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Ortsumgehung bleibt außen vor

20. November 2014

Gleich mehrfach drehte sich auf der gestrigen Stadtvertretersitzung die Diskussion um ein Thema, das eigentlich schon als erledigt  galt: Die Ortsumgehung für Waren. Die ist zwar bei einem Bürgervotum im vergangenen Jahr mit deutlicher Mehrheit abgelehnt worden, doch in der Versenkung verschwand sie deshalb nicht. Dafür sorgt unter anderem die Bürgerinitiative „Pro Ortsumgehung“, die beispielsweise versucht hat, die Umgehung in den so genannten Lärmaktionsplan Stufe 2 aufnehmen zu lassen.

AmeplHinter dem Lärmaktionsplan verbergen sich Maßnahmen, um die Lärmbelästigung für die Anwohner der B 192 in Waren zu reduzieren. Dafür ist nach Meinung der Bürgerinitiative eine Ortsumgehung nötig. Doch die Mehrheit der Volksvertreter stimmte gegen die Aufnahme der Umgehung in den Plan. Und das gleich mehrfach. Denn zur Verwunderung vieler, wollte plötzlich auch die CDU-Fraktion die Aufnahme.
Die Christdemokraten betonten zwar, dass sie das Bürgervotum anerkennen und meinten, dass eine Ortsumgehung kurz- oder mittelfristig ohnehin nicht umgesetzt werde, doch für die Zukunft wollten sich die Unions-Politiker diese Option offen halten. Ihr Antrag erreichte aber keine Mehrheit.

Dagegen wird die sogenannte Westspange im Plan verankert. Die könnte die Mozartstraße und die Röbeler Chaussee entlasten. Nicht geschafft in den Lärmaktionsplanung hat es der Vorschlag, die Geschwindigkeit in Waren Tag und Nacht auf 30 km/h zu begrenzen. Dafür sollen an den Ortseingängen Kreisel und in der Röbeler Chaussee ein Fußgängertunnel gebaut werden. Mittelinseln, wie sie auf der B 192 gleich an drei Stellen zur Debatte standen, bekamen nicht die nötigen Stimmen.

Dem Antrag der Linken, eine „Grüne Welle“ auf der B 192 zu installieren, stimmten die meisten Stadtvertreter zu, ebenso dem Vorschlag der Linken, an der B 192 nach geeigneten Standorten für Lärmschutzwände zu suchen.

Doch auch nach dem beschlossenen Lärmaktionsplan war das Thema Ortsumgehung in der gestrigen Stadtvertretersitzung noch nicht vom Tisch. Der SPD-Politiker Michael Löffler hatte nämlich den Antrag eingebracht, den Bürgermeister zu beauftragen, die Ortsumgehung für den Bundesverkehrswegeplan nachzumelden. Doch Löffler hatte wohl im Verlauf der Sitzung erkannt, dass sein Ansinnen keine Mehrheit findet und zog den Antrag selbst wieder zurück.

Ob das Thema Warener Ortsumgehung damit erledigt ist, bezweifeln sicherlich viele Stadtvertreter. Einer von ihnen meinte fast resignierend: „Mal sehen, wann der nächste Antrag kommt.“


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