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Urlauber äußert sich besorgt über rechte Tendenzen an der Müritz

20. Juli 2017

In dieser Woche haben uns ein Leserbrief und dazugehörige Fotos eines Waren-Urlaubers erreicht, den wir hier gerne ungekürzt veröffentlichen möchten und der sicher für viele Diskussionen sorgen wird. Der Tenor des Briefes: Urlauber stoßen an der Müritz fast täglich auf rechtes Gedankengut.

Am 18. Juli endete mein dreiwöchiger Kuraufenthalt und ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei Ihnen für die gute Zeit, die ich hier an der Müritz gehabt habe, zu bedanken. Natürlich gilt dieser Dank in erster Linie den Ärzten, Schwestern und BetreuerInnen der AHG Kurklinik, die sich sehr um das Patientenwohl jedes und jeder Einzelnen, also auch um das meine, gekümmert haben.

Doch was wäre die beste Behandlung, wenn das Umfeld nicht stimmen würde?  Die kleinen und größeren Annehmlichkeiten einer Bäderstadt und eines regionalen Mittelzentrums mit all ihren Angeboten tut ein Übriges dazu, sich wohl zu fühlen.

Was allerdings auch in der Erinnerung haften bleiben wird – und ich erlaube mir das, in aller gebotenen Offenheit ansprechen zu dürfen –, sind die unzähligen Beispiele für rechte, teilweise antidemokratische, jedenfalls nationalistische Gesinnung.

Ein paar plakative Beispiele habe ich angehängt, Emailleschilder, die auf dem Markt beim Stadtfest, aber auch jeden Markttag frei zugänglich erhältlich sind und dies eben den berühmten Steinwurf vom Rathaus entfernt.

Hochzeitsgesellschaften, bei denen für mich erkennbar eine große Anzahl an Männern und Frauen mit rechtem Gedankengut den schönsten Tag im Leben zweier junger Menschen mit begehen.
Ein junger Mann, der auf seine Fußfesseln „AH“ (szenetypisches Kürzel) tätowiert hat und dies beim Stadtfest offen zur Schau trägt.

Ein Geschäft, in dem die Hauptsache, die verkauft wird, Devotionalien aus der dunkelsten Zeit deutscher Geschichte sind.

Ein Kunde, der den CD (steht m.E. für Compact Disc und damit eigentlich ein „un-deutsches“ Wort)-Händler dafür lobt, dass es bei ihm nur gute deutsche statt der üblichen „Negermusik“ gebe.
Um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Ich weiß und bin froh und dankbar dafür, dass es auch eine Gegenbewegung, „Waren ist bunt“, gibt, und ich weiß von Einzelbeispielen in der Betreuung syrischer Geflüchteter.

Doch mit Verlaub, das wird von den Besuchern, die sich nicht auf ein persönliches Gespräch mit Geschäftsleuten einlassen (denen diese rechte Szene, die sich leider auch immer mal wieder in Aufmärschen Aufmerksamkeit verschafft, mehr als ein Dorn im Auge ist) nicht zur Kenntnis genommen.

Was hängen bleibt, ist die Bestätigung des Bildes, das der vormalige, aus Mecklenburg-Vorpommern stammende Bundespräsident Joachim Gauck mit „Dunkeldeutschland“ umschrieben hat.

Wehren Sie den Anfängen einer schleichenden Übernahme dieser wunderschönen Stadt durch die rechte Szene, begegnen Sie Fremden aus aller Welt mit Offenheit und Freundlichkeit, zeigen Sie, wie farbenfroh und nicht wie grau oder braun Ihre Stadt ist!

Herzlicher Gruß,
Manuel Sandvoß

Die Fotos im Beitrag entstanden an einem Stand vor dem Müritzeum und auf dem Neuen Markt.


46 Antworten zu “Urlauber äußert sich besorgt über rechte Tendenzen an der Müritz”

  1. Petzibär sagt:

    Lieber Herr Sandvoss,
    Ich wusste als Einheimischer gar nicht von der Existenz solcher Geschäfte. War aber aufgrund Ihres Tipps gleich mal vor Ort, interessantes Geschäft! Vielen Dank für die Werbung.
    Kleiner Hinweis noch: die schleichende Übernahme unserer in der Tat wunderschönen Stadt durch „Rechte“ (lt. Duden =bürgerlich- konservativ)
    ist glücklicherweise gescheitert, die NPD fast nicht mehr existent. Es sei denn, Sie bezeichnen unsere Volksvertreter der demokratischen Parteien als solche. Dann ist Ihnen nicht mehr zu helfen.
    Ansonsten viele Grüße an ihre Parallelgesellschaften in Duisburg, Oberhausen oder sonstwo.
    Diese „bösen“ Schilder übrigens gab es auf dem Mürittfest. Kann man sicher geteilter Meinung sein, ich persönlich habe mit meinem Sohn über das deutsche Kolonialsystem gesprochen, als wir an diesem Stand waren. Wer seine Geschichte nicht kennt, hat keine Zukunft.
    Schönen Tag noch.

  2. Dr.Hans-Joachim Radisch sagt:

    Hier ist alles noch viel schlimmer als beschrieben: Urteile am Warener Amtsgericht werden „Im Namen des Volkes“ gesprochen, es gibt hier nicht einen einzigen Linksanwalt, sondern ausschließlich „Rechtsanwälte“ und auch ich selbst habe die Wiedergabe meines Vornamens in meiner seit 40 Jahren täglich vielfach gebrauchten Unterschrift noch immer nicht politisch korrekt von HJ auf Hans-Joachim umgestellt. Ich habe auch noch keinen Erfolg damit gehabt, den Geburtstag meiner Tochter amtlich vom 20.4. auf ein anderes Datum umdeklarieren zu lassen, so daß die gesamte Familie an diesem faschistischen Tag seit Jahrzehnten heftigst Geburtstag feiert. Ich habe – wohl wegen meiner latent faschistoiden Gesinnung – unter Verletzung meiner väterlichen Pflichten auch nicht verhindern können, daß meine Tochter dieses fatale Geburtsdatum sogar in der Zahlenkombination Ihres Kfz-Kennzeichens dokumentieren ließ. Ich weiß mir deshalb nur noch dadurch zu helfen, zur Rettung der politisch korrekten antifaschistischen Berufung aller Bürger Warens die Zahlenfolge „204“ des Kennzeichens ausschließlich auf unser Grundgesetz zu beziehen. Artikel 20 Abs. 4 GG lautet – ich bin seit vielen Jahrzehnten friedliches Mitglied der FDP, deshalb möge Frau Merkel dieses Zitat nicht als Drohung verstehen:

    “ Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“

    Insoweit braucht der Autor dieses epochalen Artikels keine Bange zu haben: Ihm gegenüber ist Ignorieren eine ganz einfache „Abhilfe“ im Sinne des Grundgesetzes.

    • Sarkasta sagt:

      Herrlich….. Ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert. Vielen Dank, das ist genau mein Humor. 😉

    • Petzibär sagt:

      Trefflich formuliert, Herr Dr.Radisch. Dem ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen.
      Erinnert mich ein wenig an die damalige Aussage von Martin Walser vor etlichen Jahren in der Frankfurter Paulskirche anlässlich seiner Preisverleihung: „die geistige Inquisition der unsäglichen political corectness liegt wie Mehltau über unserem Land. Herr Sandvoss mag einer ihrer Vertreter sein.
      Vielleicht können wir ja noch einige Strassennamen umbenennen, um etwa wie Hamburg oder Freiburg politisch korrekt vorne dabei zu sein. Jahn -Strassen z.B.gibt es dort nicht mehr. Er soll ja Antisemit gewesen sein. Da schäme ich mich fast dafür, als Jugendlicher Leistungssportler im Jahnstadion Wettkämpfe absolviert zu haben.
      Und das, obwohl ich in der DDR zum Antifaschisten erzogen worden bin.
      Habe meine Medaillen gleich politisch korrekt entsorgt.

    • Besserwessi sagt:

      Naja, wer mehrere Beiträge in einer „Zeitung“ wie „eigentümlich frei“ publiziert, dem dürfte solch ein Artikel allerdings eher sauer aufstossen. Sich dann mit geschliffener Rhetorik zu wehren, in dem man den Anderen lächerlich zu machen versucht, passt da ins Bild. Trotzdem entspricht dieser Artikel ziemlich genau dem Bild das sich zumindest in den alten Bundesländer immer mehr in den Köpfen zementiert. Auch wenn es dem Herrn Anwalt nicht passt.

      • Dr.Hans-Joachim Radisch sagt:

        Schön, daß sie „eigentümlich frei“ verfolgen. Dann darf man ja hoffen, daß Sie als „besserwessi“ bald auch die Zivilcourage zeigen, mit Ihrem „Klarnamen“ zu Ihren Internetbeiträgen zu stehen. Meinungsaustrag mit offenem Visier ist das, was diese Gesellschaft braucht, um wieder vom Pfad des alle überwachenden und beschnüffelnden Ausforschungs-Denunziaten- und Verleumdungsstaat Maas’scher Prägung abzukommen.

  3. Peter Sohr sagt:

    Schön, das es Ihnen besser geht Herr Sandvoss. Toll, das Ihnen dabei nicht nur die AHG-Klinik, sondern auch Waren und seine Umgebung und dessen Umfeld geholfen hat. Wie aufmerksam Ihnen so einige Dinge aufgefallen sein mögen, Augenscheinlich waren sie sicherlich nicht auf den ersten Blick. Wenn man aber gezielt nach derartigen Rudimentären Überbleibsel vergangener Zeiten transponiert in die heutige Zeit sucht, wird man auch sicherlich das eine oder Andere finden. Ich bezeichne mich mal als „Otto Normalbürger“, der weder linkes noch rechtes Gedankengut in sich trägt und geschweige denn öffentlich zur Schau stellt. Mir sind die von Ihnen beschriebenen Dinge weder aufgefallen noch habe ich danach gesucht. Sicherlich gibt es Mitbürger, die ihre Gesinnung öffentlich präsentieren und damit auch kein Problem haben. Ich teile Ihre Meinung das es keinen Grund gibt, um derartige symbolbehaftete Assesoirs käuflich erwerben zu können. Kontrollen von Ständen auf Festen durch passende Organe wären da vielleicht angebracht. Allerdings empfehle ich Ihnen dringend ruhiger zu werden und nicht alles was es an Unannehmlichkeiten gibt, sich zu Herzen zu nehmen. Hier täte ein Gang zurück sicherlich einen positiven gesundheitlichen Effekt.

  4. Eckhard Kloth sagt:

    „Dunkeldeutschland“ und Gauk – geht´s noch? Ich hatte echt vergessen, dass so ein krudes Bild von meiner schönen Heimat Mecklenburg und einer ihrer Perlen, der Müritzregion, vom ehemaligen Bundespräsidenten gezeichnet wurde. Wir setzen uns, denke ich, weder besser noch schlechter als in anderen Regionen Deutschlands mit den Themen wie Fremdenfeindlichkeit usw. auseinander. Ich erlebe meine Stadt jedenfalls als recht weltoffen und freundlich. Herr Sandvoss, man kann es auch übertreiben. Aber es ist Ihre Meinung und das ist zu akzeptieren.

  5. k.frind sagt:

    Drei Wochen Klinik können sehr lang u vorallem sehr langweilig werden.Das Fernsehnpogramm ist nicht das tollste.Also geht man raus in die Stadt.Doch nach drei Wochen Läden durchstöbern fängt man akribisch an sich jeden einzelnen Stein anzuschauen. Dann stößt man halt auf eher sehr seltenen Sachen. Ein einzelner Typ mit Fussfesseln u Tätowierung. Wer hat bitte schön die Zeit sich von jeden Typen die Füße genau anzuschauen? Es ist unwichtig was ein einzelner macht.Wichtig ist das die Masse keine Tätowierung hat geschweige noch Fußfesseln. Ausnahmen gibt es seid 1945 und das nicht nur in Waren sondern in ganz Deutschland.Und hat es denen was gebracht? Nein. Weil die Masse ihr Horizont hoch genug ist von solchen Läden usw kein Gebrauch,geschweige noch Werbung dafür zu machen. Nicht nur Herr Gauck aus MV sondern die höchsten Politiker aus ganz Deutschland gedencken mit ein so,ach schmerzverzehrtem traurigem Gesicht,die Opfer aus dem KZ usw. Wären ein Ort weiter,die NPD mit ihrer Demo,lustig u vergnügt ihre Fähnchen schwingt. Also es liegt nicht an Waren. Das ganze Land ist ein Tollhaus.Da kann man Urlaub machen wo man will.

  6. H. Germeuth sagt:

    Tja, Mecklemburg Vorpommern.

    Wenn man arisch genug aussieht, ein wundervolles Örtchen, ansonsten kann es schnell passieren, dass man halb totgetreten wird, auch wenn man erst 10 Jahre alt ist: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1053066.nazi-attacke-auf-zehnjaehrigen-jungen-in-schwerin.html

    Oder man wird verprügelt, weil man bestimmte Klientel auf Straftaten hinweist: http://www.focus.de/regional/schwerin/kriminalitaet-verdaechtige-rufen-verbotenen-nazi-gruss_id_5387920.html

    Oder ins Krankenhaus geschlagen, selbst wenn man nichts sagt: http://www.endstation-rechts.de/news/kategorie/straftaten/artikel/schwerin-rassistische-schlaeger-bande-pruegelt-jungen-mann-aus-afghanistan-ins-krankenhaus.html

    Wer wohl die Schläge abbekommt, wenn eines Tages keine „bösen Ausländer“ mehr in Mecklemburg Vorpommern sind frage ich mich?

    • Guido sagt:

      Wie wäre es denn mal über die stattfindende Gewalt an deutschen Landsleuten zu berichten ???
      So geschehen gerade erst vorige Woche in Neubrandenburg, als eine fünfköpfige Gruppe junger syrischer Gäste, ich glaube man nennt sie minderjährige Flüchtlinge, auf zwei deutsche Schüler einprügelte… Nachzulesen im Polizeibericht.
      Mittlerweile sind wir soweit, dass wir Marktplätze, wie in Neubrandenburg oder Schwerin mit Kameras überwachen lassen wollen.
      Alles weil sich unsere lieben Kriegsflüchtlinge , als Gäste nicht benehmen können. Den Reigen könnte man beliebig fortführen.
      Hier wird mit zweierlei Maß gemessen ! Das ist nicht richtig .

      • Sveni sagt:

        sehr gut…
        seh ich genauso….

      • KeinName sagt:

        Danke, endlich mal jemand der mir aus der Seele spricht. Ich mein ja nur, klar kann man flüchten, wenn in einem Land Krieg herrscht. Aber es ist richtig, diese Menschen sind unsere GÄSTE und somit haben diese sich auch an unsere Regeln zu halten.
        Auch ich wurde beinahe von einigen unserer Gäste zusammengeschlagen, und was kam? Wie nicht anders erwartet wurde diese Anzeige fallen gelassen. Hätte ich auch nur einen dieser angepöbelt, wäre es überall publik gemacht worden.

        ABER ja wie gesagt, meine Worte!

      • Schmidt123 sagt:

        bezeichnend, dass der Hinweis auf rechtsextreme Tendenzen und rechtsextreme Gewalt immer gleich und sofort mit dem Hinweis gekontert wird, dass man auch auf die Gewalt gegen Deutsche hinweisen sollte. So muss man sich nicht mit dem Argument, dass es rechtsextreme Gewalt gibt, auseinandersetzen. Es ist immer das gleiche Muster der Relativierung und Ablenkung, neudeutsch auch Derailing genannt. Ganz offensichtlich stört es manche Zeitgenossen ganz erheblich, wenn auf Gewalt von Rechts aufmerksam gemacht wird, und sie müssen quasi schon zwanghaft ablenken und die Diskussion verwässern und auf ein anderes Feld führen.

        Problem gelöst.

    • Petzibär sagt:

      Respekt, Ihnen fällt nichts anderes ein, als Zeitungsartikel von 2010, zumeist aus dem Zentralorgan der Mauerschützenpartei als Argument zu liefern? Die anderen Quellen werden z.T.wegen linksextremer Aktivitäten vom Verfassungsschutz beobachtet.
      Macht aber nichts, unser Justizminister Maas lobt auch schon mal eine linksextreme Band (feine sahne fischfilet). Selbige Band spielte ja gegen „rechts“ in Greifswald. Vom Verfassungsschutz beobachtet? Ja sicher!
      Oder sind sie bei ex -Stasi -Spitzel Annette Kahane und Ihrer von Steuergeldern finanzierten Amadou -Stiftung beschäftigt, das Sie so argumentieren müssen?

  7. Martin sagt:

    Ich finde Herr Sandfoß hat schon recht. Der Brief ist ausserdem ausgewogen und korrekt, und ich freue mich dass die Reaktionen bisher auch nicht in Beleidigungen ausufern.
    Waren ist eine schöne Stadt, aber wenn der Region und dem Fremdenverkehr eins gefährlich werden kann dann sind es rechte Tendenzen. Meiner Meinung nach ist es die Nummer eins der Gründe die einen Urlauber lieber eine andere Ferienregion in Deutschland wählen liesse.
    Damit nicht gesagt dass die politische Korrektheit eine Frage der Hotelbelegung sein soll, aber vielleicht hilfts ja.

  8. Micha sagt:

    Leute gibt es, die gibt es gar nicht …. Solch Bilder, gibt es auf jedem lumpigen Volksfest und dass Bundesweit . Denn die, die es verkaufen fahren von Norden nach Süden und von West nach Ost . Manche verblöden komplett vor der Röhre und glauben jeden Müll Rechts ist somit auch ein Bundesweites Problem und nicht nur in Meck. Pomm . Übrigens Herr oder Frau Germeuth wir leben hier in Mecklenburg Vorpommern und nicht in Meckle (m) burg also richtig schreiben ist besser als sich aufzuspielen . Auf solch Leute, verzichten wir hier gerne in unserer Region.

  9. Peter Sohr sagt:

    @ H. Germeuth. Auf dem Teppich bleiben und vor der eigenen Haustür kehren bevor des Nachbars Windrad angeblich schlechte Luft erzeugt.

  10. Jan Stobbe sagt:

    Wer nicht sehen will, der wird nicht sehen. Es gibt leider genug Beispiele in Waren, in denen offen rechtspolitische und demokratiefeindliche Symbolik gezeigt, getragen und verbreitet wird. Es gibt genug Beispiele des Wegschauens, der Verharmlosung und schizophrenerweise Leugnens (wenn darauf angesprochen). Es gibt in M-V eine erschreckend etablierte und (an)erkannte rechte Szene. Wer das verharmlost, redet sich seine Nachbarschaft schön. Offene Fremdenfreundlichkeit habe ich auch erlebt aber genauso ein bedrückendes Schweigen im Bezug auf die Nazis. Etwas zu benennen, ist der Weg die umgebende Wirklichkeit wahrzunehmen. Das ins Lächerliche zu ziehen ein Schutzreflex. Auch wenn Herr Radisch humorvoll schreiben mag, ist mir hier nicht zum Lachen zumute.

    • Dr.Hans-Joachim Radisch sagt:

      Ich bin die Angelegenheit, wie Sie es ausdrücken, bewußt humorvoll angegangen, um durch eine eigentlich der Sache angepaßte grobe Entgegnung auf die unqualifizierte Verunglimpfung Warens wie Mecklenburg-Vorpommerns eigentlich netten Menschen wie Ihnen nicht unnötig „auf die Füße zu treten“.

  11. Maja sagt:

    Wäre ja super, wenn wir alle zusammenhalten gegen diesen rechten Scheiß in Ost und West und uns auch mal gut gemeinte Hinweise zu Herzen nehmen.

  12. Tom E sagt:

    „Micha“ beschwert sich, dass McLenburg VorPommes falsch geschrieben ist, bekommt aber selbst keinen Satz ohne Fehler hin.

    Besorgtbürgerrealsatire in Topform 😉.

  13. CM sagt:

    Lieber Micha,
    tut mir leid, aber auf Volksfesten in Würzburg u. Umgb. sind mir solche Postkarten/Schilder noch nie aufgefallen.
    Beste Grüße.

  14. Hartmut Lux sagt:

    Selbstjustiz bringt nichts…
    Alles im Osten schlecht reden sollte man nicht… wo das noch ist mit den Rechten Szenen ohne wenn und aber der aPolizei melden….

    Der Osten Deutschlands hat viele schöne erholsame Urlaubsorte und die sollte man beachten sonst fährt da keiner mehr hin.
    Also bitte diese braunen Horden der Polizei melden oder was auch immer…
    Aber bitte keine Selbstjustiz oder Selbstmassnahmen…

  15. Kristine sagt:

    Lieber Micha, auf Volksfesten sieht man sie bei uns auch nicht. Aber auf Strassenfesten und Dulten sieht man sie schon. Und das in ganz Bayern.

  16. Lutz sagt:

    Ich war ebenfalls mal zu Gast in Waren – allerdings Dienstlich. Und mir sind die gleichen Dinge unangenehm aufgefallen. Die Devotionalien und die Tattoos, einige Leute die ihre kranke Gesinnung offen zur Schau stellen – weil der Rest der Bevölkerung wegschaut und ruhig bleibt. Und genau das spiegeln auch die Kommentare wider, die hier zu lesen sind. „Ist doch alles nicht so schlimm.“ – so die einhellige Meinung. Stattdessen wird jemand veräppelt, der auf die Missstände hinweist. Großes Kino, Waren.

    Eine Region zum Gernhaben. ♥

  17. Matze sagt:

    Es ist schon schlimm, wie ein Kurgast, der nur seine schlimmen Beobachtungen aufschreibt, derart verunglimpft wird. Das bestätigt, das es im Osten der Republik ein (r)echtes Problem gibt!

  18. Thomas sagt:

    Wer die Szenezeichen kennt, sieht sie überall. Es ist naiv zu glauben, Rechte würden immer noch in Bomberjacken und Springerstiefeln durch die Gegend grölen. Und im Umkehrschluss: wenn keiner grölt, gibt es auch keine Rechten.

    Die Szene ist inzwischen sehr intellektuell, politisch, disziplinierter, differenzierter und auch familiärer geworden. Revisionismus, Identitäre Bewegung, Nipster, nach außen hin geradzu friedlich.

    Achten Sie aus Spaß einfach mal auf die Träger der Kleidermarke Thor Steinar in Verbindung mit schwarz-weiß-roter Kleidung, Winkinger-Tattoos, Autokennzeichen mit den typischen Zeichen 18, 88, AH, HH, SH, Kombinationen daraus und deren Fahrer. Gern auch mal auf die Klientel, die die von Herrn Sandvoß fotografierten Produkte kauft. Bitte nicht wundern, wenn auch Frauen darunter sind.

    Ich denke nicht, dass das ein typisches M/V Problem ist. Nur wenige Menschen tragen ihre politische Einstellung offen zur Schau. Insofern warne ich vor übereilten Schlüssen.

    Selbstverständlich müssen Straftaten vom Staat verfolgt werden, linke Randale, ausländerfeindliche und natürlich auch Straftaten von Ausländern oder Prominenten. Alle gleichermaßen und ohne Ansehen der Person.

    • Dr.Hans-Joachim Radisch sagt:

      Da sind wir Müritzer aber wirklich beruhigt: Jetzt wissen wir definitiv, daß es in Hamburg fast nur Nazis gibt, die machen sie ausweislich der HH-Kennzeichen ja inzwischen auch in Waren breit. Und in Schleswig-Holstein besteht ausweislich ihrer SH-Kennzeichen sogar die Polizei aus Rechtsradikalen. Überall bei den G20-Protesten sah man überall diese Rechtextremisten- Kennzeichen. Nur zu verständlich, daß dagegen die antifaschistsicher schwarzen Blocks sich mit Mollis und Pflastersteinen zur Wehr setzen mußten. Gut, daß es bei diesem Blog diese wertvollen Kommentierungen gibt, da versteht man als dummer Mecklenburger endlich die Welt…

      • Dajana sagt:

        Falls Sie den Kommentar von Thomas nicht verstanden haben sollten. Gemeint hat er Kennzeichen, wie MÜR-HH oder MÜR-SH. Vielleicht sollte das auch Humor sein. Tatsache ist wohl, dass es ein Problem gibt, generell in Deutschland und im speziellen auch in der Müritzregion, wie auch anderen Regionen in M-V. Das nun aber zu relativieren, weil es ja auch woanders Probleme gibt oder es andere gesellschaftliche Elemente gibt, die Ärger machen, ist arm und ändert an der Sache nichts. Ich bin aus MV und lebe jetzt seit fast 17Jahren in einem anderen Bundesland. In diesem Umfeld sind mir solche Dinge, wie Sie beschrieben wurden, noch nicht begegnet. Ich finde es sehr schade für Mecklenburg-Vorpommern, denn es ist eines der schönsten Bundesländer.

  19. Raul Bergmann sagt:

    Oha, Herr Sandvoß, da haben Sie anscheinend „Otto Normalbürger“, „bewusst humorvoll“ antwortenden Helldeutschen und schlauen Petzibären mitten ins Müritz-Gen geschossen! Da ist die Empörung natürlich gewaltig und Reichsflaggen, angriffslustige Reichsadler und Eiserne Kreuze können dagegen nicht anstinken. Das ist einfach im Jahr 2017 zu mager, um sich zu empören. Die sogenannte Mitte, die „weder rechtes noch linkes Gedankengut“ kennt, hat die Mitte nämlich einfach mit nach rechts genommen. Und muss sich folglich über Menschen wie Sie und mich oder Herrn Germeuth wundern, die natürlich nur links“extrem“ sein können, wenn Sie es nur wagen, darüber zu berichten, was ihre Augen sehen. Es wird beizeiten schon wieder niemand gewesen sein, seien Sie versichert! So blühen sie, die Landschaften… Und in einem Punkt muss ich dem Petzibären dann auch recht geben: „Wer seine Geschichte nicht kennt, hat keine Zukunft.“ Aber vielleicht ja bald wieder ’ne Mauer. Ich danke Ihnen jedenfalls für Ihren Brief und werde auf diese „weltoffene Perle“ und auf ihr Heimatgesabbel auch weiterhin verzichten. Nach Diktat zum Şiş Kebap in der Parallelgesellschaft, R. Bergmann

    • Petzibär sagt:

      Dann lassen Sie sich den sis kebab gut schmecken. Achten Sie aber Ihrer Gesundheit Willen darauf, keine kurdischen Volkslieder im türkischen Imbiss anzustimmen. Oder mit einem „free Yücel“ T-Shirt dort aufzuschlagen, Sie könnten für einen Gülen -Anhänger gehalten werden. Kommt da nicht so gut.

  20. Marv sagt:

    Es ist schon traurig das die deutsche Geschichte nur an einem Mann abhängig gemacht wird…
    Ich habe mit meinem Opa viel über die zeit gesprochen (da dies mich persönlich sehr interessiert )
    Und er sagte mir etwas was ich sehr einprägend fand
    Nur weil der Herr Hitler Führer war hieß es nicht das alle für ihn waren… so wie heute mit Frau Merkel…ich mag sie nicht ich habe sie nicht gewählt…und dennoch ist sie Bundeskanzlerin
    Bin ich jetzt CDU CSU Sympathisant/ Nazi ???
    Glaube nicht oder

  21. S. Steuernagel sagt:

    Vielen Dank an Herrn Sandvoß.
    Sie haben einen schön Objektiven Brief geschrieben.
    Das die Bewohner ihre „Perle“ verteidigen und schön reden, finde ich auch vollkommen ok, da es zumindest zeigt das es auch noch Bürger gibt die Stolz auf ihr Land sind.
    Was aber nicht entschuldigt, dass „Otto Normalbürger“ und co mehr nach Rechts denken bzw sich außern als bewusst.
    Das beste Beispiel ist die „humorvolle“ Antwort.
    Da wir in einer „freien“ Gesellschaft leben finde ich es auch ok, dass sich jeder frei äußern kann. So auch Herr Sandvoß oder auch R. Bergmann.
    Deutschland ist halt nicht nur links,“ mitte “ oder rechts, wir sind ein Volk und sollten uns Tolerieren.

  22. Lutz sagt:

    Kurz und knapp. Ich stamme aus Berlin, meine Frau aus MV. Wir halten uns sehr häufig an der Müritz, aber auch in allen anderen Teilen unseres schönen Landes auf. Solche hässlichen Symbole kann man, wenn man darauf achtet, in jeder Region unserer Heimat entdeckten. Das erste mal,dass ich mit so etwas konfrontiert wurde war 1990, auf einem Stadtfest in Lüneburg. Ich wäre damals,als ehemaliger DDR Bürger fast vom Glauben abgefallen. Aber nur weil ein paar Idioten solche Symbole verkaufen oder an sich tragen, eine ganze Region zu stigmatisieren halte ich für äußerst unseriös. Ich werte ja auch nicht die vielen Burschenschaften und Heimatvertriebenenverbände, welche fast ausschließlich in den westlichen Bundesländern ansässig sind, so dass deren Gedankengut auch das der dortigen Bevölkerung widerspiegelt.

  23. Micha sagt:

    Schön, wie sich dass hier entwickelt ….!!!! Aber der ein oder andere ,scheint nicht zu verstehen um was es hier geht . Naja es gibt ja auch Politiker die ( Rechtsradikalismus) als DDR Problem bezeichnen und Waren gehörte ja zu einem Un(rechts)staat wie die DDR…. Die ja auch von einem Diktator regiert wurde . Ganz ehrlich , eine gesunde Meinung ist keine Krankheit zu diesem Thema . Man sollte sich auch mal gesund kontra Herrn Sandvoss gegenüber äußern dürfen wenn unsere Region durch die braune Suppe gezogen wird . Absolut überzogen ,dass es sich hier so in die Höhe schraubt ….. Denn es ist nicht nur unser Problem alleine in Deutschland …..

  24. Jörg sagt:

    Ich war letzten Sommer 5 Wochen in MV unterwegs, von ganz im Westen, dann an der Müritz, auf Rügen und mit einem Bogen durch die Uckermark wieder zurück. Und leider habe ich dabei auch viele Sachen gesehen wie Herr Sandvoß sie beschreibt. Auf den Dörfern ist es am schlimmsten, habe mich teilweise leider sehr unwohl gefühlt, vor allem, weil es da mittlerweile wohl als völlig normal gilt. Dabei gibt es gerade auf dem Land überhaupt keine Ausländer. Es zeigt sich immer wieder, dass man die meiste Angst vor dem hat, was man gar nicht kennt und eigentlich nie zu Gesicht bekommt. „Stand aber so auf Facebook“ habe ich als Beweis ,wie schlimm es um Deutschland stehen soll,das eine oder andere mal gehört. Na dann muss es ja stimmen. Ich schau mir sowas lieber selbst an, wenn es geht. Hab ich in MV ja gemacht. Und da steht es gar nicht gut, was rechtsextreme Tendenzen angeht. Das weiss ich jetzt aus eigener Erfahrung. Wegsehen oder Kleinreden hilft da dem Otto Normalbürger am Ende nicht.

  25. Stefanie Eck sagt:

    Als ich den Leserbrief las, dachte ich mir: Da übertreibt es jemand aber ganz schön. Als ich die Kommentare las, wurde mir klar, in Wirklichkeit ist es noch viel schlimmer. Ich muss meinen Urlaub noch mal überdenken.

    • Petzibär sagt:

      Liebe Frau Eck,
      wohin will man denn noch fahren, um „rechtem“ Gedankengut und Tattoos zu entfliehen? Wie wäre es mit Dubai, den VAE oder gleich zum Partner des Westens, Saudi-Arabien? Dort finden Sie Demokratie, Gleichberechtigung, gutes Wetter und keine Frauen am Steuer.
      Auch keine Rechten.
      Und keine Homosexuellen. Die sitzen da in der Todeszelle oder sind schon, getreu der weltoffenen, linken Scharia (oder rechts, wer weiss das schon) enthauptet worden.
      Amerika? Auch schlecht, wegen Trump, der soll ja auch „rechts“ sein.
      Afrika: Sudan oder Kongo vielleicht?
      Dort gibt es sicher auch keine Nazis.
      Nur Mord und Totschlag, um den Islam weiter zu verbreiten. Aber keine Rechten!
      Die Wahl wird eng, also bleiben Sie einfach daheim.

  26. Peter Sohr sagt:

    @ Raul Bergmann. Zitat: Die sogenannte Mitte, die „weder rechtes noch linkes Gedankengut“ kennt, hat die Mitte nämlich einfach mit nach rechts genommen.“

    Antwort: Wer mich in eine politische Ecke rückt und mich nicht kennt, sollte aufpassen, was er sich aus seinem Kopf drückt. Ich bin nicht nachtragend, aber vergessen kann und werde ich nicht! Versprochen.

  27. Dr.Hans-Joachim Radisch sagt:

    Die Diskussion hier – Danke der Redaktion, daß sie diese provoziert hat – zeigt mit aller Deutlichkeit das Dilemma: In Ermangelung „rechter Missetaten“ – in deren Ablehnung sich in Deutschland alle einig sind – versucht man die „rechte Gefahr“ an vermeintlichen Indizien für „rechte Gesinnung“ festzumachen, die als Gradmesser eben solcher „rechter Gesinnung“ völlig untauglich sind. Weil man verweifelt – und weitestgehend erfolglos – rechte Untaten und deren Täter sucht, versucht man zur Dokumentation der eigenen „sauberen“ Gesinnung Phantom-Anzeichen zum Anlaß für die Bekämpfung von „Rechts“ zu verwenden. Da reichen SH oder HH im Kennzeichen, da wird als Hilfsmittel zur Warnung vor „rechten Eltern“ als Indiz verwendet, daß man bei Kindern deren Sauberkeit, Pünktlichkeit und ruhige Befolgung der Lehreranweisungen von rechtsradikalen Eltern ausgehen dürfe und die Gewekschaft Verdi entwickelt in schriftlichen Mitteilungen Anleitungen zum Hinausmobben von Arbeitskollegen, deren ständig um die Kollegen bemühte freundliches und unverfängliches Auftreten ein untrügliches Anzeichen rechter Gesinnung sein soll. Wollen wir uns hier an der Müritz an solchem Irrsinn etwas beteiligen und uns durch „kritische Anmerkungen“ von Urlaubern zu Symbolen des Kaiserreich dazu aufstacheln lassen? Laßt uns Rechtsextremismus an rechtsextremistischen Taten festmachen und die Täter verfolgen, und nicht über unsinnige Mutmaßungen eine allgemeine Hexenjagd gegen vermeintliche „Rechtsextremisten“ veranstalten. Wenn „Rechts-Sein“ sich allein durch Sauberkeit, Ordnung, Pünktlichkeit und höfliches Verhalten darbietet, kann eine Gesellschaft das mit zusammengebissenen Zähnen vielleicht doch tolerieren. Mit ein paar solcher „Rechten“ kriegen wir dann ja vielleicht sogar den Berliner Flughafen fertig…

  28. Wagner sagt:

    Gefährlicher für den Weltfrieden sind nicht die beanstandeten Blechschilder,sondern die umfangreichen
    Waffenexporte der deutschen Rüstungsindustrie,auch in Spannungsgebiete.

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