Westspange ja – Ortsumgehung nein

3. April 2014

Die so genannte Warener Westspange bleibt. Allerdings nicht als Ortsumgehung, sondern als mögliche Verbindung zwischen Waren-West und Waren-Nord. Das haben die Stadtvertreter mehrheitlich auf ihrer gestrigen Sitzung beschlossen.

Zuvor gab es allerdings eine langwierige Diskussion zu diesem Thema. In den vergangenen Tagen war in Waren die Diskussion wieder hochgekocht, dass die Verwaltung möglicherweise die Westspange in den Plänen behalten will, um doch noch irgendwann eine Ortsumgehung zu realisieren.
Dem widersprach Bürgermeister Norbert Möller (SPD) vehement. „So lange ich Bürgermeister dieser Stadt bin, werde ich jedem Beschluss, der auch nur in die Richtung geht, widersprechen. Ich bin dem Bürgervotum verpflichtet.“

Und die Beschlussvorlage hatte auch nicht zum Ziel, eine Ortsumgehung erneut aufs Trapez zu heben. Vielmehr ging es darum, bürokratisch einwandfrei, den Namen dieser Trasse zu ändern. Nämlich von Freihaltetrasse Ortsumgehung B 192, in einfach nur Freihaltetrasse für eine mögliche innerörtliche Verbindungsstraße. Verwaltungsdeutsch, das lediglich heißt, so erklärte es Ralf Schütze (SPD), dass die Fläche in den B-Plänen und Flächennutzungsplänen einfach umbenannt werden, also der Begriff Ortsumgehung aus den städtischen Planungsunterlagen verschwindet.
Damit seien die Planungen dann wieder auf dem neuesten Stand, werden öffentlich ausgelegt und dann beschlossen. (be)

 


6 Antworten zu “Westspange ja – Ortsumgehung nein”

  1. Maria Patzelt sagt:

    Auf der Stadtvertretersitzung am 02.04.14 teilte Herr Möller explizit mit, dass er sich während seiner Legislaturperiode strikt an das Ergebnis der Bürgerbefragung vom 22.09.13 halten wird, da er sich politisch verpflichtet sieht.
    Nun stellt sich die Frage, was wird für die Gesundheit der an der B192 lebenden Bürger in Waren getan?
    Der Lärmaktionsplan1 muss fortgeschrieben werden. Dies hätte schon im Sommer 2013 getan werden müssen, weil es eine Auflage der EU ist. Man wartete die Bürgerbefragung ab, da der Lärmaktionsplan1 als Basis für einen wirksamen Lärmschutz unter den gesetzlichen Grenzwerten eindeutig die Notwendigkeit einer Ortsumgehung vorsieht. Erst danach kann mit zusätzlichen Maßnahmen ein entsprechender Lärmschutz erreicht werden.
    Ca. 28.000 Fahrzeuge, darunter 20% Schwerlaster, passieren täglich die innerstädtische Trasse der B192 (Lärmaktionsplan1). Die Anzahl der Schwerlasttransporte wird steigen, darüber sind sich alle Fachleute einig. Schon jetzt ist deutlich zu beobachten, dass die LKWs mit fünf Achsen verstärkt die Trasse queren, sowohl tags als auch nachts.
    Die Lärmwerte in unserer Stadt sind vergleichbar mit den Einzugsbereichen von großen Flughäfen, z. B. Frankfurt.
    Wir verzeichnen tags über 75dB(A) und nachts über 65dB(A), d. h. die gesetzlichen Grenzwerte von tags 65dB(A) und nachts 55dB(A) werden ständig überschritten. Ergo, die Menschen hier entlang der Trasse leben dauerhaft in einer gesundheitsgefährdenden Umwelt.
    Verstärkt wird in den Medien von anerkannten Ärzten dieses Lärmproblem durch Straßenverkehr thematisiert, da die gesundheitlichen Folgen, wie Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt, nachgewiesen enorm hoch sind.
    Der Lärmminderungsbedarf bei uns beträgt 10 bis 15dB(A). Nur so können gesundheitliche Belastungen dauerhaft beseitigt werden. Der Lärmaktionsplan1 beschreibt diese Zielsetzung, nämlich mit der Schaffung einer Ortsumgehung.
    Um so befremdender ist es, dass über die Gesundheit einer beachtlichen Anzahl von betroffenen Menschen abgestimmt werden durfte.
    Wer kann mit seinem Gewissen vereinbaren, gegen Maßnahmen zum Erhalt der Gesundheit zu argumentieren? Fachärzte sprechen inzwischen von Körperverletzung, sollte die Politik dagegen nichts unternehmen (ARD Report München vom 01.04.14).
    Erwähnt sei noch, dass es in Deutschland kein Recht auf passiven Lärmschutz (Schallschutzfenster) gibt.

    Herr Möller sollte sich mehr den vielen tausend Menschen und deren Gesundheit widmen. Das steht nicht im Widerspruch zur politischen Verantwortung.

    Waren, 04.04.14
    Maria Patzelt (Bürgerinitiative „Pro Ortsumgehung“)

    • Marlies Falk sagt:

      Ja Frau Patzelt Sie haben vollkommen recht. Wie ist es möglich das tausende Menschen über die Gesundheit der betroffenen Anwohner der B192 entscheiden können und der Bürgermeister, Herr Möllert, sich noch das Recht nimmt zu sagen die Mehrhei ( welche nie die Mehrheit der Warener war 21 tausend ‚Einwohner, 18 tausend stimmeberechtigt und nur 6 tausend gegen die Ortsumgehung gestimmt haben) hat entschieden. Was viele Bürger Warens nicht wissen ist, wenn es die komplette Umgehungsstraße gibt, werden laut Aussage vom Straßenbauamt Neustrelitz, die dafür zuständig sind, die vollen Kosten vom Bund getragen. Wird aber nur die Westspange gebaut muß die Stadt die Kosten voll tragen, vielleicht mit einer kleinen Förderung vom Land. Dies ist nie das Ziel gewesen und wird es auch nicht sein. Die gesamte B 192 innerhalb Warens ist betroffen und nicht nur die Weststadt. Gesundheit in Waren spielt beim Bürgermeister keine Rolle hauptsache die Stadt trägt den Namen Luftkurort und Heilbad. Wie wäre es wenn Sie sich beim letzten Report vom ARD melden bzw. beim ZDF Monitor und dort dieses Problem anmelden!? Marlies Falk

  2. Heinz-Peter Schifflers sagt:

    Wenngleich der Lärmpegel an der innerstädtischen B 192 überhaupt nicht vergleichbar ist mit dem im Umfeld eines Großflughafens wie Frankfurt, so ist er gleichwohl für die Anwohner dieser Bundesstraße auf Dauer ganz und gar unerträglich und letztlich auch gesundheitsgefährdend.
    Daran gab und gibt es sicherlich auch bei denjenigen, die bei der Befragung gegen eine Umgehung über den Tiefwarensee gestimmt haben, keine Zweifel. Diese zur Wahl gestellte Umgehung bzw. Verlegung der B 192 konnte und kann aus mehreren hinlänglich durchdiskutierten Gründen nicht die Lösung des Problems darstellen.
    Für die Umgehung der Innenstadt Waren’s muß und wird es eine andere, Mensch und Natur erheblich weniger belastende, Alternative geben, ohne einen unserer schönen See’n zu überqueren. Sicherlich müßte dann ein größerer geeigneter Bogen um Waren herum gesucht und gefunden werden. Eine solche Trassenführung kann m.E.
    nicht aufwendiger, bzw. kostenintensiver sein, als ein Brückenbauprojekt quer über
    den Tiefwarensee. In diesem Sinne sollte eine von Sachlichkeit getragene Diskussion neu belebt werden.
    Heinz-Peter Schifflers

  3. Thomas Peter sagt:

    Interessante Beiträge. Dazu hier ein Link mit einer interessanten Streckenführung der Ortsumgehung.
    Ich bin mir sicher, sie wird kommen. Früher oder später.
    https://www.facebook.com/photo.php?fbid=402417119860346&set=gm.721858911164987&type=1

  4. Heinz-Peter Schifflers sagt:

    Ja, so kann eine vernünftige und von (fast) allen akzeptierte Streckenführung der B 192 aussehen. Für die Verwirklichung dieser Umgehung sollten sich alle, die darauf Einfluß nehmen können, mit allem Nachdruck einsetzen. Dann hätte die Vernunft gesiegt !
    Heinz-Peter Schifflers

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