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Oktober-Arbeitslosigkeit sinkt auf 27-Jahres-Tief – An der Seenplatte erstmals unter 13.000

3. November 2017

„Die viel zitierte Herbstbelebung in der Wirtschaft wirkt sich in diesem Jahr noch kräftiger aus als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. So sank die Arbeitslosigkeit im Oktober  – durch das Beschäftigungswachstum, den saisonalen Verlauf und den demografischen Effekt –  auf den tiefsten Stand seit über einem Vierteljahrhundert“, sagt der Chef der Neubrandenburger Arbeitsagentur, Thomas Besse.
Im Oktober waren in der Seenplatte 104 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im September. Insgesamt 12.922. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,6 Prozent. Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres 1.519 Arbeitslose weniger.

Der Arbeitsmarkt im Landkreis ist durch die Herbstbelebung kräftig in Bewegung. „Die Oktober-Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie seit 27 Jahren nicht. Nach dem Sommer ist vor allem die Beschäftigung wieder kräftig angesprungen: Binnen eines Jahres ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig arbeitenden Menschen um fast 800 (es liegen die März-Daten vor) gestiegen. Außerdem ist das Angebot an freien gemeldeten Stellen weiter hoch: Rund 2.570 offene Arbeitsplätze warten auf Bewerber und natürlich wirkt daneben auch der demografische Effekt“, zieht Besse Bilanz.

„Diesen Schub am Arbeitsmarkt müssen wir nutzen, um Chancen zu schaffen – für die, die neu zu uns gekommen sind und länger bleiben werden genauso wie für die, die bisher von der guten Entwicklung der Beschäftigungslage noch nicht profitieren konnten.“

Mehr als 1100 neue Stellen im kommenden Jahr

Im Landkreis der Mecklenburgischen Seenplatte sind einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge im kommenden Jahr 1.100 neue Arbeitsplätze möglich. Die Studie geht für 2018 von durchschnittlich 93.900 sozialversicherungspflichtigen Jobs in der Seenplatte aus. Das entspricht einem Wachstum von 1,2 Prozent. Dafür verantwortlich ist nach Einschätzung des Agenturchefs die „stabile Konjunktur“, die weiter positiv auf den Arbeitsmarkt wirkt. Die Seenplatte liegt damit leicht unter den Erwartungen für Mecklenburg Vorpommern. „Hier rechnen die Wissenschaftler mit einem Stellenzuwachs von 1,6 Prozent“, weiß Besse.

Damit bleibt der Arbeitsmarkt – für qualifizierte Fachkräfte – weiter aufnahmefähig. Dagegen immer schwieriger werden die Auswirkungen des in vielen Branchen beklagten Mangels an Arbeitskräften.
„In der Seenplatte könnten bereits im Jahr 2027 rund 15.000 qualifizierte Arbeitskräfte fehlen“, rechnet Besse vor. Für ihn ist die „Stärkung der beruflichen Bildung bei der Bekämpfung von Fachkräfteengpässen das Mittel der Wahl“. Aber auch Arbeitnehmer, die in Beschäftigung stehen, können ihr Arbeitsmarktrisiko verringern. „Wir bieten ausdrücklich den Unternehmen unsere Unterstützung an. Nach Absprache können auch Beschäftigte mit finanzieller Unterstützung der Arbeitsagentur gefördert werden, “ betont der Agenturchef.

In vielen Branchen registriert der Arbeitgeberservice von Agentur für Arbeit und den Jobcentern im Landkreis unbesetzte Stellen. „Die meisten freien Jobs gibt es auf dem Bau, in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Kindertagesstätten und in verarbeitenden Betrieben. Ein Drittel aller offenen Stellen kommt von Leiharbeitsunternehmen und Callcentern. Dabei bleiben viele Stellen wegen des Fachkräfteengpasses in einigen Branchen oft länger als früher unbesetzt“, weiß Thomas Besse.

Langzeitarbeitslose profitieren besonders

Abschließend ging Besse auf die Menschen ein, die ein Jahr oder länger arbeitslos gemeldet sind. Denn sie sind es, die neben der Gruppe der Frauen im Jahresvergleich besonders profitieren konnten.

„Mit Hilfe der beiden Jobcenter im Landkreis konnten wir dafür sorgen, dass der Trend zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit weiter anhält. Dafür haben wir allein in diesem Jahr für Qualifizierung rund 4 Millionen Euro investiert. Aber: Immer noch ist fast jeder Zweite im Landkreis länger als ein Jahr arbeitslos.  Sieben von zehn beziehen Hartz IV. Das zeigt, wie wichtig es ist, auch weiterhin Geld für Arbeitgeber zur Einstellung von Langzeiterwerbslosen, Weiterbildung und öffentlich geförderte Beschäftigung bereitzustellen.“

1.100 Männer und Frauen mussten sich im Oktober nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes in der Seenplatte neu oder erneut arbeitslos melden. Das sind 64
(-5,5 Prozent) weniger als im Oktober 2016. 825 Arbeitslose konnten ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt beenden. Das sind 47 (-5,4 Prozent) weniger als im Oktober 2016.

Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit recht unterschiedlich. Die Spanne der Veränderungen reicht im Oktober von –12 Prozent bei 25- bis unter 50-Jährigen bis +18 Prozent bei Ausländern.

Die Zahl der gemeldeten freien Arbeitsstellen liegt aktuell bei 2.574. Gegenüber dem Vorjahr (Oktober 2016) ist das eine Zunahme von 404 oder 19 Prozent.
Die größte Nachfrage gab es im Oktober aus den Bereichen: Callcenter und Zeitarbeit (931 freie Stellen im Bestand), Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (296), im Baugewerbe (291), im verarbeitenden Gewerbe (283), Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (187) sowie im Gastgewerbe (124).


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