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Jeder fünfte in Mecklenburg-Vorpommern ist arm

2. März 2017

In Mecklenburg-Vorpommern ist mehr als jeder fünfte Einwohner – genau 21,7 Prozent – arm oder von Armut bedroht. Das geht aus dem Armutsbericht Deutschland hervor, der heute vorgelegt wurde. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte zur Verfügung hat – das sind 942 Euro bei einem Einpersonenhaushalt und 1978 Euro bei einer Familie mit zwei Kindern.

Mecklenburg-Vorpommenr hat seine Armut dem Bericht zufolge in den vergangenen zehn Jahren um 10 Prozent reduziert. Es liegt aber im bundesweiten Vergleich auf dem drittletzten Platz vor Berlin und Bremen. Somit ist Mecklenburg-Vorpommern das ärmste Flächenland.

Die Schere zwischen Arm und Reich öffne sich weiter, meint der Paritätische Wohlfahrtsverband. Das zeige der Abstand zwischen Bayern und Baden Württemberg mit den geringsten Armutsquoten (11,6 und 11,8 Prozent) und dem Schlusslicht Bremen mit 24,8 Prozent. Die größten Armutsrisiken tragen dem Bericht zufolge Erwerbslose, Alleinerziehende und kinderreiche Familien, niedrig qualifizierte Menschen sowie Ausländer. Stark gestiegen sei das Armutsrisiko für Rentner, nämlich um 49 Prozent in zehn Jahren. Überdurchschnittlich von Armut betroffen seien auch Kinder. In Mecklenburg-Vorpommern lebte 2015 mit rund 50 000 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ein Viertel in Familien, die auf Grundsicherung angewiesen sind.

Schleswig-Holstein steht mit einer Armutsquote von 14,6 Prozent im Vergleich der norddeutschen Bundesländer noch am besten da. Gleichzeitig verzeichneten die Verfasser des Berichts dort aber eine deutliche Zuwachsrate: 2014 hatte die Armutsquote noch bei 13,8 gelegen.

Bundesweit lag die Armutsquote 2015 bei 15,7 Prozent. Damit leben 12,9 Millionen Deutsche unter der Einkommensarmutsgrenze – ein neuer Höchststand im vereinten Deutschland.


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