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„Wenn die Seele bricht… – sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen“

26. November 2016

In dieser Woche hat der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in seiner Feuerwehrtechnischen Zentrale in Neuendorf den Fachtag „ Wenn die Seele bricht…- sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen“ ausgerichtet. Unter Federführung des Jugendamtes gemeinsam mit der Bündnis Kinderschutz – Start gGmbH sowie mit Unterstützung des Präventionsrates für Kriminalitätsvorbeugung des Landkreises war diese Veranstaltung im Rahmen der bundesweiten Antigewaltwoche organisiert worden.

Etwa hundert Teilnehmern nutzten die Möglichkeit, sich umfassend mit dem sensiblen Thema auseinanderzusetzen, sich weiterzubilden und ihren fachlichen Horizont zu erweitern.

Dr. Martina Trümper, Referentin für Bildung für nachhaltige Entwicklung, Gleichstellung und Gewaltprävention, zeigte anhand des Theaterprojektes „Trau Dich“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, wie Kindern der Umgang mit schwierigen Situationen nahegebracht werden kann und wie sie selbst ihre eigenen Grenzen ziehen können.

Wie wichtig eine umfassende Aufklärung über den Umgang mit sexuellen Missbrauchsfällen von Kindern und Jugendlichen ist, konnte im Vortrag „Sexualisierte Gewalt gegen Kinder – Kindeswohlgefährdung mit besonderer Dynamik – Erkennen – Verstehen – Schützen“ von Lena Melle von der Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt – Rostock vermittelt werden.

Lena Melle machte insbesondere auf Zahlen der gemeldeten Anzeigen wegen sexualisierter Gewalt aufmerksam, die von der Koordinierungsstelle CORA erfasst werden. Sie erklärte, dass für das erste Halbjahr 2016 insgesamt 357 Fälle bekannt sind, darunter 142 betroffene Mädchen und 27 betroffene Jungen. Jedoch kommen laut einer Dunkelfeldstudie des Landeskriminalamtes M-V, der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege Güstrow und der Universität Greifswald nur 1,1 Prozent der Taten im Bereich Sexualstraftaten zur Anzeige, wodurch sich ein Dunkelfeld von 98,9 Prozent ergebe. Diese Fakten machen deutlich, wie viel noch unternommen werden muss, um Kindern und Jugendlichen helfen und und sie schützen zu können.

Am Nachmittag konnten sich die Teilnehmer in einem der fünf Fachforen beispielsweise über die Verdachtsabklärung und das Ermittlungsverfahren nach Anzeige von einer Sexualstraftat informieren, aber auch an konkreten Fallbeispielen üben, wie sie mit Verdachtsfällen umzugehen haben.

Wegen der hohen Teilnehmerzahl und der positiven Resonanz wurde schon jetzt vom Jugendamt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte angekündigt, dass es eine Fortführung des Fachtages im kommenden Jahr geben wird.


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