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Übung macht den Meister – Einführungstag in die Praxis für Auszubildende zum Gesundheits- und Krankenpfleger

20. September 2017

Aller Anfang ist schwer? Nicht so sehr, wenn erfahrene Kollegen ihr Wissen und ihre Berufspraxis erlebbar weitergeben, so wie in dieser Woche im MediClin Müritz-Klinikum bei den „Einführungstagen in die Praxis für Auszubildende zum Gesundheits- und Krankenpfleger“.
Jeannette Romer, Gesundheits- und Krankenpflegerin sowie leitende Praxisanleiterin im Klinikum in Waren, und Ramona Hornburg, Fachkonferenzleiterin am Regionalen Beruflichen Bildungszentrum Müritz, sind gemeinsam auf die Idee gekommen, den Azubis noch vor der ersten Praxisphase im Rahmen der Ausbildung, den Start durch praktische Übungen zu erleichtern.

So fanden sich am Montag 40 Mädchen und Jungen, die ihre Ausbildung im MediClin Müritz-Klinikum, im MediClin Krankenhaus Plau am See oder in der Klinik Amsee absolvieren, im Warener Krankenhaus ein.

Wer weiß schon direkt, wie man einen Patienten waschen sollte, wie man Nahrung verabreicht oder worauf man beim Lagern achten muss? Dies und vieles mehr haben die jungen Damen und Herren in zwei praktisch orientierten Tagen im Warener Krankenhaus gelernt. Nach einer ausgiebigen Hausführung und einer Einführung in die Ausbildungsinhalte gab es für sie auch jede Menge Selbsterfahrungstests.

„Es geht darum, die Schüler zu sensibilisieren, wie sich die Patienten fühlen und wie wichtig die Kommunikation mit diesen in ihrem Arbeitsalltag ist“, erklärt Schwester Jeannette, die gerade  ihre Zusatzweiterbildung zur Berufspädagogin für Gesundheitsfachberufe absolviert hat.

So wurde veranschaulicht, wie sich ein Patient fühlt, der keine Kommunikation erlebt. Dazu legten sich die Schüler auf Yogamatten und schlossen die Augen. Anschließend übten Schwester Jeannette, Ramona Hornburg sowie Klassenlehrerin Dr. Stefanie Kirschner unterschiedliche Reize auf die Körper der Teilnehmer aus, öffneten Fenster und Türen oder machten laute Geräusche – ohne dabei auch nur ein Wort mit ihnen zu sprechen.

Des Weiteren wurde das Verabreichen von Nahrungen geübt und die Maßnahmen der ersten Hilfe, wenn genau diese Nahrung mal nicht dahin wandert wo sie hin soll, sondern der Patient sich verschluckt und Atemprobleme bekommt. Übungen mit großem Aha-Effekt für die jungen Berufseinsteiger. Die jungen Azubis sollen schon früh lernen, wie wichtig patientenorientierte Pflege ist und das man mit Kommunikation und Verständnis viel im Pflegeprozess bewirken kann. Nur so kann sich der Patient wohlfühlen in der ungewohnten Umgebung.

Desinfektion ist das Wichtigste

Neben der Besichtigung von Patientenzimmern und dem Kennenlernen der Funktionalität von Krankenhausbetten, erhielten die 40 Teilnehmer zudem eine Einführung in die so wichtigen Basishygienemaßnahmen.

Hygiene ist das A und O in einem Krankenhaus und auch die richtige Händedesinfektion sowie das Wissen, wann genau die Hände zu desinfizieren sind, wollen schließlich gelernt sein.

Auch hier gab es nach dem kurzweiligen theoretischen Teil inkl. Videofilm, dann auch eine Aktion zum Mitmachen mit Antje Zädow, der Hygienefachkraft der Warener MediClin Akut-Einrichtung. Die Mädchen und Jungen testeten das Erlernte live in der Blackbox, die dank fluoreszierendem Mittel in der Desinfektionslösung schonungslos zum Vorschein bringt, ob die Hände gründlich genug desinfiziert wurden. Das Probieren der Schutzkleidung, die bei isolierten Patienten zum Einsatz kommt, machte allen viel Freude und übte für den Fall der Fälle.

Am zweiten Tag standen noch rückenschonendes Arbeiten, das Anziehen von Anti-Thrombosestrümpfen sowie der Transfer vom Rollstuhl auf die Bettkante auf dem Programm.

„Die alten Hasen“ Jeannette Romer und Ramona Hornburg ziehen das Fazit, dass sie diese Einführungstage beibehalten werden und haben auch schon neue Anregungen und Ideen von den Teilnehmern selber mitnehmen können.

Diese werden sie dann im nächsten Jahr in das Gemeinschaftsprojekt des MediClin Müritz-Klinikums und des Regionalen Beruflichen Bildungszentrums Müritz einfließen lassen.

Text und Fotos: Jenny Thoma


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