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Ladesäulen für E-Autos an der Müritz noch rar – Stadtwerke investieren am Warener Hafen

4. Oktober 2017

Wer an der Müritz ein Elektroauto fahren will, braucht am besten seine eigene Auflademöglichkeit. Das Netz an öffentlichen E-Tankstellen ist noch sehr lückenhaft – und das ist freundlich ausgedrückt. Wie ein Sprecher der Landesenergieagentur „Wir sind Müritzer“ mitteilte, sind hier bisher nur fünf öffentlich zugängliche Ladesäulen gemeldet. Diese stehen in Carolinenhof, in Bollewick an der Scheune, in Ludorf´am Gutshaus, in Göhren-Lebbin am Schlosshotel sowie am Kurzentrum in Waren an der Müritz. Auch in Gessin bei Basedow wurde eine E-Ladesäule installiert.

Das reiche für eine massive Ausweitung von fahrenden E-Autos rund um dei Müritz derzeit noch nicht. Dabei sind die leisen Fahrzeuge durchaus schon mit Aktionsradien bis von 240 bis 350 Kilometer im Angebot. Für diesen und jenen, der auf festen Routen zur Arbeit und zurück fährt, durchaus eine Überlegung wert, zumal es einen Rabatt von 4000 Euro pro Käufer und Auto gibt. Die Preise liegen aber noch bei 25 000 bis etwa 35 000 Euro. Außer eine Art E-Smartauto, das etwa 16 000 Euro kostet, aber nur 150 Kilometer Reichweite hat.

Der Bund hat zwar große Investitionen angekündigt, allerdings territorial sehr unterschiedlich. Bei Kosten von bis zu 20 000 Euro bei einer voll ausgestatteten Ladesäule, mit Dach, Umfahrschutz und sämtlichen Abrechnungsmöglichkeiten sowie Internetanschluss wirkt die Förderung von 3000 Euro pro Normallladesäule etwas gering.

Und eine Übersicht zeigt: Mecklenburg-Vorpommern kommt trotz der riesigen Entfernungen im ländlichen Raum im Bundesprogramm zur Förderung für Elektro-Ladesäulen schlecht weg. Zwischen Elbe, Müritz und Oder werden soviele Normal- und Schnelladepunkte beim Neuaufbau gefördert, wie im viel kleineren Bremen oder Saarland – 250 Normal- und 20 Schnellladepunkte, erklärte Anne Wurm von der Nationalen Organisation Wasser und Brennstoffzellentechnologie GmbH (NOW). Die Firma koordiniert die Förderung für das Bundesverkehrsministerium.

WsM meint, ein Fall für die neuen Bundestagsabgeordneten.

In Nachbarländern wie Brandenburg sollen 350 Normal- und 25 Schnellladepunkte, in Schleswig-Holstein sogar 450 Normal- und 36 Schnellladepunkte gefördert werden. Nach der Fläche ist Mecklenburg-Vorpommern das sechstgrößte unter den 16 Bundesländern, wo auch sehr viele Touristen tanken.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es aber für die Warener. Wie Stadtwerke-Geschäftsführer Eckhart Jäntsch auf WsM-Nachfrage erklärte, ist eine Ladestation für den Warener Hafen ins Sicht. „Je nachdem, wie gut diese dann angenommen wird, entscheiden wir, ob wir in weitere Ladestationen investieren“, sagte Eckhart Jäntsch.

Hinweis: Die Landesenerie- und Klimaschutzagentur (www.leka-mv.de) hat ihren Sitz im Landeszentrum für erneuerbare Energien in Neustrelitz. Der Projektmanager Ladeinfrastruktur Frank Jacobi ist dort unter 03981 4490203 oder frank.jacobi@leka-mv.de zu erreichen.

Foto unten: Im Kurzentrum Waren gibt es eine Tesla-Ladestation


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