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Waldaktie wird 10 Jahre: Für 20 Euro eine Tonne weniger CO2 in der Luft

14. Oktober 2017

Die in Mecklenburg-Vorpommern entwickelte Waldaktie erfreut sich auch zehn Jahre nach ihrem Start großer Beliebtheit. „Als wir im Herbst 2007 den ersten Klimawald nahe Neustrelitz bepflanzten, war diese überwältigende Resonanz noch nicht abzusehen“, sagte Umweltminister Till Backhaus heute anlässlich des Jubiläums der Waldaktie auf der 7. Baumpflanzaktion des regionalen Energieanbieters WEMAG im Klimawald Fleesensee.
Seit 2007 sind landesweit auf einer Gesamtfläche von rund 120 Hektar durch zwanzig Pflanzaktionen 18 Klimawälder entstanden. Etwa 85.000 Waldaktien zum Einzelpreis von 10 Euro wurden seither in ganz Deutschland sowie an Interessenten aus Europa, Südamerika und Australien verkauft. Damit standen aus dem Waldaktien-Verkauf bislang zusätzliche 850.000 Euro für Aufforstungen zur Verfügung.

Bei der jüngsten Pflanzaktion am Fleesensee brachten die Waldaktien-Käufer – sie können je Aktie auf fünf Quadratmetern Bäume pflanzen und pflegen – rund 1.400 Bäume auf insgesamt 0,3 Hektar in den Boden. Das sind etwa 1.000 Traubeneichen, je 150 Elsbeeren und Vogelkirschen, je 30 Berg- und Feldahorn sowie Winterlinden und 20 Esskastanien.

„Die Waldaktie ist eines der ersten Instrumente, um die Treibhausgas-Ausgleichfunktion eines Waldes in Wert zu bemessen“, erinnerte Minister Backhaus. „Sie bietet die Möglichkeit, die eigene Treibhausbilanz freiwillig zu verbessern.“ Rechnerisch könne bereits das Pflanzen eines Baumes die Kohlendioxid-Emissionen von einer vierköpfigen Familie in einwöchigem Urlaub ausgleichen.

Am Fleesensee stehen noch sieben Hektar zur Verfügung

Expertenberechnungen zufolge binden zehn Quadratmeter ausgeforstete Fläche – das entspricht dem Kauf zweier Waldaktien für je zehn Euro – knapp eine Tonne Kohlendioxid und weitere Luftschadstoffe. „Nach dem Aufwachsen der Bäume werden die bis heute angelegten Waldaktien-Klimawälder der Atmosphäre rund 100.000 Tonnen Kohlendioxid entziehen“, betonte der Minister.
Auf diese Weise minderten die neuen Anpflanzungen die Auswirkungen des Klimawandels und dessen durch Extrem-Ereignisse wie Orkane, Überschwemmungen oder Dürren ausgelöste Folgekosten. Daneben seien Klimawälder wichtige Lebensräume zahlreicher Arten. Sie verbesserten die Grundwasserqualität und wirkten sich positiv auf die die menschliche Gesundheit aus. Heimatverbundenen biete die Waldaktie überdies die Möglichkeit, ihre Region ein Stück weit mitzugestalten.

Mit der Bepflanzung des 21 Hektar umfassenden Klimawaldes am Fleesensee war im Frühjahr 2015 begonnen worden; knapp sieben Hektar stehen hier noch für weitere Pflanzaktionen zur Verfügung.

Sogar nach Afrika exportiert

Die mehrfach ausgezeichnete und zuletzt 2017 als offizielles Projekt der UN Dekade Biologische Vielfalt geehrte Waldaktie wurde im Herbst 2007 als gemeinsames Projekt des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt, des Tourismusverbandes und der Landesforst aufgelegt, um Touristen zu animieren, ihre mit dem Urlaub verbundenen Treibhausgasemissionen freiwillig zu kompensieren. So zeigte sich Wolfgang Waldmüller, Vorsitzender des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern erfreut: „Die Waldaktie ist ein Pionier der Nachhaltigkeit. Gäste kommen damit der Natur Mecklenburg-Vorpommerns nahe. Sie gestalten ihren Urlaub CO2-neutral, erfahren etwas über Umweltprozesse und nehmen das Erlebnis mit nach Hause, einen Baum gepflanzt zu haben. Ganz besonders freue ich mich darüber, dass sich die weltgrößte Reisemesse ITB Berlin im Rahmen ihrer Kooperation mit Mecklenburg-Vorpommern für die Waldaktie engagiert“.

Im Jahre 2010 wurde das Instrument nach Togo (Afrika) exportiert, wo derzeit zwei Klimawälder wachsen.

Neben der Waldaktie gibt es inzwischen zwei weitere erfolgreiche und mehrfach ausgezeichnete ökologische Wertpapiere aus Mecklenburg-Vorpommern: die MoorFutures (www.moorfutures.de) und den Streuobstgenussschein (www.streuobstgenussschein.de ).


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