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Schlechte Ernte, niedrige Erlöse, politische Krisen und horrende Bodenpreise – Bauern der Müritz-Region haben arg zu kämpfen

20. März 2017

Das vergangene Erntejahr war für viele Bauern in der Müritz-Region ein Katastrophen-Jahr. Das erklärte der Vorstandsvorsitzende des Bauernverbandes Müritz, Thomas Diener, auf der Jahreshauptversammlung.

Neben der schlechten Ernte machten den Bauern auch niedrige Preise zu schaffen. „Das laufende Wirtschaftsjahr wird wohl ohne Zweifel das schwierigste der letzten 26 Jahre“, so Thomas Diener ohne Umschweife.

Und er hat natürlich auch viele Beispiele parat. So lag der Rapsertrag im Landkreis 31 Prozent unter dem Vorjahres-Niveau, beim Winterweizen sogar 39 Prozent und bei der Wintergerste 42 Prozent unter Vorjahres-Niveau. Nach unten ging’s auch beim Roggen, nämlich 13 Prozent.

„Trotz der deutlich geringeren Erträge waren die Preise niedrig, vor allem auch bedingt durch die Situation auf dem Weltmarkt. Durch die schlechte Ernte und die niedrigeren Preise ergaben sich bei den Bauern Erlösrückgänge von teilweise über 50 Prozent. Und das bei kaum gefallenen Kosten“, zeichnet Thomas Diener ein düsteres Bild.

Großen Einfluss auf das Wohl und Wehe der Bauern habe die Politik. Egal ob Russlandkrise, Brexit oder aktuell die Entwicklung in den USA: Die Bauern seien immer mit betroffen.

Recht gute Erträge konnte Thomas Diener aber vom Mais vermelden, auf einigen Flächen in der Region gab es Höchsterträge.

Ein Dauerthema auch an der Müritz: Die Bodenpreise, die in den letzten Jahren nur eine Richtung kennen – die nach oben. Der Durchschnittspreis für einen Hektar Land lag in Mecklenburg-Vorpommern 2016 bei rund 25 000 Euro – die höchsten Preissteigerungen in ganz Deutschland.

„Nicht schlachten, sondern zu Tode streicheln“

Keine guten Nachrichten aus der Tierproduktion der Müritz-Region. Der Milchpreis, den die Bauern erzielen, liegt derzeit bei 30 Cent je kg, eine großartige Erhöhung ist auch für die kommende Zeit kaum in Sicht.

Kein Wunder also, dass es auf dem Gebiet des einstigen Müritzkreises nur noch 16 Betriebe mit 4330 Milchkühnen gibt – nach der Wende waren es 65 Betriebe. Sogar auf dem Rindfleischmarkt seien die Preise im vergangenen Jahr gefallen.

Zu schaffen mache den Bauern auch die zunehmende Kritik an der Tierhaltung und -nutzung, egal welcher Art. „Tiere sollen aus ethischen Gründen nicht mehr genutzt, geschweige denn geschlachtet werden, vermutlich sollen wir sie irgendwann nur noch zu Tode streicheln“, stellt Vorstandschef Diener die Situation überspitzt dar.


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Eine Antwort zu “Schlechte Ernte, niedrige Erlöse, politische Krisen und horrende Bodenpreise – Bauern der Müritz-Region haben arg zu kämpfen”

  1. Brigitte Bayes sagt:

    Nein, es geht nicht um die nicht-Schlachtung, sondern es geht um artgerechte Haltung der Tiere und entsprechend etwas höhere Preise für Fleisch. Muss denn jeden Tag Fleisch auf den Tisch? Müssen wir in Deutschland Dumpingpreise für gute Lebensmittel haben/bezahlen?

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