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Was macht eigentlich der geplante „Aqua Regia Park“ in Waren?

8. Juni 2017

Es soll das größte Projekt werden, das je in Waren realisiert wurde, und gerade deshalb wird es auch von vielen Seiten kritisch beäugt: Für knapp 100 Millionen Euro will Investor Gregor Schmidt den „Aqua Regia Park“ auf den Nesselberg setzen, ein Vorhaben, dessen Hauptattraktion ein etwa 35 Meter tiefer Tauchturm werden soll. In den vergangenen Wochen ist es ziemlich ruhig geworden um das Projekt. Das allerdings, so Warens Bürgermeister Norbert Möller, sei kein Grund zur Sorge. Der Investor habe ja bekanntlich sowohl von der Stadt als auch vom Landesförderinstitut einen Aufschub bis September erhalten und arbeite derzeit intensiv am Projekt.

Im Sommer 2015 stellte Gregor Schmidt – bis dahin weder in der Region noch darüber hinaus bekannt – seine Pläne in Waren vor. Damals war noch von 67 Millionen Euro die Rede. Der Tauchturm soll, so die zuversichtliche Prognose, im Jahr  rund 53 000 Menschen anlocken.

Ebenfalls geplant auf dem Areal in Feisnecknähe: Therapeutisches Reiten, 140 gehobene Hotelzimmer, Personalwohnungen, ein Reha-Bereich, ein Seminar- und Eventzentrum und eine Indoor-Golfanlage.

Nachdem die Stadt den Wunsch nach einer Schwimmhalle äußerte, plante Schmidt auch diese ohne großes Zögern ein. So stieg die Investitionssumme auf jetzt fast 100 Millionen Euro, 13 Millionen davon bringt die Firma von Schmidt nach eigenen Angaben selbst mit ein.

Im Frühjahr vergangenen Jahres stellte er nach Auskunft des Wirtschaftsministeriums einen Fördermittelantrag. Der wurde aber bis heute nicht entschieden. „Herr Schmidt muss noch etwas nach liefern, aber es gibt positive Signale was die Förderung angeht“, so Bürgermeister Möller gegenüber WsM.
Ohnehin könne man bei so einem riesigen Projekt nicht erwarten, dass alles Erforderliche innerhalb weniger Wochen erledigt sei. Auf Nachfrage von Stadtvertretern erklärte der Bürgermeister allerdings vor kurzem noch, dass dem Förderinstitut jetzt alles Nötige vorliege.

Was fehlt, ist nach Informationen von „Wir sind Müritzer“ eine Bestätigung eines künftigen Hotelbetreibers, die auch von der Bank anerkannt wird, und die das Förderinstitut gerne sehen möchte. Entsprechende Verträge sollen nach Angaben des Investor aber in wenigen Tagen unterzeichnet werden.

Das Projekt „Aqua Regia Park“ ist übrigens kein neues und kein Projekt, das speziell auf die Stadt Waren zugeschnitten wurde. Schon Ende 2012/Anfang 2013 stellte Gregor Schmidt ein fast identisches Vorhaben in Radolfzell am Bodensee vor. Auch dort rechnete er mit rund 50 000 Besuchern am Tauchturm, auch dort wollte er auf Wunsch der Kommune ein „Familienbad“ bauen. Investitionssumme in Radolfzell: etwa 60 Millionen Euro.

„Ja, uns ist bekannt, dass Herr Schmidt zunächst auch in Radolfzell den ‚Aqua Region Park‘  geplant hat. Daraus hat er kein Geheimnis gemacht. Letztendlich fiel seine Entscheidung aber für Waren aus. Vor allem, weil wir hier planungsmäßig viel weiter waren als am Bodensee“, erklärte Norbert Möller.

In Radolfzell ruht das Projekt seit Ende 2015, in Waren hoffen Stadtverwaltung und Stadtvertretung, dass der erste Spatenstich noch in diesem Jahr erfolgt.


Eine Antwort zu “Was macht eigentlich der geplante „Aqua Regia Park“ in Waren?”

  1. B.Weiß sagt:

    Bei 53000 Besuchern im Jahr sollte sich die Stadt mal fragen, ob unsere Infrastruktur diese Zahlen noch verkraftet. (Straßen, Innenstadt, Parkplätze u.s.w) Schließlich haben wir ja auch noch das Projekt MareMüritz mit 184 Ferienwohnungen. Früher sprach man vom sanften Tourismus in Waren,mit Nationalpark, heute Zählt nur Masse und ich frage mich, wieviel Urlauber verträgt Waren. Es wäre vielleicht besser zu versuchen in den Gewerbegebieten Unternehmen anzusiedeln um vernünftige Arbeitsplätze zu schaffen,aber da geschieht nichts.

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