„Seepark Müritz“: Urlaub zwischen Bauschutt und Unkraut

26. Februar 2014

Die Versprechungen waren doch recht vollmundig: Schon im Sommer 2014 können sich die ersten Gäste in einem neuen Ferienhaus des „Seeparkes“ in Waren erholen. Sollte tatsächlich jemand gebucht haben, muss er sich auf Übernachtungen zwischen Schuttbergen und Unkraut einstellen. Denn eines steht fest: Bis zur kommenden Saison wird auf dem Areal des einstigen Sägewerkes unmittelbar am Ufer der Müritz kein Apartment mehr entstehen.

Das sieht auch Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD) so. Seinen Angaben zufolge gebe es noch viele offene Fragen. Deshalb habe die Stadt an den Investor Böhm geschrieben und letztlich auch Antwort vom Projektplaner Harm erhalten. Zufrieden sind die Stadtoberen damit aber nicht. „Wir hoffen jetzt auf einen schnellen Termin für ein Gespräch“, so Norbert Möller gestern auf einer Pressekonferenz.

Bauamtsleiter Gunter Lüdde erklärte, woran es momentan hapert: „Das Baugenehmigungsverfahren beim Kreis ruht, weil der Investor mit einigen Gebühren nicht einverstanden ist. Außerdem konnte er vom Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg die Uferstreifen noch nicht pachten, und auch die Waldumwandlung ist noch nicht in Papier und Tüten. Denn das erste Grundstück der Fontanestraße war als Wald deklariert und muss umgewandelt werden. Der Investor muss dafür Ausgleichspflanzungen vornehmen.“

In Waren wundert es allerdings kaum jemanden, dass wieder einmal Versprechungen nicht eingehalten wurden. In den vergangenen Jahren sind für das „Filetgrundstück“ bereits zahlreiche Projekte angekündigt worden. Mit einem Unterschied: Der Investor hat die alten Ruinen zumindest beräumen lassen, so dass die Urlauber in dieser Saison nicht mehr an unansehnlichen Industriebrachen vorbeifahren müssen.


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Eine Antwort zu “„Seepark Müritz“: Urlaub zwischen Bauschutt und Unkraut”

  1. Heinz-Peter Schifflers sagt:

    Haben Sie , verehrte Leserinnen und Leser, sich schon einmal das Bauschild mit Abbildung der geplanten „Seepark“ -Bebauung angesehen? In Berlin oder in Hamburg mag der abgebildete Baustil noch erträglich sein; in Waren nicht ! Die mühevolle, gelungene und kostspielige Altstadt-Sanierung Waren’s nach der Wende soll offensichtlich durch -zudem überholte- pseudomoderne Betonklotz-Architektur „verschönert“ werden. Welch fatale Geschmacksverirrung und Entwicklung. Das bislang schöne Stadtbild Waren’s und die gefühlvolle Randbebauung der Binnenmüritz würde bei Verwirklichung dieser Pläne einen häßlichen und unverantwortlichen Rückschlag erleiden. Auch heute schon stehen viele Warener und Touristen ungläubig und kopfschüttelnd vor dem aufgestellten Bauschild. Eine touristische Rückentwicklung würde die Folge sein, wenn eine solch häßliche Verschandelung des Stadtbildes nicht verhindert wird!
    Ihr H.P. Schifflers

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