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Kleine Aale tummeln sich seit heute in den Seen der Region

6. April 2018

Mehr als eine Million neue Einwohner in der Müritz-Region – aber nicht an Land, sondern in den Gewässern. Die Müritzfischer haben heute um die eine Million Glasaale im zarten Alter von drei Jahren und mit einem Gewicht von je 0,3 Gramm pro Stück in die Seen eingesetzt.

Sie wurden von der “Aalversandstelle des Deutschen-Fischerei-Verbandes“ e. V. bei Hamburg nach Eldenburg geliefert. Dort warteten neben den Müritzfischern weitere Fischereibetriebe auf ihre Lieferung, um sie noch am gleichen Tag in die Seen zu entlassen. „Die Jungtiere werden seit den 60er Jahren ausschließlich in Gewässer eingesetzt, von denen Sie wieder abwandern können“, betont Sebastian Paetsch von den Müritzfischern.

So stieg die Seebevölkerung heute sprunghaft unter anderem im Tollensesee, dem Kölpinsee und dem Plauer See an. Dort bieten vor allem krautige Stellen den neuen Bewohnern Nahrung und Schutz davor, selbst gefressen zu werden.

Weil die Aale auf Grund der durch Menschen geschaffene Hindernisse in den Flüssen nicht in ausreichender Menge zurückwandern würden, wird hier für eine nachhaltige Fischwirtschaft im positiven Sinne in die Natur eingegriffen. Nun dauert es bis zu zehn Jahre, bis sie zur Geschlechtsreife heranwachsen, bevor sie wieder über den Atlantik in die Sargassosee vor die Küste Floridas abwandern, um dort ihre Eier abzulegen.

Dann wiederrum treibt der Golfstrom die Aallarven nach Europa und der Kreislauf beginnt von vorn.

Bislang sei es nicht gelungen, den beliebten Speisefisch künstlich in nennenswerten Mengen zu züchten, so Sebastian Paetsch. Deshalb ist es wichtig, durch den Besatz die Zahl der abwandernden Fische zu erhöhen und so die Art zu erhalten. Einige werden ganz sicher nicht mehr an ihren Ursprung zurückkehren, weil sie auf dem Teller landen, denn noch immer ist der Aal ein sehr beliebter Speisefisch und geht bei den Müritzfischern vor allem in geräuchertem Zustand über die Theke.

Text und Foto: Miriam Brümmer/Linus Wittich Verlag Sietow


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