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Mehr Arbeitslose im November, aber trotzdem positive Signale

30. November 2016

Holzstempel auf Dokument: Arbeitsamt„Ein typischer November auf dem Arbeitsmarkt in der Seenplatte. Dazu gehört auch, dass die Zahl der Jobsucher saisonbedingt ansteigt und auch in den kommenden Wintermonaten weiter steigen wird. Dennoch bin ich positiv gestimmt. Auf dem Arbeitsmarkt ist noch viel Bewegung. Und auch die Unternehmen sind nach wie vor gut aufgestellt.
Das Angebot an Stellen ist weiter hoch: Über 2.100 offene Stellen warten auf Bewerberinnen und Bewerber. Jetzt müssen wir den Schub am Arbeitsmarkt nutzen, für die, die neu zu uns gekommen sind und länger bleiben werden genauso wie für die, die bisher von der guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt noch nicht profitieren konnten, sagt der Chef der Neubrandenburger Arbeitsagentur, Thomas Besse, anlässlich der monatlichen Pressekonferenz zur Situation auf dem Arbeitsmarkt der Mecklenburgischen Seenplatte.


Im November waren in der Seenplatte 15 090 Menschen ohne Job. 646 mehr als im Oktober und 1.834 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg im November auf 11,2 Prozent, 0,5 Prozentpunkte mehr als im Oktober. Im Oktober 2015 lag die Quote bei 12,4 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt sendet zum Ende des Jahres positive Signale und ist selbst im Spätherbst noch aufnahmefähig. Das zeigt sich besonders am hohen Niveau der Stellenmeldungen der Arbeitgeber und den über 800 Arbeitsaufnahmen im November. Allerdings profitieren hauptsächlich gut ausgebildete Fachkräfte. Besonders schwer ist die Eingliederung bei Menschen mit Handicap, “ betont der Agenturchef.

„Gerade für Menschen mit Behinderung hat der Arbeitsmarkt im Landkreis noch Entwicklungspotential. Acht Prozent der Arbeitslosen haben eine Schwerbehinderung, das sind fast 1.200 Menschen. Zwei Drittel dieser Menschen sind gut ausgebildete Fachkräfte. Hier möchten wir Arbeitgeber überzeugen, noch mehr auf die Qualifikation zu achten und nicht mögliche Defizite durch die Behinderung in den Fokus zu stellen. Gleiche Chancen in der Arbeitswelt sind mein erklärtes Ziel – auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel. Unternehmen werden es sich nicht mehr leisten können, auf das Potential dieser Menschen zu verzichten“, so Besse.
Infos zu Unterstützungsleistungen für Arbeitgeber gibt der Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter unter der kostenlosen Rufnummer 0800 4 5555 20.

Nur einen geringes Risiko, arbeitlos zu werden

„Da drei von zehn Arbeitslosen in der Seenplatte keinen Berufsabschluss haben, versucht der Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter gezielt Helferstellen für Arbeitslose ohne eine abgeschlossene Berufsausbildung zu akquirieren. Die besseren Chancen haben aber weiterhin Fachkräfte. Bei Ungelernten schauen wir genau hin, ob eine Qualifizierung oder Umschulung möglich ist. Denn für eine dauerhafte und nachhaltige Integration setzen wir auf Qualifizierung. Aber auch Arbeitnehmer, die in Beschäftigung stehen, können ihr Arbeitsmarktrisiko verringern. Wir bieten ausdrücklich den Unternehmen unsere Unterstützung an. Nach Absprache können auch Beschäftigte mit finanzieller Unterstützung der Arbeitsagentur gefördert werden, “ betont Besse

Erfahrungsgemäß sind Unternehmen in den kommenden Monaten bei der Nachfrage von Personal zurückhaltend. „Für den Winter rechne ich mit einem weiteren Ansteigen der Arbeitslosigkeit. Frühestens mit der Frühjahrsbelebung 2017 wird die Zahl der Arbeitslosen wieder sinken“, prognostiziert Besse.

Besonders erfreulich ist, dass das Risiko arbeitslos zu werden, abermals gesunken ist. „Die Zahl derjenigen, die sich aus Beschäftigung arbeitslos gemeldet haben, ist um 95 oder 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Aber: Wir verzeichnen immer noch einen hohen Drehtüreffekt, insbesondere bei denen, die schon länger arbeitslos waren. Viele von ihnen sind gering qualifiziert“, analysiert Besse.

Auf hohem Niveau bewegt sich auch weiterhin die Zahl der gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Stellen. Insgesamt haben die Betriebe seit Jahresbeginn im Landkreis 7.914 sozialversicherungspflichtige Arbeitsangebote gemeldet. Insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie bei den unternehmensnahen Dienstleistungen und im Gastgewerbe bestehen Einstiegschancen.


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