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Verein nimmt ehemalige Synagoge und Nachbarhaus als Kulturadresse in Betrieb 

15. Juli 2017

An der Mecklenburgischen Seenplatte, nur wenige Kilometer nördlich von Waren, gibt es ab Sonntag eine weitere Kulturadresse mit historischem Hintergrund. Der Verein „Alte Synagoge Stavenhagen“ hat mit Helfern über Jahre hinweg das frühere Haus der jüdischen Gemeinde vor dem Einsturz bewahrt. Das Gebäude wurde um 1820 als Fachwerkbau mit Backsteinen erbaut, war zwischendurch eine Tischlerei und stand in den 1980er und 1990er Jahren kurz vor dem Zusammenbruch.

Das ehemalige Gotteshaus weist ähnlich wie die Synagoge in Röbel einen blauen Himmel als Decke auf, allerdings ohne Sterne. Es bietet rund 100 Leuten Platz und hat auch noch eine Empore, auf die Frauen damals getrennt von den Männern Platz nahmen. Sie hatten auch einen extra Zugang, der – vorsichtig beim Eingang – auch etwas niedriger ist.

In der Synagoge, die am Sonntag ab 11 Uhr feierlich eröffnet wird, sollen Kulturabende und Treffen stattfinden, darunter Konzerte, Ausstellungen, Vorträge und andere Themen, die zum Gebäude passen, wie Vereinsvorsitzender Klaus Salewski erklärt. Von Bund, Land und EU flossen Fördermittel, viele Jugendliche halfen. Der Verein hat dafür auch ein Nachbargebäude erworben und modernisiert, wo es weitere Räume und sanitäre Einrichtungen gibt.

Im November 1938 wurde die Synagoge, die damals aber nicht mehr als Gotteshaus genutzt wurde, auch in Brand gesteckt. Ein Nachbar löschte das Feuer. Unter dem Motto „Blicke auf die Reformation“ gibt es am 7. August einen Vortrag des Landesrabbiners zum Thema „Martin Luther und die Juden“.

Veranstaltungen sind unter http://www.synagoge-stavenhagen.de/Aktuelles.html nachlesbar.


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