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Mehr Frauen in MV entscheiden sich für einen Schwangerschaftsabbruch

10. März 2017

Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche ist in Mecklenburg-Vorpommern erstmals seit vielen Jahren und entgegen dem Bundestrend wieder gestiegen. Im vergangenen Jahr wurden  – so das Statistische Bundesamt – in M-V 2774 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet und damit 160 mehr als 2015. Zuvor waren die Abbruchzahlen im Land seit 2010 stetig gesunken. Seit 2011 liegen sie unter 3000 im Jahr.

Mit 93 Abtreibungen je 10 000 Frauen zwischen 15 und 49 Jahren ist Mecklenburg-Vorpommern das Flächenland mit der höchsten Abbruchquote. Höher war sie im vergangenen Jahr nur in den Stadtstaaten Berlin (108) und Bremen (100). Bundesweit wurden 2016 rund 98 700 Schwangerschaftsabbrüche registriert und damit 0,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Dies entsprach 56 Abbrüchen je 10 000 Frauen.

Mehr als jede vierte Schwangere in Mecklenburg-Vorpommern (28 Prozent), die im vergangenen Jahr eine Abtreibung vornehmen ließ, hatte noch kein Kind geboren. Dieser Anteil liegt deutlich niedriger als bundesweit, wo dies den Angaben zufolge auf 39 Prozent zutraf.

Mit Bedauern hat M-V-Sozialministerin Drese auf die Zahlen Statistischen Bundesamtes reagiert. Für Schwangere steht nach Aussage Dreses in Mecklenburg-Vorpommern ein dichtes Beratungs- und Hilfenetz zur Verfügung. „Derzeit betreiben 26 Träger insgesamt 42 Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen im gesamten Land. Die qualifizierten Mitarbeiter leisten eine sehr gute Arbeit. Sie bieten Beratung und Hilfe vor, während und nach der Schwangerschaft an. Ich werbe bei Frauen, aber auch Männern sehr stark dafür, diese qualifizierten Angebote gerade auch in Krisensituationen zu nutzen“, sagte Ministerin Drese.

Bei der allgemeinen Schwangerschaftsberatung hat jede Frau und jeder Mann das Recht, sich zu Fragen der Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung sowie zu allen eine Schwangerschaft berührenden Fragen informieren zu lassen. Ebenso können Informationen über die Vorsorgeuntersuchungen bei einer Schwangerschaft und damit im Zusammenhang stehende Fragen bezüglich der Pränataldiagnostik (vorgeburtliche Untersuchung) eingeholt werden. Weiterhin können Lösungsmöglichkeiten für psychosoziale Konflikte im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft durch Beratungen aufgezeigt bzw. gemeinsam erarbeitet werden.

Die Schwangerschaftskonfliktberatung dient der Bewältigung eines eingetretenen Schwangerschaftskonflikts. Durch die Beratung soll die Frau in der Lage sein, in voller Kenntnis des Für und Widers eine Entscheidung zu treffen. Die Schwangerschaftsberatung wird ergebnisoffen geführt, obgleich sie sich von dem Bemühen leiten lässt, die Frau zur Fortsetzung der Schwangerschaft zu ermutigen und ihr Perspektiven für ein Leben mit dem Kind zu eröffnen.
Durch die Beratung soll die Schwangere eine verantwortliche und gewissenhafte Entscheidung treffen können. Dazu ist sie nur in der Lage, wenn sie vorher umfassend über ihre Rechte und Pflichten informiert wird.

Ministerin Drese weist zudem auf das bundesweite Beratungstelefon „Schwangere in Not – anonym und sicher“ hin. Für eine kostenlose und qualifizierte Erstberatung können Schwangere sich rund um die Uhr an das Hilfetelefon unter der Nummer 0800/40 40 020 wenden. Als 24-Stunden-Lotse vermittelt das Hilfetelefon auch an eine Beratungsstelle vor Ort weiter. Die Beratung ist anonym, barrierefrei und wird mehrsprachig angeboten.

 


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