macht das schon !Immer im Sinne eurer Wähler. Oder etwa nicht?Die nächste Wahl wird es dann zeigen.

  9. Charly sagt:

    Die Anmerkungen von „Herbert“ möchte ich noch um einen weiteren Aspekt ergänzen. Zur Erinnerung: Gleich, ja unmittelbar neben dem völlig überflüssiger Weise erweiterten städtischen Hafen entsteht in Kürze noch ein weiterer Hafen in privater Initiative. Das alles geht am objektiven Bedarf vorbei und führt im schlimmsten Falle zu einer völligen und absolut unromantischen Überlastung unseres bisher einmalig schönen Bootsreviers. Warens Bau- (z.B. neuer Wohnklotz am Hafen) und Hafengigantomanie verschandelt unsere bisher schöne Stadt. Das wird sich rächen und den anderen kleineren Häfen, Orten und Städtchen im Bereich der Oberseen zu erhöhter Attraktivität verhelfen. Hoffentlich begeht man dort nicht die gleichen fatalen Fehler. Für Waren kommt jede Hoffnung zu spät. Aber was soll’s, das Geld muß weg …. koste es was es wolle. Ohne Sinn, Verantwortungsbewußtsein, ohne Verstand!

  10. wolle sagt:

    in jedem Tourismusgebiet gibt es einen Ballermann. In der Region ist das Waren. Mit vierzehntägigem Abstand von Juni bis September wird Stadt und Nationalpark mit Disco- und Stimmungsmusik bis halb zwo unterhalten. Scheint, man hat eine bestimmte Zielgruppe ausgemacht: Die stören sich weder an kulturlosen Verschandlungen, noch dass sie Umweltfragen ihrem Partyspaß gegenüberstellten.

    Unsere Behördenleiter haben Bebauungswünschen der Großanbieter immer sekundiert. Wohl bei keiner Uferbebauung noch Steganlage hielten sie eine Umweltverträglichkeitsprüfung für nötig. Nicht mal als die halbe Reek zugebootet wurde. Diese Prüfung war stets nach wohlmeinendem, simplen Screening mit Mitteilung im Amtsblatt obsolet. Mal sehen, wann im Stadtgebiet der letzte nicht private Uferabschnitt dieser Politik zum Opfer fällt. Lang kann es nicht mehr dauern und wir können die Schilfhalme zählen.
    Dann ist nicht etwa Schluss: Vor 20 Jahren konnte man vom Volksbad aus den Anfang des Eldekanals sehen. Inzwischen sind die Kameruner Steganlagen weiter und weiter auf die Müritz hinausgewachsen, mit Salamitaktik, logisch, ohne Genehmigung.

    Alles hat sein Gutes: Irgendwann kommen Vereinsmitglieder von Kamerun über Stege zum Stadthafen. Ohne Boot; das hätte doch was, oder?

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