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Immer mehr Diebstähle aus Bootshäusern – Experten geben Tipps

21. Oktober 2016

Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern registriert immer mehr Diebstähle aus Bootshäusern. Von Bootszubehör bis hin zu kompletten Booten verschiedenster Art sind es vor allem aber immer wieder die Antriebe der Wasserfahrzeuge,insbesondere die Außenbordmotoren, auf die es die Täter abgesehen haben. So sind mit einer Zahl von 223 Motoren bis Ende September dieses
Jahres bereits mehr Bootsmotoren in unserem Land gestohlen worden, als das in den Jahren zuvor in der Ganzjahresbilanz der Fall war – (2015: 209; 2014: 198).

Dabei ist im Monat September mit 38 Stück die bislang größte Zahl an Motoren entwendet worden. 20 dieser Motoren und damit der Hauptanteil waren hier Außenbordmotoren mit einer Leistung von bis zu 15 PS. Am zweithäufigsten wurden Motoren der Leistungsklasse zwischen 15 und 50 PS (16 Stück) entwendet. Über 50 PS Leistung hatten lediglich 2 der Motoren. Herausragende Marken sind nicht festzustellen.

schiffsschraubenDie damit einhergehenden Schäden reichen dabei schnell in Größenordnungen zwischen 6000 und 8000 Euro und liegen zum Teil, je nach Motor, auch deutlich darüber. Zusätzlich sind diese Diebstähle  dadurch gekennzeichnet, dass an den betroffenen Booten durch die Begehungsweise der Täter regelmäßig weitere Schäden verursacht werden, die teils erhebliche Reparaturaufwendungen erfordern, da beispielsweise Zuleitungen einfach durchgeschnitten oder -gekniffen werden bzw. anderes Bootszubehör in Mitleidenschaft gezogen wird.

Wie bereits im Vorjahr wurden auch in diesem Jahr bislang die meisten Bootsmotoren während der Bootssaison gestohlen. Dennoch sind auch die Zeiträume außerhalb der Saison relevant, da sich die Diebstahlszahlen hier in einigen Monaten nur unwesentlich von den saisonalen Höchstwerten unterscheiden.

Die Tatorte sind insbesondere abhängig von den Tatgelegenheiten. Unabhängig von der Größe der Häfen und Marinas werden die den Tätern günstig erscheinenden Gelegenheiten genutzt und die Motoren auch in größeren, aber unbewachten Anlagen abgebaut. In Einzelfällen werden nach wie vor Boote von den Liegeplätzen zu abgelegeneren Plätzen verbracht und die Motoren dort demontiert.

Dabei ist der Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg etwa doppelt bis dreimal so häufig betroffen wie der des Polizeipräsidiums Rostock. Ursächlich dafür dürfte jedoch vor
allem das Mehr an Binnenseen und den damit verbundenen Tatgelegenheiten sein.

Vor dem Hintergrund des Saisonendes und der damit verbundenen Verlegung in die Winterquartiere raten Wasserschutzpolizei und  Landeskriminalamt zu erhöhter Wachsamkeit und geben folgende Hinweise:

1. Sichern Sie Ihr Boot und Ihren Außenborder zusätzlich, z.B. mit Ketten, Schlössern oder Alarmanlagen.

2. Prüfen Sie, ob der Außenborder besser gegen Diebstahl geschützt werden kann, z.B. durch Mitnahme von Bord während des Stilllegens, durch Aufbewahrung in einer Halle oder in der heimischen Garage.

3. Lassen Sie den Außen- oder Innenbordmotor sowie maritimes Equipment von der Wasserschutzpolizei codieren. Mit einer solchen eindeutigen Identifizierungs- und Eigentumskennzeichnung schaffen Sie u.a. die Möglichkeit, dass Täter bereits vor dem Bemerken des Diebstahls gestellt werden können. Außerdem werden beispielsweise als codiert gekennzeichnete Bootsmotoren deutlich uninteressanter für einen kriminellen Zugriff.

4. Achten Sie auf widerstandsfähige Tür-, Fenster- und Lukenbeschläge, Sicherheitszylinder an Kajütentüren und Lenkradsperren.

wasserschutzn5. Verschließen Sie Kajüte und Backskisten.

6. Entfernen Sie leicht demontierbare und wertintensive  Ausrüstungsgegenstände und lassen Sie keine Wertgegenstände an Bord.

7. Fotografieren Sie Ihr Boot. Registrieren Sie signifikante Merkmale, die ein Wiedererkennen erleichtern. Führen sie einen Bootspass außerhalb Ihres Bootes mit allen Angaben zum Boot und zur
Motortechnik.

8. Sollten Sie ein gebrauchtes Boot erwerben, achten Sie auf die Rumpfnummer (CIN – Craft Identification Number). Wird Ihnen ein Boot ohne oder mit „überarbeiteter“ CIN angeboten, erkundigen Sie sich genau nach der Herkunft und den Besitzverhältnissen des Bootes. Es könnte gestohlen sein.

9. In diesem Zusammenhang rät die Polizei weiter, jeden Diebstahl sowie Versuchshandlungen, auch ohne materiellen Schaden, zur Anzeige zu bringen.

Zusätzliche kostenlose, individuelle und neutrale Beratungen gibt´s bei Bedarf durch die Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen der Polizeiinspektionen und die Wasserschutzpolizeiinspektionen des Landes.

 

Über die genannten Informationen hinaus können sich interessierte Bootsführer dort auch über den Stand und die Möglichkeiten weiterer bzw. zu konkreten Sicherungstechnologien, beispielswiese der GPS-Ortung, informieren.


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