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Viele Besucher, wenig Interesse, enttäuschte Arbeitgeber

4. Dezember 2014

Boer3An Besuchern hat’s nicht gemangelt. Wohl aber an Interesse. Mehr als 40 Aussteller präsentierten heute auf der Regionalen Kontaktbörse der Beruflichen Schule viele attraktive Ausbildungsplätze. Darüber hinaus wurden die Mädchen und Jungen in Workshops auf die verschiedensten Jobs aufmerksam gemacht. Doch irgendwie schien der Funke nicht überzuspringen.

Wie uns sowohl die Aussteller – Unternehmer, Vereinigungen und Verbände – als auch die Workshop-Veranstalter berichteten, hielt sich das Interesse der Schüler sehr in Grenzen.

„Man hat leider gemerkt, dass es für viele Mädchen und Jungen eben eine Pflichtveranstaltung war. Es gab kaum Nachfragen. Das ist sehr schade“, so ein Ausbilder. Auch Unternehmer äußerten sich zum Teil enttäuscht. „Die Berufsschüler haben hier wirklich etwas Tolles auf die Beine gestellt und sich unwahrscheinlich viel Mühe gegeben. Schade, dass die Jugendlichen diese Chance, sich zu informieren, nicht ausgiebig nutzen.“
Und ein anderer Standbetreuer meinte enttäuscht: „Hier waren zwar sehr viele Schüler anwesend, aber nur körperlich und weil sie mussten. Man hätte mal zählen sollen, wie viele hier mit gesenktem Kopf durch die Reihen gezogen sind, weil sie auf ihre Smartphones geguckt haben.“

Die Berufliche Schule hat die Kontaktbörse bereits zum sechsten Mal organisiert und bietet damit künftigen Schulabgänger eine tolle Gelegenheit, zu über Lehrstellen zu informieren, künftige Arbeitgeber kennenzulernen und auch Bedingungen zu vergleichen.

 


3 Antworten zu “Viele Besucher, wenig Interesse, enttäuschte Arbeitgeber”

  1. Heinz-Peter Schifflers sagt:

    Die Regionale Kontaktbörse ist eine super Initiative. Das die jungen Leute so desinteressiert sind, diese konzentrierte Möglichkeit zur Information nicht nutzen und sich lieber mit ihren Smartphones beschäftigen, ist leider symptomatisch und ein Trauerspiel, das sich im weiteren Lebenslauf vorhersehbar negativ auswirken wird. Nicht die jungen Leute, vielmehr die Erwachsenen, Eltern wie Lehrer, müssen sich fragen lassen, was da erzieherisch falsch gelaufen ist. Diese Wattebauschverpackten, grenzenlos Verwöhnten und Desinteressierten erwarten voraussehbar erhebliche Schwierigkeiten mit dem weiteren Verlauf ihres Lebens. Auch Freiheiten im Sinne von: alles können, dürfen und besitzen, sind auf Dauer nicht zu haben, ohne Schaden zu nehmen. Die Welt ist leider kein Wunderland, in dem uns die gebratenen Tauben nur so zufliegen.
    Ihr HP.S.

  2. Andreas sagt:

    Dieser Trend, Desinteresse , alles haben wollen, ohne dafür was zu tun, ist schon seit einiger Zeit zu beobachten.
    Aus vielen Gesprächen hörte ich, das Betriebe gar keine Schülerpraktikanten haben wollen, weil sie lustlos an die Arbeit herangehen bzw. dann auf einmal krank sind….. TRAURIG
    Das trifft natürlich nicht auf alle zu, aber auf einen großen Teil.

  3. Heidi Barbara sagt:

    Gründe für die Demotivation gibt es viele: eintönige Aufgaben, fehlendes Wissen über die Ziele, die mit dem eigenen Lernen erreicht werden sollen, persönliche Bedürfnisse, die nicht befriedigt werden . Schwierig wird es, wenn die Unlust an der Schule bezüglich Sinn des Lernens chronisch wird: Man mag morgens gar nicht mehr aufstehen, sieht keinen Sinn mehr in der Schule und würde am liebsten alles hinwerfen. Hartz IV ist dann zwangsläufig das Resultat für viele junge Menschen. Die Eltern haben sich oft schon darauf eingerichtet und es den Kinder tagtäglich vorgelebt und die nächste Generation übernimmt dann nur noch. Das finde ich sehr traurig und unverantwortlich den Kindern und Jugendlichen gegenüber. Rund um den Einstieg ins Arbeitsleben, sei es im Bereich der Berufsorientierung oder in der Berufsvorbereitung gibt es so viele Angebote – es ist unglaublich. Da haben wir nur von geträumt. Man muss doch sein Leben selbst in die Hand nehmen. Nur dann besteht die Chance, wieder jeden Morgen motiviert in die Schule zu gehen und das Gefühl haben – genau DAS tue ich für mich. Eine Zukunft – wo ich ganz allein die Zügel in den Händen halte. Es gibt so viele Möglichkeiten und ein bisschen Flexibilität in jeglicher Richtung hat noch keinen geschadet. Statt zu warten, dass sich etwas an der Situation ändert, sollte man lieber selbst etwas tun: Nicht jammern – Klotzen! Nichts beflügelt mehr als Erfolg. Das gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche, die noch nicht oft erfolgreich gewesen sind. Sport könnte auch ein guter Weg sein. Hier wird der Ehrgeiz geweckt – nicht nur im Sport, sondern auch in der Schule. Wer jemanden motivieren möchte, muss die Bedürfnisse, Gefühle und Interessen dieses Kindes bzw. Jugendlichen aufgreifen und versuchen es zu unterstützen und ggf. mit Gesprächen und vielleicht auch mit professioneller Hilfe weiterzuentwickeln. Man lernt nicht für Schule oder Lehrer, sondern für sich selbst. Aber es ist ein weiter, beschwerlicher Weg zur Selbstverantwortung .

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