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Wenn „Rotznasen“ am Klinikbett willkommen sind

14. Oktober 2016

klinik-clowns-1nWem ist im Krankenhaus schon zum Lachen zumute? Da können sich Ärzte, Schwestern und Pfleger noch so viel Mühe geben, für Patienten ist der Aufenthalt in einer Klinik alles andere als lustig, sondern eine extreme Ausnahmesituation: Angst, Ungewissheit, fremde Umgebung, und, und, und…
Um Patienten aufzumuntern, sie abzulenken und auch, um ihnen Zuversicht zu geben und die Genesung zu unterstützen gibt es seit vielen Jahren Klinik-Clowns. Seit dieser Woche auch am MediClin Müritz-Klinikum in Waren.

Die Klinik-Clowns der „Rostocker Rotznasen“ haben in vielen Krankenzimmern auf dem Weinberg zur Visite vorbei geschaut und sollen jetzt regelmäßig – möglichst alle 14 Tage – für Ablenkung sorgen. Das allerdings hängt von den Finanzen ab. Der LionsClub Waren/Röbel und der Förderverein Lichtblick werben seit einigen Monaten Spendengelder für dieses Projekt ein und stoßen vielerorts auf offene Ohren.

 

klinik-clowns-4n„Wir wollen nicht nur das freundlichste Krankenhaus in Mecklenburg-Vorpommern sein, sondern auch Freude und Spaß in den Klinikalltag einbringen“, so Klinik-Sprecherin Jenny Thoma gegenüber „Wir sind Müritzer“. Sie war dabei, als die Rostocker Rotznasen „Lolle  und „Pampi“ von Zimmer zu Zimmer gingen und nicht nur Türen, sondern auch Herzen öffneten.

„Es hat mich wirklich sehr berührt, zu sehen, wie speziell in der Palliativmedizin der Klinik für Innere Medizin aus Zurückhaltung schnell Aufgeschlossenheit wurde. Ein Patient, der erst den Anschein machte, die Clowns wieder aus dem Zimmer schicken zu wollen, saß letztendlich da und unterhielt sich angeregt und lächelnd mit ihnen. Die Patienten erzählen den Clowns auch, was sie bedrückt und warum sie im Klinikum sind. Die beiden Pädagogen gehen ganz individuell und feinfühlig auf jeden einzelnen ein“, berichtete Jenny Thoma nach dem Besuch.

klinik-clowns-15nDie Klinik-Clowns kann man absolut nicht vergleichen, mit den Spaßmachern aus dem Zirkus. Andreas Gottschalk (51) alias „Lolle“ ist seit 2006 bei den Rostocker Rotznasen tätig. Er ist ausgebildeter Theaterpädagoge, wenn er nicht Klinik-Clown ist, dann gibt er Humorworkshops oder ist als Bühnenclown tätig.

Carola Schure (49) alias „Pampelmusina“ ist ausgebildete Kunst- und Theaterpädagogin. Seit 2007 ist sie bei den Rostocker Rotznasen. Wenn Sie nicht den Klinik-Clown gibt, dann engagiert sie sich auch bei Clowns ohne Grenzen (Shows u.a. für Flüchtlinge) oder ist Referentin für gewaltfreie Kommunikation.
Beide treten als Clowns nicht nur in Krankenhäusern auf, sondern auch in Altenheimen und Behinderteneinrichtungen.

klinik-clowns-20n„ Jedes einzelne Zimmer ist ein Abenteuer. Wir wissen nie, was uns erwartet und wie die Patienten reagieren. Das macht diese Tätigkeit so spannend“, sagen die beiden ausgebildeten Kunst- und Theaterpädagogen.

Sie lenken die Patienten für eine Zeit lang vom Alltag in der Klinik sowie bevorstehenden oder gerade hinter sich gebrachten Operationen ab. Es wird getanzt. Es wird gesungen.  Und es wird vor allem gelacht.

Wer das Projekt „Klinik-Clowns“ im MediClin Müritz-Klinikum unterstützen möchte, kann sich an den Lionsclub Waren/Röbel oder den Förderverein „Lichtblick“ wenden. Den Kontakt vermittelt die Chefärztin der Kinder- und Jugendabteilung, Dr. Kathrin Hake.

Fotos: Jenny Thoma/MediClin Müritz-Klinikum

 

 

 


3 Antworten zu “Wenn „Rotznasen“ am Klinikbett willkommen sind”

  1. D. Girke sagt:

    Wunderbare Sache! Lachen hilft Heilen! Ein lohnenswertes Projekt!

  2. Kathrin Hake sagt:

    Wir werden alles tun, damit die Clowns fest zu unserer Klinik gehören…. Jede noch so kleine Spende hilft. Wer das Projekt unterstützen will, kann symbolisch eine rote Nase erwerben, die gibt es im Sekretariat der Kinderklinik…

  3. Pierags sagt:

    Ich frage mich, warum die erbrachten Leistungen der Clowns von dritter Seite finanziert werden müssen und nicht von Krankenkassen oder Klinikum?!

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