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Warener NPD-Leute propagieren rührseliges (Lügen)Märchen

7. Dezember 2016

Sie provozieren gerne und sie nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau – die Rechtsextremen um die Warener NPD-Stadtvertreterin Doris Zutt. Dass sie für ihre Propagandazwecke auch gerne Kinder nutzen, ist ebenfalls nicht neu.
Neu ist allerdings, die Dummheit, die sie dabei ganz offen an den Tag legen. So geschehen mit einer von Zutt und ihrem Gefolge im Internet propagierten Geschichte, mit der sie als warmherzige Samariter in der Vorweihnachtszeit auf die Tränendrüse drücken wollten, sich stattdessen aber jämmerlich blamieren. Und das ist die Geschichte.

Stadtvertreterin Zutt spaziert mit einem großen Sack im Wald und übergibt ihn an einen „Weihnachtsmann und Wichtel“. Die marschieren dann in einen Kindergarten der Müritz-Region um die Mädchen und Jungen zu beschenken. Und dann heißt es in der Schilderung des Zutt-Gefährten Jens Kähler: „Wie wichtig so ein alter Brauch ist konnte man in den Kinderaugen sehen, als sie das Päckchen in den Händen hielten. Gerne hätte der Weihnachtsmann noch eine Geschichte vorgelesen, doch andere Kinder warteten auch schon auf ihn.“

Oh, wie schön.

nazi2Wir haben mal ein bisschen recherchiert und folgendes zu der Aktion, die von der NPD gemeinsam mit den „Nationalen Aktivisten“ und dem Naziverein DML organisiert wurde, herausgefunden: Zutts Gehilfen waren in der Kita in Klink. Aber nicht bei den Kindern. Die dortige Leiterin fand den Besuch nämlich gar nicht lustig und bat die beiden ungebetenen Gäste, wieder zu gehen.

Das im Video gezeigte Haus soll suggerieren, dass es sich um die Klinker Kita handelt. Die dort im Video gespannt neben einem Weihnachtsmann stehenden Kinder, sind aber nicht aus Klink, denn Kinder haben die NPD-Leute gar nicht zu Gesicht bekommen und sie schon gar nicht beschenkt.

Das fanden die Rechtsextremen aber wohl nicht so toll – hätte ja ihre rührselige Geschichte kaputt gemacht – also haben sie sich im Internet mal eben ein Bild geklaut. Wir haben auch herausgefunden, wo: Von einer Homepage des Hotels Neptun in Warnemünde. Das Bild ist dort vor zwei Jahren veröffentlicht worden, eine Genehmigung haben die Warener NPD-Leute für die Veröffentlichung nicht.

Also nicht nur ein verlogenes Video, das Zutt-Freund Christoph Thews dort auf Youtube veröffentlicht hat – wie war das noch mit der „Lügenpresse?“– sondern auch eindeutig ein Verstoß gegen das Urheberrechtsgesetz, der hoffentlich richtig teuer für die Foto-Diebe wird.

Foto im Text: Ausschnitt aus dem Video von der NPD
Foto unten: Auszug von der Homepage des Hotels Neptun

nazi

 

 


14 Antworten zu “Warener NPD-Leute propagieren rührseliges (Lügen)Märchen”

  1. REINER FRÖHLICH sagt:

    WAS SOLL MAN SCHON VON SOLCHEN WESEN ERWARTEN ?
    JEDER BERICHT DARÜBER, IST SCHON EINER ZUVIEL.

  2. Steffen F. sagt:

    Mal wieder eine Lüge von NPD und Co. die aufgedeckt wurde.Bleibt nur zu hoffen, dass die Leute die solche Parteien unterstützen auch endlich mal aufwachen und sich nicht von Un- und Halbwahrheiten an die Wahlurnen locken lassen.
    Sicher machen die etablierten Parteien auch reichlich Fehler aber weder NPD noch AFD würden unser Leben besser machen.
    Alle unzufriedenen „Wutbürger“ sollten aufhören zu jammern und ihr Leben selber in Ordnung bringen.

  3. Als Klinker bin ich stolz auf unsere Kitaleiterin und froh daß meine Kinder vor diesem Nazigesindel geschützt werden.
    Roland Plodeck

  4. Katja Winkler sagt:

    Ihr seid so ..
    Ich finde keine netten Worte, um zu schreiben, was ich von solchen Menschen wie Ihnen halte…
    Selbstkritik wird Ihnen ja wohl absolut fremd sein.
    Dass man nicht Fotos vom KiGa nimmt, in dem man war, um die Privatsphäre der Einrichtung zu schützen, dürfte doch klar sein.
    Natürlich findet man bei genauem Hinsehen überall ein Haar in der Suppe.
    Bitte listen Sie doch mal auf, was SIE so karitatives leisten.
    Und auch die werten Kommentatoren hier könnten das mal tun!

    • Warum Sie so argumentieren, haben wir schon in Ihrem Facebook-Profil gesehen. Überzeugen können Sie allerdings nicht. Hätte uns auch gewundert.

    • Elimar sagt:

      ich engagiere mich für: und jetzt kriegen Sie bestimmt Pickel: die Integration der hier untergebrachten Flüchtlinge, sehr sogar. Übrigens haben die, die ich kenne (und das sind viele), mächtig Freude an Weihnachten, egal aus welchem Kuturkreis sie kommen und was sie sonst so feiern. Das soll und wird auch so bleiben, zumindest solange nicht schlechtgelaunte Rechtsextreme auf den Plan treten.

    • Frau Teske sagt:

      Für die Lügen der Nazi-Tante Zutt und deren Jünger finden Sie offenbar nette Worte. Na, da sind Sie ja wohl ziemlich allein ;o)

  5. Steffen Fox sagt:

    Liebe Frau Winkler Tatsache ist aber dass, wenn man gar nicht in der Kita war man auch keine Bilder von Kindern hat deren Privatsphäre man schützen müsste.
    Und wenn es eine so nette Überraschung gewesen wäre wie sie es gerne glauben möchten, dann wären die Betreiber der Kita und die Eltern der Kinder sicherlich mit einer Veröffentlichung einverstanden gewesen.Und hätten sich dankbar gezeigt.

  6. Elmar sagt:

    Der Zutttrupp bejammerte einst die Amerikanisierung unserer achso urdeutschen Bräuche. Vielleicht war die Kindergärtnerin selbiger Meinung und wollte das mickrige Coca-Cola-Mascottchen mit Wattebart dem hiesigen Nachwuchs nicht zumuten. So wäre die extrem teutsche Walküre bestimmt erfolgreicher gewesen, hätte sie sich als Christkind verkleidet. Ich freue mich schon, wenn sie so getarnt, NPD-Kugelschreiber unters Volk bringt. Ich muss glatt den Weihnachtsmarkt besuchen.

  7. k.frind sagt:

    Das Märchen hätte wenigstends etwas Wahrheit vertragen können. So ungefähr ,,, Und dann ist die gute Fee aus dem Knusperhaus gekommen und jagte Grantelbart u den verkleideten Wichtel davon“

  8. Maik Waren sagt:

    Oh wie schön. Danke für diese Recherche! Da haben sich Zutt’s Chaoten aber kräftig blamiert.

  9. jens 66 sagt:

    Das couragierte Verhalten der Klinker Kitaleiterin finde ich toll, ja bewundernswert.
    Die Eltern können sich freuen, ihre Kinder so wohl behütet zu wissen.
    Weihnachten ist ein Fest der Liebe und sollte nicht durch solche menschenverachtenden Parteien und Gruppierungen missbraucht werden.
    Und ja, Lügen haben nunmal kurze Beine.

  10. Fritz sagt:

    „Lügen haben kurze Beine“ ! Und „Frechheit siegt“ … nicht immer! Und das ist beides gut so! Dieses braune Gesindel entlarvt sich mal wieder selbst. Wer mag dieses Gesockse wohl immer wieder in unseren Stadtrat und in unser Landesparlament wählen ….. eine Schande für MV!

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