Anzeige

Pkw für fast 70 Prozent der Berufspendler wichtigstes Verkehrsmittel  

5. Dezember 2017

Im Jahresdurchschnitt 2016 nutzten 69,6 Prozent der in Mecklenburg-Vorpommern wohnenden Erwerbstätigen den Pkw, um ihren Arbeitsplatz als Selbst- oder Mitfahrer zu erreichen. Wie das Statistische Amt weiterhin mitteilt, hat das Auto gegenüber der letzten Befragung 2012 für die Berufspendler damit weiter an Bedeutung gewonnen. Lediglich 6,9 Prozent der Berufspendler nutzten öffentliche Verkehrsmittel für die längste Strecke des Arbeitsweges.

Selten liegen Wohnung und Arbeitsstätte auf einem Grundstück. In Mecklenburg-Vorpommern konnten 2016 nur 2,0 Prozent aller Erwerbstätigen mit Angaben zum Pendlerweg diese komfortable Situation nutzen.

Im Regelfall ist der Arbeitsweg länger. 49,9 Prozent der Erwerbstätigen gaben 2016 für den einfachen Arbeitsweg eine Entfernung von unter 10 Kilometer an, 23,0 Prozent 10 bis unter 25 Kilometer und 13,2 Prozent hatten einfache Entfernungen von 25 bis unter 50 Kilometer.

Immerhin 7,8 Prozent wohnten 50 und mehr Kilometer vom Arbeitsort entfernt und 4,1 Prozent mussten mit örtlich ständig wechselnden Arbeitsstätten im Berufsalltag umgehen.

In dünn besiedelten Flächen ist oft bereits bei geringerer Entfernung eine Motorisierung für den Arbeitsweg erforderlich. Hinzu kommen sicherlich auch Aspekte wie Flexibilität und weitgehende Wetterunabhängigkeit bei Nutzung eines Pkw.

Es überrascht daher nicht, dass 69,6 Prozent aller in Mecklenburg-Vorpommern wohnenden Erwerbstätigen 2016 mit dem Auto zur Arbeit fuhren. Öffentliche Verkehrsmittel nutzten lediglich 6,9 Prozent (2,1 Prozent Bus, 2,6 Prozent Straßenbahn, 2,2 Prozent S-Bahn und Eisenbahn). Immerhin 12,9 Prozent fuhren mit dem Fahrrad zur Arbeit und 9,4 Prozent gingen zu Fuß.

Mecklenburg-Vorpommern im Mittelfeld

Bei der letzten Mikrozensus-Mobilitätsbefragung 2012 gaben noch 65,6 Prozent der Berufspendler an, für die längste Strecke des Arbeitsweges das Auto zu nutzen. Der Anteil der per Pkw pendelnden Erwerbstätigen ist gegenüber 2012 damit um 4 Prozentpunkte auf 69,6 Prozent im Jahr 2016 gestiegen.

Im Ländervergleich bewegt sich Mecklenburg-Vorpommern mit knapp 70 Prozent Pkw-Berufspendlern etwa im Mittelfeld der Flächenländer.

Methodischer Hinweis: Die Angaben sind Ergebnis einer Zusatzbefragung des Mikrozensus 2016 zum Pendlerverhalten von Erwerbstätigen. Die Beantwortung dieser Fragen war freiwillig. Angaben zum Verkehrsmittel, mit dem die längste Strecke des Arbeitsweges 2016 bewältigt wurde, machten rund 80 Prozent der Befragten.


Eine Antwort zu “Pkw für fast 70 Prozent der Berufspendler wichtigstes Verkehrsmittel  ”

  1. w sagt:

    Auf der einen Seite ist erfreulich, wenn sich mehr Arbeitnehmer einen bequemen Weg zur Arbeit leisten. Manche ÖPNV-Verbindung wurde dadurch so wenig genutzt, dass ihr Entfall sinnvoll war, denn ökonomisch und ökologisch betrachtet, verbraucht ein Zug, der knapp ein halbes Dutzend Pendler befördert, erheblich mehr Energie, als wenn diese mit ihren Autos fahren. Abgasausstoß dito. Wer 100 km zur Arbeit fahren muss, sieht das anders. Wir können in diesem Punkt beobachten, wie die Realpolitik dem hehren Ziel Klimaschutz folgt. Die Zentralsierung von Verwaltung und Firmenniederlassungen zwingt die Bürger zu längeren Wegen, die Beschäftigten natürlich auch. Anderes Beispiel: Zuerst wurde in Malchow der Bahnsteig so verlegt, dass er für die Stadt attaktiver liegt und dann wurde die komplett für´zig Millionen sanierte Südbahn zerschlagen. Noch was: Eine sichtbare Abstimmung der Fahrpläne zwischen Bahnen und Bussen gibt es seit 1991 nicht mehr. Jeder Busbetreiber, privat, von einer Stadt oder dem Kreis getragen, macht unkoordiniert, was er will. Die Kreise passen in geistiger Kleinstaaterei auf, dass die Nachbarkreise nicht in ihren Fluren wildern. Auch kam der Fernbusmarkt, dank CSU-Leute wie Ramsauer, dazu. Der ist so ausgerichtet, dass er zwischen Ballungsräumen von der dafür ökologisch sinnvolleren Bahn Kunden abzieht, für die Fläche aber nichts bringt.
    So wird die Pkw-Nutzung immer weiter nach oben gehen. Dass es auch anders geht, macht die Schweiz vor. Wir Mecklenburger können uns weiter begnügen, im deutschen Mittelfeld zu liegen, einfach unauffällig mittelmäßig zu sein. Nach uns die Sintflut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*