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Tosender Applaus für zwei Röbeler „Originale“

25. Januar 2016

Stehende Ovationen für zwei Röbeler, die beim Neujahrsempfang als besonders engagierte Bürger geehrt wurden: Wilhelm Jarchow und Neptun, alias Steffen Steinbeck.

Wilhelm Jarchow

 

RPferde sind das Leben und die Liebe von Wilhelm Jarchow. Und diese Liebe hat er in vielen Jahrzehnten an unzählige Kinder weiter gegeben.
Rund 40 Jahre hat er den Ponnysportverein geführt, stellte Haus und Grundstück zur Verfügung, ließ andere mit seinen Pferden trainieren, fährt auch heute noch regelmäßig mit der Kutsche durch Röbel und gilt bei Einheimischen wie Urlaubern gleichzeitig als Röbeler Original.

Auch wenn schon vieles über „uns Wilhelm“ bekannt ist, diese Anekdote sicher nicht: Der rüstige Senior rettete vor rund 50 Jahren das Röbeler Seefest. Zu diesem Ereignis wurden immer 300 Hähnchen, auch Broiler genannt, geliefert. Nur einmal nicht.
Doch Wilhelm hatte eine Idee und besorgte die Leckereien, bei einer LPG. Allerdings lebten die Broiler noch. Aber auch das regelte er in der Notschlachterei, die Damen vom Konsum halfen beim Schlachten und Rupfen, das Seefest war gerettet.

Schon 1953 ritt Wilhelm Jarchow beim Speckreiten mit und hat mit dafür gesorgt, dass dieses  Turnier zu Pfingsten wieder zu einer Tradition wird. „Wilhelm Jarchow und Röbel. Unzertrennbar. Er ist aus unserem Stadtbild nicht wegzudenken. Seine Kremser mit vielen Leuten, seine Kutsche zu jeder Feier und er mit dem Zylinder.  Natürlich fährt nur er als Cheffahrer den Bürgermeister und auch Neptun zum Seefest. Er ist ein typischer Mecklenburger, der nicht so einfach aufzuschließen ist, mit einer bewundernswerten inneren Ruhe, der eine Herz für Kinder und an der richtigen Stelle hat. Es gibt diesen Begriff Urgestein. Urgestein von Röbel – das ist Wilhelm Jarchow.

Wilhelm hat das lebendige Stadtbild von Röbel mit seinem Leben, mit seiner Treue, mit seiner Heimatliebe ganz besonders geprägt“, heißt es in der Laudatio.

Neptun alias Steffen Steinbeck

R3„Steffen Steinbeck ist ein Aushängeschild für Röbel. 20mal eröffnete er als Herrscher aller Meere, Seen, Flüsse, Pfützen, Tümpel, Rinnsteine – König aller Seeungeheuer wie Haie, Seeschlangen, Qualen und Kraken das Röbeler Seefest und war für das Fest stets DAS Markenzeichen, der Gott des kleinen Meeres, der Müritz.

Viele hundert Zuschauer, Einheimische wie Urlauber, quiekten jedes Mal vor Vergnügen, wenn der Mann – nein, die Erscheinung – mit langem blonden Bart und wehendem, von einer Krone gekröntem Haupthaar, im Fischernetz-Dessou, zum Seefestfreitag dem Bürgermeister Schlüssel und Regentschaft fürs Rathaus abnahm.

Jede Regentschaft ist endlich. Auch die von Meeres- und Müritzgöttern. Zu dieser Erkenntnis kam Neptun Steffen Steinbeck bereits vor acht Jahren. „Ich hau‘ in den Sack, besser, in die Fischkiste. Ich höre auf“, so seine Aussage 2008. Das wollte Röbel nicht. Eine Unterschriftensammlung, initiiert von Wilhelm Jarchow, brachten den Röbeler, der im wirklichen Leben Fischer ist, zum Umdenken. Seine Botschaft für Röbel: So lange Heiner Müller Bürgermeister ist, bleibe ich Neptun.“ steht in der Laudatio, die Bürgermeister Heiner Müller hielt.

Mit standing ovations haben sich die Röbeler auf dem Neujahrsempfang von ihrem Neptun verabschiedet.

 

 


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