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Land hilft, damit Mitarbeiter ganzjährig im Betrieb bleiben können

18. Dezember 2016

Das Wirtschafts- und Arbeitsministerium unterstützt erstmals in einem Pilotprojekt die ganzjährige Beschäftigung im Gastgewerbe in Mecklenburg-Vorpommern. Für 29 Beschäftigte in 15 Unternehmen sind Saisonverträge in ganzjährige Beschäftigungsverhältnisse umgewandelt worden. „Wir wollen die ganzjährige Beschäftigung im Gastgewerbe weiter ausbauen. Die Vorteile liegen auf der Hand. Die Mitarbeiter haben das ganze Jahr über Arbeit. Unternehmen können ihr Personal besser planen. Das kommt im Ergebnis auch den Gästen zugute“, so der Minister Harry Glawe.

Die Arbeitgeber erhalten in der Projektlaufzeit (November bis März/April) bis zu vier Monate einen Zuschuss von 40 Prozent der Personalkosten, wenn sie ihre Mitarbeiter während der Nebensaison weiter beschäftigen. Das Modell wird in Mecklenburg-Vorpommern als bundesweit erstes Pilotprojekt getestet und im Anschluss von der Fachhochschule des Mittelstands evaluiert.

„Für Unternehmen gerade im Hotel- und Gastronomiebereich ist es eine Herausforderung, Personal in den weniger stark touristisch frequentierten Monaten zu halten. Der stellenweise nicht gedeckte Fachkräftebedarf in einigen Branchen wie beispielsweise im Tourismus darf nicht zum Hemmschuh für das wirtschaftliche Vorankommen werden“, sagte Arbeitsminister Harry Glawe.

Die Sozialpartner, die sich an den Kosten der Evaluierung beteiligen, begrüßen das Modellprojekt: „Saisonarbeit ist für einen Großteil der Beschäftigten im Gastgewerbe unattraktiv. Sie ist in den meisten Fällen nicht existenzsichernd und schon gar nicht rentensichernd“, sagt Jörg Dahms, Regionsgeschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Mecklenburg-Vorpommern.
„Die Beschäftigten leisten einen Beitrag zum Fördermodell, indem sie die Überstunden, die sie im Sommer machen, in Form von Jahresarbeitszeitkonten in die Finanzierung der saisonschwachen Zeit einbringen.“

Matthias Dettmann, Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA in Mecklenburg-Vorpommern, freut sich, dass das Land Mitgliedsunternehmen unterstützt, die unter der Saisonlücke leiden. „Gerade kleinere Betriebe sind häufig nicht in der Lage, ihre Mitarbeiter ganzjährig zu beschäftigen, auch wenn sie das gern täten. Die Ertragslage lässt es einfach nicht zu. Ich hoffe sehr, dass unser Konzept aufgeht und die Förderung dazu führt, dass die Unternehmen Neugeschäfte generieren können. Nur so können sie mittelfristig ohne Förderung ganzjährige Beschäftigung finanzieren.“

Im Gastgewerbe in Mecklenburg-Vorpommern gibt es nach Angaben des DEHOGA rund 6.600 konzessionierte Betriebe mit etwa 37.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die einen Jahresumsatz in Höhe von rund neun Milliarden Euro erwirtschaften.

Im September 2016 hat Mecklenburg-Vorpommern bei den Übernachtungen ein Plus von 9,3 Prozent (3,2 Millionen Übernachtungen) und bei den Ankünften ein Plus von 13,3 Prozent (rund 815.000 Gäste) gegenüber dem Vorjahresmonat zu verzeichnen.

Vor allem die Hotellerie ist bei den Ankünften zweistellig (+11,7 Prozent) gewachsen und beim Camping wurden die Ankünfte verdoppelt (+50,4 Prozent). Von Januar bis September 2016 legt Mecklenburg-Vorpommern insgesamt weiter zu: +2,7 Prozent bei den Ankünften (6,2 Millionen Gäste) und +3,1 Prozent bei den Übernachtungen (25,4 Millionen Übernachtungen).

 


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