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Wenn Beatmung alleine nicht mehr reicht: Lungenunterstützungssystem jetzt auch im Müritz-Klinikum

20. Februar 2017

Im MediClin Müritz-Klinikum jetzt erstmals ein Patient mit einem medizinischen Gerät therapiert worden, das es dort vorher noch nie gegeben hat. Bei dem eindrucksvollen komplexen System, das in der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin im Einsatz ist, handelt es sich um ein Lungenunterstützungssystem. Dahinter verbirgt sich ein Membranventilator, der als eine Art künstliche Lunge fungiert und außerhalb des Menschen die Atmung für Patienten mit Lungenversagen übernimmt.

Das Gerät filtert das Kohlendioxid aus dem Blut. Diese Aufgabe übernimmt im menschlichen Körper normalerweise die Lunge. Bei einem Lungenversagen auf Grund einer Krankheit wie z.B. einer Lungenentzündung, ist die Lunge dazu allerdings nicht mehr ausreichend in der Lage. Dann benötigt der Patient nicht nur eine künstliche Beatmung mit Sauerstoff, sondern auch eine Unterstützung für die Gasaustauschfunktion. Das Verfahren mit Lungenunterstützungssystem ersetzt also teilweise oder vollständig die Gasaustauschfunktion der Lunge.

Verlegung in andere Krankenhäuser nicht mehr nötig

Bisher mussten die Patienten, die solch ein medizinisches Gerät benötigen, in Kliniken nach Rostock, Berlin oder sogar nach Regensburg verlegt werden. Nun können Sie im MediClin Müritz-Klinikum in Waren auf der Intensivstation bleiben und auf höchstem Niveau versorgt werden. Der neue Chefarzt der Klinik, Dr. Stefan Bergt, kennt sich mit dem Verfahren bestens aus. Der Einsatz des Gerätes erfordert ein gewisses Maß an Expertise und Erfahrung. Der versierte Mediziner kommt aus dem Universitätsklinikum Rostock, wo diese Therapie regelmäßig von ihm angewendet wurde.

Der betroffene Patient, welcher in der vergangenen Woche auf der Intensivstation mit diesem Verfahren therapiert wurde, litt an einer schweren Lungenentzündung, durch die seine Lunge stark geschwächt war. „Um die Lunge zu entlasten und die Lungenentzündung möglichst schnell auszuheilen, haben wir uns gemeinsam mit dem Spezialisten Herrn Stövesand aus der Lungenklinik Amsee für das extrakorporale Lungenersatzverfahren entschieden“ , so Dr. Stefan Bergt.

Das Gerät wurde umgehend beim Hersteller in Heilbronn bestellt. Nach dem Aufbau ist das Team der Intensivstation in das Gerät eingewiesen und im Anschluss auch direkt mit der Therapie begonnen worden.

Lunge hat sich in einer Woche erholt

Der Intensivmediziner Dr. Bergt erläutert die Funktionsweise des Systems: „Der Gasaustausch erfolgt durch einen außerhalb des Körpers stattfindenden Kreislauf (extrakorporal). In den Blutkreislauf wird eine Membran eingeschaltet – sie bildet das zentrale Element des Systems. Diese Membran funktioniert wie eine Art Filter. Das Blut des Patienten fließt aus einer Vene im Lendenbereich hin zum Membranventilator. Dort wird das Kohlendioxid herausgefiltert und gleichzeitig werden die Fasern der Membran mit Sauerstoff umströmt und somit das Blut zusätzlich mit Sauerstoff angereichert. Anschließend fließt das Blut wieder in die Vene des Patienten zurück. Der Blutfluss im extrakorporalen Kreislauf wird durch eine Pumpe gewährleistet. Die Sauerstoffzufuhr erfolgt bei diesem Verfahren zum Großteil über die Lunge mittels einer zusätzlichen lungenschonenden künstlichen Beatmung.“

Die Lunge des Patienten wird geschont und der Körper kann sich auf die Ausheilung der Erkrankung konzentrieren. Es handelt sich um ein überbrückendes Verfahren bis zur Erholung  des Patienten. Die Therapie verläuft sehr erfolgreich. „Die Lungenentzündung ist inzwischen abgeheilt und die Lunge des Patienten hat sich sehr gut erholt. Wir konnten das Gerät nach genau einer Woche wieder abschalten“, sagt Dr. Bergt.

Demnach gehört der Einsatz dieses Lungenunterstützungssystems ab sofort in der MediClin Akut-Einrichtung mit zum Therapie-Leistungsspektrum in der Notfall-, Intensiv- und Beatmungsmedizin.

Text und Fotos: Jenny Thoma/MediClin Müritz-Klinikum


Eine Antwort zu “Wenn Beatmung alleine nicht mehr reicht: Lungenunterstützungssystem jetzt auch im Müritz-Klinikum”

  1. Heinz-Peter Schifflers sagt:

    Gratulation zu diesem neuen Lungenunterstützungssystem. Nach Anschaffung der modernsten MRT- und CT- Gerätegeneration stellt das neue Beatmungsgerät eine weitere Anschaffung in der Hochleistungmedizin dar. Die bemerkenswerte Aufrüstung des MediClin Müritz-Klinikum geht damit zum Vorteil der Patienten über die übliche medizintechnische Ausstattung eines Krankenhauses der Grund- und Regelversorgung deutlich hinaus.

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