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Landkreis lässt mal so eben 18 Millionen Euro liegen

27. Januar 2015

Bei solchen Pressemeldungen muss man mindestens dreimal lesen, um es zu glauben. Da klagt der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte tagtäglich, dass es an allen Ecken und Enden an Geld fehlt und deshalb beispielsweise auch das Sozialamt komplett in Neubrandenburg angesiedelt und bei den Schwächsten der Schwachen gespart werden muss, und dann das:

Der Landesrechnungshof hat festgestellt, dass der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sage und schreibe 18 Millionen Euro (!!!!!!!!!!!) an Forderungen noch nicht eingetrieben hat.

Auch bei den Vergaben und der Beschaffung würden grundlegende Vergabevorschriften nicht beachtet.
Wesentliche Grundlagen für Organisations- und Personalentscheidungen gäbe es ebenfalls nicht. „Im Vorfeld von Fahrzeugbeschaffungen wurden vom Landkreis zudem keine Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen durchgeführt“, merkte Dr. Schweisfurth als Chef des Landesrechnungshofes an.

Mit diesen Feststellungen könne man dem Landkreis keine gute Note geben.

Auf der einen Seite unzureichendes Einnahmemanagement, auf der anderen Seite das Klagen über eine geringere Finanzausstattung, dies passe einfach nicht zusammen.

Das, und da weisen wir jetzt ausdrücklich ‚drauf hin, ist Meinung:

Bei diesen Noten, sehr geehrter Herr Landrat Kärger, ist nicht nur Ihre Versetzung gefährdet. Nein, Sie sind mit der Organisation des neuen Mammut-Landkreises komplett gescheitert!


5 Antworten zu “Landkreis lässt mal so eben 18 Millionen Euro liegen”

  1. Heinz-Peter Schifflers sagt:

    Offensichtlich sind die Entscheidungsträger des öffentlichen Dienstes mal wieder völlig überfordert. Das ist leider nichts Neues. Wie immer aber, geht der entstandene Schaden zu Lasten der steuerzahlenden Bürger. Im Gegensatz zum wirklichen Leben -im persönlichen, wie im privatwirtschaftlichen Bereich – wird im öffentlichen Dienst aber offensichtlich niemand in eine persönliche Haftung für entstandene Schäden aus Versäumnissen oder Fehlentscheidungen genommen. Ein unhaltbarer Zustand.
    Ihr HP.S.

  2. oscar sagt:

    Warum ist niemand erstaunt über diese Misswirtschaft,Unfähigkeit und Schluderei in diesem Großkreis? Weil wir alle das seit seiner Bildung kennen und in vielen Bereichen erfahren. Der Landrat und seine Zuarbeiter haben ständig neue Ideen, wie an allen Ecken und Enden bei den Bürgern gespart werden kann, Zuschüsse gestrichen werden können und die Bürger noch mehr zur Kasse gebeten werden.Und dann werden einfach mal so 18 Millionen „verschlampt“. Damit sollte sich der Kreistag ganz schnell befassen und die Verantwortlichen an die Leine nehmen. Die Abgeordneten kontrollieren laut Kommunalverfassung die Verwaltung!! Was macht bei der Sache eigentlich der Finanzausschuss?Viele Fragen, worauf die Bürger eine Antwort erwarten, vielleicht auch vom Landrat?

  3. Andrea B. sagt:

    Polemik auf Bildzeitungsniveau!

    Wer sich die Mühe macht, den am 21.01.2015 beschlossenen Jahresbericht des Landesrechnungshofes M-V für das Kalenderjahr 2014 mit seinen 185 Seiten wirklich zu lesen, wird auf S.109 unter Punkt 3.2 tatsächlich die oben veröffentlichten Zahlen finden.

    Ja, erschreckend ist das schon. Erschreckend ist jedoch nicht die Zahl, die als statistischer Wert auf dem Papier prangert und anklagt, den Landesrechnungshof im Glanze des Eigenlobes erstrahlen lässt: hehe, seht her, wir haben Großes gefunden! Denn das, was da als Schlagzahl anklagt, ist bei Lichte betrachtet kaum fundiert: Die offenen nicht eingetriebenen Forderungen bestehen zum großen Teil aus Altforderungen der ehemaligen Landkreise und den Altforderungen der Bundesagentur für Arbeit und sind bereits vor dem 31.12.2011 entstanden. Auf dem Papier des Landesrechnungshofes macht sich die Größe zur eigenen Profilierung natürlich gut. Tatsächlich tendiert für den Landkreis die Wahrscheinlichkeit aus diesen Altforderungen auch nur einen Cent zu vereinnahmen gegen 0. Wer nach über 3 Jahren nicht in der Lage war, seine Müllgebühren, Verwaltungskosten, Bußgeldbescheide oder insbesondere Rückforderung von Hartz4 zu zahlen, wird es auch jetzt nicht sein.

    Erschreckend ist eher der Mangel an Strukturen, der dahinter zu erkennen ist, zu wenig Personal und zu wenig Kompetenz. Und da sind wir ja schon bei unser aller Lieblingsthema: der Kreisgebietsreform! Auch wenn es sich so anhört, auch ich bin kein Freund davon. Wenn wir mal einen realistischen Blick auf unser Land, unseren Kreis und unsere Gemeinden werfen, gibt es doch langfristig keine andere Möglichkeit, effizient und kompetent zu arbeiten, als Aufgabengebiete an einem Ort zusammenzuziehen, das vorhandene Wissen zu ballen und auszubauen, als das in jedem Dorf jemand sitzt, der mit seiner Aufgabe allein und überfordert da steht und so gut es eben geht, alles irgendwie regelt. Wir brauchen mehr! Und dazu brauchen wir, so weh das für alle tut, neue Strukturen.

    Und wir müssen doch nicht jammern, wir fahren nicht täglich von Röbel nach Demmin, von Demmin nach Neustrelitz oder von Waren nach Neubrandenburg. Die Mitarbeiter sind die größten Leidtragenden. Viel wichtiger ist es, Möglichkeiten der Telearbeit von zu Hause aus einzurichten und schnelle Internetverbindungen auszubauen, um die Arbeit wieder attraktiver und entspannter für alle Beteiligten zu machen. Wir schauen so oft nach Skandinavien, auch hier bietet sich das an: dort sind große Entfernungen ebenfalls an der Tagesordnung, aber anstatt zu klagen, besteht ein weit ausgebautes Netz an Kommunikation, für Ältere oder nicht so versierte Bürger gibt es Kurse im Umgang mit dem Computer. Willkommen im 21. Jahrhundert!

    Wir müssen in die Zukunft schauen und mit realistischem Blick unsere Möglichkeiten aber auch unsere Chancen sehen. Immer nur zu jammern, früher war alles besser und es soll möglichst immer so gemütlich bleiben wie es war, wird uns nicht weiter bringen. Das Leben verändert sich und wir müssen da mit, ob wir wollen oder nicht.

    Und noch ein Wort zum obigen Kommentar: Wir sind alle Menschen, jeder der arbeitet, macht Fehler, aber er tut etwas. Ich glaube nicht, dass es den Mitarbeitern des Landkreises Spaß macht, ihre Aufgaben „auf Kosten des Steuerzahlers“ absichtlich nicht zur Zufriedenheit aller auszuführen.
    Und zu sagen, die Kollegen im öffentlichen Dienst wären im Gegensatz zu allen anderen deshalb previlegiert, weil sie für ihre Fehler nicht haftbar gemacht werden würden, ist von außen ebenfalls leicht. Tatsächlich möchte ich nicht in ihrer Haut stecken. Ich empfinde eher Mitgefühl, Hochachtung und Respekt für diejenigen, die ihre Arbeit trotz der ganzen Umsetzungen, neuen Herausforderungen und Ängste jeden Tag aufs Neue mit Schaffenskraft und Tatendrang angehen.

  4. Mikki sagt:

    Herzerreißend was Andrea B. da schreibt. Ist sie wirklich im Glauben die normalen Bürger müssen nicht täglich zig km zur Arbeit fahren, aber die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst deswegen die größten Leidtragenden sind? Ich persönlich fahre schon 23 Jahre jeden Tag 60km zur Arbeit. Und es gibt Leute, die fahren noch viel mehr km am Tag um Geld zu verdienen.

    Ist aber wirklich der richtige Weg, das zukünftig ca. 20 Angestellte im Sozialamt Waren, täglich nach Neubrandenburg zur Arbeit fahren, das alles pro km bzw. Steuererklärung für sich abmildern können. Was machen jetzt hunderte Sozialempfänger die nun den beschwerlichen und teuren Weg nach Neubrandenburg auf sich nehmen müssen?

    Sagen sie doch ehrlich, sie stecken doch in deren Haut, sonst würde man nicht so ein Zeug schreiben. Und ich bin mir sicher, es gibt zig Arbeitslose die gerne in der Haut dieser Leute stecken würden.

    Ich persönlich glaube das die ‚Karikatur‘ von Joachim Kluge von heute:-(

    MfG

  5. Heinz-Peter Schifflers sagt:

    Ist schon merkwürdig, wenn Frau Andrea B. ? von „Polemik auf Bildzeitungsniveau“ spricht, um sich dann selbst auf dieses Niveau zu begeben wenn sie u.a. schreibt: „……. den Landesrechnungshof im Glanze des Eigenlobes erstrahlen läßt: hehe, seht her, wir haben Großes gefunden“ ….. und : ….. „auf dem Papier des Landesrechnungshofes macht sich die Größe zur eigenen Profilierung natürlich gut “ ……. !!
    Frau Andrea B. hätte ihr bemerkenswert ausführliches und tiefschürfendes Elaborat einer besserwissenden Insaiderin sinnvollerweise an den Landesrechnungshof senden sollen, richtet sich ihre Kritik doch eigentlich gegen ihn.

    Zur Klarstellung: meine eigene kritische Einlassung richtet sich absolut nicht! gegen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der öffentlichen Dienste. Sie entsprechen lediglich ihrer Pflicht, das umzusetzen, wozu sie die wachsende Flut an Gesetzen, Erlassen und Verwaltungsvorschriften verpflichtet. Sie richtet sich vielmehr gegen diejenigen, die den permanent ausufernden und undurchdringlichen Dschungel dieser Vorschriften befördern und damit zwangsläufig Fehler im Ablauf provozieren. Das alles jedoch räumt die Beanstandungen des Landesrechnungshofes nicht aus.
    Das es eine, die öffentlich Bediensteten überlastende und die Bürger im hohen Maße belastende, Vorschriftenflut gibt, beweißt schon die Einrichtung eines „Normenkontrollrat“ als oberste Anti-Bürokratie-Behörde.
    Ihr HP.S.

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