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Tagesmuttis haben Sorgen

6. September 2013

TagesmuttisWaren (AG). Sie fühlen sich von der Politik allein gelassen, gegenüber den Kitas benachteiligt und sehen sich mitunter auch falschen Vorurteilen ausgesetzt: Die Tagesmuttis der Region. Denn obwohl die Kinderzahlen in den vergangenen Jahren nicht gesunken sind, bleiben bei ihnen derzeit  häufig Plätze leer.

„Seit etwa eineinhalb Jahren ist die Nachfrage spürbar gesunken. Wir haben aber das Gefühl, dass uns das Jugendamt des Landkreises nicht als Partner für voll nimmt und fühlen uns im Stich gelassen. Denn jungen Eltern wird im Jugendamt nur ganz selten empfohlen, ihre Kinder zu Tagesmuttis zu bringen. Nicht einmal Listen mit den Tagesmuttis, die es gibt, werden den Eltern ausgehändigt“, erzählt Rita Papenbroock, die sich gemeinsam mit Karin Beese in Warenshof gegenwärtig um neun Knirpse kümmert.

Liste unter Verschluss

Und tatsächlich: Die Tagesmutti-Liste ist beim Landkreis nicht zu bekommen. Es gibt sie zwar, aber sie kann nach Auskunft von Kreis-Pressesprecherin Haidrun Pergande nicht herausgegeben werden. „Wir haben im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mehr als 200 Tagesmuttis. Und die müssen erst alle befragt werden, ob sie damit einverstanden sind, wenn wir ihre Daten herausgeben. Häufig sind Dienst- und Privatanschrift identisch. Deshalb haben es einige Tagesmuttis nämlich nicht so gerne, wenn ihre Adressen in die Öffentlichkeit gelangen“, begründete Sprecherin Pergande. So bleibt die Liste noch so lange unter Verschluss, bis alle Tagesmuttis gehört wurden.

Keine höheren Gebühren

Im einstigen Landkreis Müritz arbeiten gegenwärtig 53 Tagesmuttis – auf ganz unterschiedliche Weise. Einige haben in ihren privaten Häusern Räume für die Kinderbetreuung eingerichtet, andere, wie Rita Papenbroock nutzen eine komplette Wohnung für die Mädchen und Jungen. Was aber bei allen gleich ist: Die Eltern müssen für die Betreuung ihrer Kleinen nicht mehr zahlen als in den Kitas. „Über den Preis gibt es häufig falsche Vorstellungen“, weiß Rita Papenbroock aus eigener Erfahrung. Ihren Angaben zufolge liegt die monatliche Gebühr bei 118 Euro und damit unter dem Krippensatz. Und: „Wir sind sehr flexibel. Wir hatten schon Kinder, die morgens um 4.45 Uhr gebracht wurden und andere, die bis 21.30 Uhr bei uns waren“, wirbt die erfahrene Tagesmutti für ihre „Zunft“. Auch die pädagogische Erziehung stehe der in den Krippen auf keinen Fall nach.

Die Warenerin hat inzwischen auch schon das Gespräch mit dem Landrat gesucht und hofft, dass der Kreis die vielen Tagesmuttis nicht hinten ‚runter fallen lässt. Denn sie seien keine Konkurrenz zu den Kitas, sondern eine Alternative, damit die Eltern mehr Auswahl haben und ganz nach ihren Bedürfnissen und denen der Kinder entscheiden können.


6 Antworten zu “Tagesmuttis haben Sorgen”

  1. Cornelia Breuer sagt:

    Aber so wie es aussieht, hat der Kreis die Kindertagespflege schon auf der Abschussliste gesetzt, denn dazu hatten die Tagesmütter schon zu viele Gespräche mit dem Jugendamt, ob von Angesicht zu Angesicht oder telefonisch, jedoch hat bisher keiner vom Amt erwähnt dass die Listen nicht herausgegeben werden auf Grund des Datenschutz….. Womit wird hier gespielt? Mit der Existenz vom Staat ausgebildeter Tagesmütter….. Die KITAS sind randvoll und haben sogar Wartelisten. Zu einem wird der gesetzliche Auftrag, jedem Kind unter drei jahren steht ein KITA Platz zu nicht erfüllt und unteranderem sind viel zu wenig Erzieher in einer Gruppe. Da stellt sich doch auch die Frage… wie wird dabei der gesetzliche Bildungsauftrag erfüllt? Geborgenheit – in überfüllten KITAS – was ist damit? Grad die Kleinsten brauchen Geborgenheit um sich gut entwickeln zu können. Anstatt die Kindertagespflege zu unterstützen und weiter auszubauen wird nur dagegen gearbeitet….. Obendrein, werben einige KITAS die Kinder von den Tagespflegepersonen ab……

  2. volgmann sagt:

    Ich finde das auch nicht in ordnung das die tagesmütter nicht so viel unterstützung und zuspruch bekommen wie die kitas. Habe selber habe meine tochter bei einer tagesmutter und bin supper supper zufrieden mit ihr und meine tocher war so gut wie nie krank obwohl sie erst acht wochen jung war, als ich sie dort hingebracht habe. Und ich kann das nur mit der flexibilität bestätigen. Und meine tochter wurde auch abgeworben von der kita die wir gewählt haben, was ich persönlich nicht in ordnug finde .Da heißt es dann von der uns gewälten kita wenn sie jezt nicht kommt können wir den platz nicht garantieren obwohl sie erst im januar drei wird sollten wir sie schon diesen monat bringen. Und ich sie bei der kita angemeldet habe da war sie grade einmal drei monate jung.
    Und es ist ja auch eine finazelle sache denn bei einer tagesmutter bezahle ich weit aus wenieger elternbeitrag als in einer kita.
    Und das schlimmste an der sache ist unser vertrag bei der tagesmutter geht ja bis januar 14 den mussten wir kündigen und unser kind ab nächten monat in die kita brinen. Dann ist es vorbei mit Flexibel sein im gegenteil wenn wir länger arbeiten brauchen wir noch jemand der das kind beträut.Das kostet uns dann noch einmal extra geld .Und ich kann dann bald wieder zu hause bleiben wiel wir uns das nicht leisten können. Schöne neue Gesetze aber nicht für die die kitaplätze wierglich brauchen weil sie arbeiten

  3. Cornelia Breuer sagt:

    Ja genau, mit diesem Problem werden nicht nur die Tagesmütter konfrontiert sondern auch die Eltern.
    Ganz böse Abwerbungen kommen da auf. Es ist tatsächlich so, Eltern wird damit gedroht, dass ihnen der KITA Platz, sprich Kindergartenplatz nicht mehr gewährleistet wird, wenn sie nicht den Termin der KITA einhalten, die Kinder sind meist noch nicht einmal zweieinhalb, teilweise noch nicht sauber. Dazu sind die Eltern gezwungen mehr KITA – Kosten zu tragen. Klar das eine neue Waldorf -KITA mit vielen, vielen Förderscheinchen gebaut, die Hütte voll kriegen muss. Und wo wird abgeworben, da wo kein Träger hintersteht, bei den Tagesmüttern, die sich allein durchbeißen müssen und von den Ämtern nur belächelt werden. Frau Rita Papenbroock wurden zwei oder drei Kinder abgeworben, meiner Nachbarin wurden zwei Kinder abgeworben. Sie stand weinend am Zaun und weiß nicht mehr weiter, da sie alleinstehend ist und vier eigenen Kinder versorgen muss.

  4. Christine Schmidt sagt:

    Ich habe noch nicht von einer Abwerbung der Kitas gehört. Unsere Kita nimmt Kinder aus der Tagespflege auf, wenn sie 3 sind und somit der Vertrag bei den Tagesmuttis ausläuft.
    Die Liste mit den Adressen der Tagesmuttis vom Jugendamt ist kein Einzelfall. Ebenso schafft es das Jugendamt nicht, eine Liste aller Kitas im Landkreis herauszugeben. DIes ist also kein Argument für eine fehlende Unterstützung für die Tagesmuttis.

    • Gerda Leidel sagt:

      Das ist ein Argument von vielen Argumenten. Da Sie offensichtlich eine Erzieherin in einer öffentlichen Einrichtung sind und keine Tagesmutter, also sich nicht mit dem Amt auseinandersetzen müssen können Sie sich um die Sorgen und Nöte der Tagesmütter kein Urteil erlauben. Mag sein das Ihre Einrichtung nicht abwirbt, aber es gibt genügend Einrichtungen hier in Waren die es tun.

  5. Cornelia Breuer sagt:

    Das ist ein Argument von vielen…..!!!!! Mag sein das Ihre KITA nicht abwirbt, es gibt aber andere die abwerben.

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