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Warens Entbindungsstation ist keine „schwere Geburt“

6. Mai 2017

Müssen wir uns Sorgen machen? In Deutschland schließen immer mehr Kreißsäle, seit 2015 sollen es 36 gewesen sein, weitere 15, so heißt es in einer Pressemitteilung der Partei Bündnis 90/Die Grünen MV zum gestrigen Hebammentag, seien von Schließung bedroht, drei davon in Mecklenburg-Vorpommern. Etwa auch an der Müritz? „Nein, auf keinen Fall, beruhigt die Sprecherin des MediClin Müritz-Klinikum, Jenny Thoma, auf Nachfrage von „Wir sind Müritzer.“

Laut Hebammenverband ist es vor allem der Personalmangel, der den Kliniken zu schaffen macht, auch, weil horrende Versicherungsbeiträge für die freien Hebammen häufig für eine Berufsaufgabe sorgen. Darüber hinaus würden sich Geburtsstationen erst ab etwa 500 Entbindungen pro Jahr rechnen, und diese Zahl werde in kleineren Häusern kaum erreicht.

In Waren schon, wie Jenny Thoma weiter erklärt. In den vergangenen Jahren erblickten im MediClin Müritz-Klinikum jeweils um die 500 Mädchen und Jungen das Licht der Welt, im vergangenen Jahr waren es genau 471.

Das Klinikum arbeite mit so genannten Beleghebammen. Zwar gebe es auch bei ihnen derzeit eine Stelle, die nicht besetzt sei, doch fehle es nicht an Bewerbungen, so dass man am Warener Krankenhaus ganz optimistisch in die Zukunft blicke.

Trotz Beleghebammen-System können im Haus auch Frauen entbinden, die sich zuvor keine Hebamme ausgewählt haben. Das komme sogar sehr häufig vor, da nicht selten Urlauberinnen ihre Babys an der Müritz bekommen.

Und abschließend noch einmal die klare und vor allem beruhigende Aussage: „Unsere Entbindungsstation ist weder zahlenmäßig nach Geburten, noch auf Grund der personellen Situation von einer Schließung bedroht.“

Nachwuchs ist dennoch willkommen – auch bei den Hebammen.

Bild: Die Hebammen und Ärztinnen Raymonde Kulessa, Dr. Nadine Schadow (Oberärztin), Jana Krüger, Ingrid Rösing, Kerstin Brasch und Assistenzärztin Dr. Anja Marx (von links) sind auf der Entbindungsstation des MediClin Müritz-Klinikums ein eingespieltes Team.
Fotos: Jenny Thoma, MediClin Müritz-Klinikum


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