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Warener heißen Flüchtlinge herzlich willkommen

22. Juli 2015

W1Dieses Treffen macht Hoffnung. Es war der erste „Willkommensgipfel“ in Waren, und er hat einmal mehr gezeigt, wie bunt und herzlich die Müritzstadt ist. Daran konnten auch ein paar peinliche Nazi-Nasen nichts ändern, die vor dem „Schmetterlingshaus“, in dem das Treffen stattfand, versucht haben, für Unruhe zu sorgen.

W3Zwar meinte ein stadtbekannter Ober-Nazi wieder einmal, stänkern zu müssen und legte sich großkotzig mit den Polizisten an, doch die fackelten nicht lange, spendierten ihm eine Freifahrt aufs Revier, wo er dann die Gastfreundschaft der Beamten eine Weile genießen durfte.

Doch viel wichtiger als diese nebensächliche Episode ist das Ergebnis des „Wilkommensgipfels“: Ganz, ganz viele Müritzer wollen nicht nur helfen, die Flüchtlinge zu integrieren, sondern sie wollen ihnen die ersten Wochen hier fernab ihrer Heimat so angenehm wie möglich gestalten. Sie möchten da sein und zeigen: Ihr seid willkommen!

W4Rund 70 Müritzer aus Vereinen, Verbänden, aus Politik, Wirtschaft und Kirche trafen sich im „Schmetterlingshaus“ und hatten nur ein Ziel: irgendwie helfen. Darunter auch private Initiativen, wie eine Warener Facebook-Gruppe, die sich vor wenigen Wochen spontan gegründet  hat, um nicht nur zu „quatschen“, sondern gezielt zu helfen, denn – so die Meinung in der Gruppe – den Behörden alles alleine zu überlassen, ist nicht der richtige Weg.

Nach Auskunft von Marion Träger, die beim CJD seit Jahren mit Migranten arbeitet, sind vor kurzem 26 Asylsuchende in Waren angekommen, 22 von ihnen aus der Ukraine und vier aus Syrien. Unter ihnen auch ein Kita- und zwei Schulkinder.

W6Während die größeren bereits ihre ersten Unterrichtsstunden in der Dethloffschule hatten, wird das 5-jährige Kind in einer Kita betreut. Das größte Problem, so Marion Träger, ist die Sprache, deshalb laufe gerade eine so genannte Sommerschule mit ehrenamtlichen Lehrern – auch für die Erwachsenen Asylsuchenden.
Etwas ist der Expertin ganz wichtig zu erwähnen: Die Flüchtlinge möchten sich gerne einbringen, selbst mit anpacken und nicht nur sitzen und warten, wie es mit ihnen weiter geht.

W2Und genau da kommen diejenigen ins Spiel, die gestern Abend verschiedene Angebote unterbreitet und diskutiert haben. Da sind die Sportvereine genauso gefragt wie die Kulturgruppen und da können private Initiativen wie die besondere Facebook-Gruppe mit Koch- und Spieleabenden genauso dafür sorgen, dass sich die „neuen Warener“ wohl fühlen wie der Angelverein oder die Boxer. Manchmal sind es eben die Kleinigkeiten, die zumindest für Augenblicke ein bisschen Normalität einkehren lassen

Das alles zu koordinieren ist jetzt Sache der Stadtverwaltung. Dabei, so Bürgermeister Norbert Möller, ist das Thema weit oben angesiedelt. Im Amt von Dietmar Henkel laufen die Fäden zusammen und können sich auch weiterhin Einwohner melden, die ebenfalls unterstützen wollen.
Denn bei den 26 vor kurzem eingetroffenen Flüchtlingen bleibt es nicht. Bis Ende des Jahres könnten noch einmal weitere 100 dazu kommen.

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6 Antworten zu “Warener heißen Flüchtlinge herzlich willkommen”

  1. Onos sagt:

    Es freut mich sehr, diese Nachrichten zu hören.
    Das zeigt mir auf, es gibt doch noch bei uns viele gutherzige Menschen gibt.
    Persönlich, herzlichen Dank ,für die Organisatoren des Treffens.
    die Stadt Waren, wird öffentlich wieder in ein positives Licht gesetzt.
    Also nutzt die Chance, zu Zeigen was Menschlichkeit und Solidarität gegenüber
    Hilfebedürftigen bedeutet.
    Ich bin gespannt auf das Gelingen.

  2. Deli sagt:

    Da es immer noch oft so ist das die Leute die mal was dagegen sagen runter gemacht werden … mein Problem mit der gesamten Situation ist einfach nur dieses:
    Frau Merkel meinte ja wenn sie sich daneben benehmen müssen wir es tolerieren und akzeptieren … Und das ist das was ich falsch finde,wenn sie hier leben und sich wirklich einbringen wollen müssen sie sich auch an Gesetze halten wie wir ,es hat in dem Moment über haupt nichts mit der Nationalität zu tun sondern mit der Straftat die begangen wurde.Aber wenn was ist und man was dazu sagt oder die Polizei ruft ist man ein Rassist oder Nazi… Ich habe nichts gegen die die sich hier wirklich einbringen und machen und tun aber die die sich nicht einbringen und nur Mist machen müssen auch bestraft werden ,einfach damit diese Vorurteile auch gegenüber den lieben und netten verschwinden.

  3. Willi sagt:

    Ganz, ganz viele Müritzer wollen helfen, toll ! Von ca. 21.000 Einwohner waren aber nicht viele da, denn in den Raum passen höchsten 100 Personen, außerdem waren nur geladene Gäste dort, von Bevölkerung ist da nicht die Rede, diese wurde bewußt außen vor gelassen. Wenn hier die Rede von ein paar Ober-Nazi` ist,dann muss ich sagen, diese sind immer vor Ort und zeigen ihre Meinung öffentlich und nicht wie die meisten Bürger hinter verschlossenen Türen. Noch ein kleiner Hinweis an die Presse, auch Sie sollen Ihre Erziehung nicht vergessen und diese Personen beleidigen die sich gegen den allgemeinen Trend stellen, dies finde ich nicht gut. Wir besitzen Anstand den sollten wir auch in der Schrift zeigen.

    • Das ist aber mehr als kurz gedacht: Sicher, waren im Schmetterlingshaus „nur“ etwa 70 Menschen anwesend. Aber erstens können und wollen nicht alle, die helfen möchten, zu so einer Veranstaltung gehen und zweitens waren viele Teilnehmer in Vertretung von Vereinen, verbänden, Organisationen und privaten Gruppen dort.
      Viel schlimmer finden wir aber, dass Sie Rechtsextreme, die in der Vergangenheit immer wieder mit menschenverachtenden Äußerungen in die Öffentlichkeit gegangen sind, die gegen Ausländer hetzen und den Nationalsozialismus verherrlichen, tolerieren und in Schutz nehmen.

  4. k.frind sagt:

    Ich habe nicht den Eindruck das ,,viele“ Müritzer hinter verschlossenen Türen ihre Meinung sagen. Bei gewissen Demonstrationen waren die toleranten Müritzer mit ihrer Meinung deutlich in der Überzahl den Rechten gegenüber und das sogar öffentlich. Und diese Menschen, die jetze helfen wollen, mögen ja geladene Gäste gewesen sein. Woher kommen Gäste?? Natürlich aus der Bevölkerung und ich sehe da keinen, der sich dort verschlossen hat.Und man kann froh sein, dass es noch Menschen gibt, die mehr als nur Haarwurzeln im Kopf haben, die nicht dumm quatschen, sondern sich vor Ort selbst ein Bild machen. Vor der Tür stehen und von Leuten Märchen erzählen die man gar nicht kennt das kann ja jeder.

  5. Charly sagt:

    Die „Kommentare“ von k.friend waren, sind und bleiben unerträglich

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